Eine Frau lächelt in die Kamera, während sie ein Magazin in den Händen hält.

Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) informiert ihre Mitglieder direkt, zielgruppenspezifisch und aktuell per Rundschreiben über relevante Neuerungen rund um die vertragsärztliche und psychotherapeutische Tätigkeit.

TI-Förderung: eRezept startet

Auch wenn die notwendigen Voraussetzungen fehlen

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hat am Freitag, 17. September 2021, einstimmig eine Resolution verabschiedet, in der die Verschiebung der nächsten digitalen Anwendungen, nämlich des elektronischen Rezepts (eRezept) und der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsversicherung (eAU), gefordert wird. Denn für beide Anwendungen sind die notwendigen technischen Voraussetzungen, teilweise auch auf Seiten der Krankenkassen aktuell flächendeckend nicht nur nicht gegeben, sondern eine strafbewehrte Verpflichtung zur Einführung wird damit fast schon zur Realsatire. Wir werden an dieser Stelle die Umsetzung der Resolution und die damit verbundenen Aktivitäten des KBV-Vorstands genau beobachten.

Trotzdem sieht die gesetzliche Agenda im Moment vor, dass beide Anwendungen zum 1. Januar 2022 starten sollen.

Ungeachtet der geschilderten Ausgangslage gilt damit, falls sich nichts mehr ändert, Folgendes: 

  1. Mit dem eRezept startet ab dem 1. Januar 2022 eine weitere verpflichtende Anwendung in der Telematikinfrastruktur (TI). Ab nächstem Jahr müssen Ärztinnen und Ärzte das eRezept für die Verordnung von apothekenpflichtigen Arzneimitteln über die gesetzliche Krankenversicherung nutzen.
     
  2. Freiwillig früher zu starten, ist möglich: Ab dem 1. Oktober 2021 können Praxen das eRezept bereits nutzen, sofern die technischen Voraussetzungen in der eigenen Praxis und bei der Apotheke gegeben sind.

Technische Voraussetzungen für das eRezept

Damit Praxen die Fachanwendung eRezept verwenden können, sind laut KBV folgende technische Voraussetzungen zu erfüllen:

  • TI-Anbindung, mindestens E-Health-Konnektor (PTV 3), für die Komfortsignatur ePA-Konnektor (PTV 4+)
  • eHBA 2.0 (elektronischer Heilberufsausweis 2.0)
  • eRezept-Modul/Praxisverwaltungssystem (PVS)-Update
  • Drucker mit Auflösung von 300dpi für den Token-Ausdruck
    Der Token-Ausdruck wird vom PVS erstellt, nicht unterschrieben und kann im Format A5 oder A4 in Schwarz-Weiß in der Praxis gedruckt werden. Patient:innen erhalten ihn, wenn sie die App nicht nutzen.

Förderung und Fördervoraussetzungen

Anders als bei der eAU, sieht die TI-Finanzierungsvereinbarung (Anlage 32 BMV-Ä) für die Fachanwendung eRezept eine Förderung vor.

Komponenten

Förderung/Pauschale

eRezept-Integrationspauschale

120 Euro einmalig

Betriebskostenpauschale eRezept

1,00 Euro je Quartal

So können Sie die Förderung erhalten: Setzen Sie die GOP 98153 einmal in jeder Betriebsstätte auf einem beliebigen Abrechnungsschein im Quartal an. Damit weisen Sie der KVH nach, dass Ihre Praxis über einen Online-Zugang zum eRezept-Server der TI verfügt und das eRezept-Modus im PVS integriert ist. Die Angabe der GOP 98153 ist eine Voraussetzung, um die Förderpauschalen zu erhalten. Die Auszahlung erfolgt wie gewohnt automatisch sechs Wochen nach Quartalsende. Die Pauschalen werden durch die KVH berechnet.

Hinweisen möchten wir an dieser Stelle noch einmal auf den Kommunikationsdienst KIM, den Praxen ab Oktober 2021 für die Übermittlung der eAU nutzen müssen. Ebenso sollten Sie im Blick haben, sich um die Bestellung eines eHBA zu kümmern, falls dies noch nicht geschehen ist. Diesen benötigen Sie für die qualifizierte, elektronische Signatur.

Mit besten kollegialen Grüßen, Ihr

Dr. Eckhard Starke
stv. Vorstandsvorsitzender

zuletzt aktualisiert am: 22.09.2021

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