Eine Frau lächelt in die Kamera, während sie ein Magazin in den Händen hält. © andresr

Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) informiert ihre Mitglieder direkt, zielgruppenspezifisch und aktuell per Rundschreiben über relevante Neuerungen rund um die vertragsärztliche und psychotherapeutische Tätigkeit.

COVID-19-Impfung: wichtige Neuerungen Quartal 4/2022

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

brauchen wir weiter die Pandemie in Deutschland? Für die Bürokratie offensichtlich!

Leider nimmt der Wust an Impfziffern weiter zu, ohne dass sich irgendein Sinn darin zeigt. Leider auch ohne Möglichkeit, dass die Landes-KVen und damit auch Ihre Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) irgendwo hier einschreiten könnte.

Bitte impfen Sie trotzdem so viel wie möglich. Das ist das Gebot der Stunde. Es ist mehr als schade, dass man es in Berlin immer noch nicht verstanden hat, dass man keinen noch größeren bürokratischen Wasserkopf in der Dokumentation braucht, wenn man eigentlich eine neue Impfkampagne will.

Insbesondere wenn die angeblich so unersetzlichen Statistiken, die man mit den Impfziffern generieren würde, auch noch nie jemand zu Gesicht bekommen hat.

Man denkt zusätzlich daran, dass es womöglich mal einen an BQ 1.1. angepassten Impfstoff geben wird. Dann kommen wir schnell in den Bereich von 50 bis 60 Ziffern nur für das Impfen. 

Mit dieser erneuten bürokratischen Eskalation verbindet sich aus unserer Sicht auch zunehmend das Risiko, dass das Bundesamt für soziale Sicherung (BAS) sachlich rechnerische Korrekturen, also Honorarrückforderungen einleitet, wenn die Gebührenordnungspositionen nicht korrekt sind. Wenn das nicht sowieso das Ziel des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) und  des Robert-Koch-Instituts (RKI) ist.

Man mag nun unsere Meinung teilen oder auch nicht. Zum 1. Oktober 2022 gilt so oder so diese neue Regelung für die Dokumentation und Abrechnung der COVID-19-Impfungen. Diese gilt nach derzeitigem Stand in dieser Form für das vierte Quartal 2022. Des Weiteren wurden zwei neue Leistungen für COVID-19-Impfungen aufgenommen.

Obwohl jetzt erst veröffentlicht, heißt das auch, dass Sie die bisher ab 1.Oktober 2022 erbrachten Leistungen gegebenenfalls auch neu kennzeichnen müssen (siehe unten).

Zu den Details hinsichtlich der Abrechnung möchten, besser müssen wir Sie in diesem Schreiben informieren. Gestaltungsspielraum hat Ihre KV, wie gesagt, hier leider nicht!

Impfstellung bei der Abrechnung dokumentieren

Die Vorgaben zur Dokumentation der Impfstellung wurden kurzfristig mit dem „Gesetz zur Stärkung des Schutzes der Bevölkerung und insbesondere vulnerabler Personengruppen vor COVID-19“ und der angepassten Impfverordnung umgesetzt. 

Anstelle von Erst-, Abschluss- oder Auffrischimpfung geben Sie nunmehr die genaue Impfstellung in der Impfserie an. Diese neue Vorgabe gilt sowohl bei der täglichen Dokumentation Ihrer durchgeführten Impfungen als auch bei der Abrechnung.  

Das bedeutet, Sie geben bei Auffrischimpfungen/ Boosterimpfungen neu im vierten Quartal 2022 zusätzlich in der Feldkennung 5009 (freies Begründungsfeld) an, die wievielte COVID-19-Impfung es für die jeweilige Person ist. Bei der Zählung berücksichtigen Sie alle vorausgegangenen Impfungen. Die zweite Auffrischimpfung dokumentieren Sie beispielsweise als vierte Impfung. Bei Erst- und Abschlussimpfungen müssen Sie die Stellung nicht extra angeben, da wir diese direkt aus den Suffixen an den Leistungen ableiten können. Die Erfassung der Chargennummer des Impfstoffes (im Feldkennung 5010) muss weiterhin erfolgen.

Zum 1. Januar 2023 soll die Dokumentation über eine neue Feldkennung vereinfacht werden, hierzu informieren wir Sie, sobald Details bekannt sind.

Neue Leistungen für bivalente Impfstoffe

Für Auffrischimpfungen mit einem an die Omikronvarianten angepassten COVID-19-Impstoff von BioNTech/Pfizer und Moderna gibt es neue Leistungen.

Übersicht neue Pseudo-Gebührenordnungspositionen; Vergütung je Impfung: 28 Euro

ImpfstoffIndikationErstimpfungAbschlussimpfungBoosterimpfung

BioNTech/

Pfizer:

Comirnaty

Orig./BA.4-

5 und

Comirnaty

Orig./BA.1

Allgemein

88337A88337B88337R
s.o.Beruf88337V88337W88337X
s.o.Pflegeheimbewohner88337G88337H88337K
ImpfstoffIndikationErstimpfungAbschlussimpfungBoosterimpfung

Moderna:

Moderna

Orig./BA.11

Allgemein88338A88338B88338R
s.o.Beruf88338V88338W88338X
s.o.Pflegeheimbewohner88338G88338H88338K

Beachten Sie bitte, dass die Impfstoffe derzeit ausschließlich für Auffrischimpfungen vorgesehen sind. Wenn eine Person infiziert war, danach geimpft wurde und so als grundimmunisiert gilt, dann kennzeichnen Sie die folgende Auffrischimpfung als Abschlussimpfung, da es die zweite Impfung ist.

Wir haben weitere Informationen zur Abrechnung von COVID-19-Impfungen für Sie bereitgestellt. Ebenfalls finden Sie dort die aktualisierte Übersicht mit allen Impfleistungen und was es bei der Abrechnung zu beachten gilt.

Mit besten kollegialen Grüßen, Ihre

Frank Dastych
Vorstandsvorsitzender

Dr. med. Eckhard Starke
stv. Vorstandsvorsitzender

zuletzt aktualisiert am: 18.10.2022

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Mo – Fr: 7 – 17 Uhr

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Fax 069 24741-68826
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