Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) informiert ihre Mitglieder direkt, zielgruppenspezifisch und aktuell per Rundschreiben über relevante Neuerungen rund um die vertragsärztliche und psychotherapeutische Tätigkeit.

SARS-CoV-2: Therapie mit monoklonalen Antikörpern

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

zunächst einmal möchten wir uns bei Ihnen für die haus- und fachärztliche Versorgung von Covid-19-Patienten sowie für Ihr unglaubliches Engagement zum Start der Covid-19-Impfungen in den Praxen bedanken. Dass die ersten Tage bisher so geräuschlos verlaufen sind, werten wir als Erfolg für die ambulanten Versorgung. Denn es stellt unter Beweis, was wir alle schon seit langer Zeit immer wieder gesagt haben: Das Impfen – auch gegen SARS-CoV-2 – ist in der vertragsärztlichen Versorgung am besten aufgehoben. Und Probleme lösen wir, lösen Sie, und diskutieren sie nicht episch in irgendwelchen Medien.

Nun wissen wir natürlich, dass Sie – und das gilt selbstverständlich auch für die Fachärzte, die zeitnah auch in die Impfstrategie eingebunden werden sollen – mit der Regelversorgung, den zusätzlichen Hygieneanforderungen bei der Versorgung von Corona-Patienten sowie den Impfungen nicht unterbeschäftigt sind. Dennoch müssen und möchten wir Sie heute über eine weitere, unmittelbar bevorstehende Herausforderung informieren.

Sicher können Sie sich erinnern, dass das Bundesgesundheitsministerium (BMG) zur Frühbehandlung der Covid-19-Erkrankung sowie insbesondere zur Verhinderung schwerster Verläufe 200.000 Dosen monoklonaler Antikörper der US-Hersteller Regeneron und Eli Lilly eingekauft hat.

Die Präparate REGN-COV2 (Casirivimab und Imdevimab) und LY-CoV555 (Bamlavinimab) wurden bereits vor längerer Zeit geliefert und inzwischen an die Apotheken der Universitätskliniken weitergegeben. Dort erholen sie sich seither von ihrer langen und anstrengenden Reise über den Atlantik. Denn ein tragfähiges Konzept dazu, die monoklonalen Antikörper so zu verabreichen wie vorgesehen, nämlich so früh wie irgendwie möglich und das bedeutet in der ambulanten Versorgung, gibt es bis heute nicht.

Vor diesem Hintergrund hat sich nun das BMG der Sache angenommen – eine Rechtsverordnung ist derzeit in Arbeit. Ohne an dieser Stelle im Detail auf diese Verordnung eingehen zu wollen, ist jedoch bereits offensichtlich, dass man in Berlin erkannt hat, dass der Weg über die Universitätskliniken eine Sackgasse ist.

Daher sollen die monoklonalen Antikörper nun vollumfänglich der ambulanten Versorgungsebene zur Verfügung gestellt werden. Die einzige und sachgerechte Anforderung zur Durchführung der Therapie besteht darin, dass der behandelnde und anwendende Arzt sich am Indikationskatalog orientieren muss und Erfahrung in der Gabe monoklonaler Antikörper haben sollte.

Wer sich für die Therapie interessiert, findet ausführliche Informationen auf den Websites der European Medicines Agency (EMA), des Robert Koch-Instituts (RKI) und des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI).

Um die Behandlung, die sicherlich nicht ganz unumstritten ist, für die es allerdings zunehmend positive Anwendungserfahrungen gibt, möglichst schnell flächendeckend in Hessen durchzuführen, brauchen wir Ihre Unterstützung. Wir werden Sie daher – sobald uns die angesprochene Rechtverordnung vorliegt – ausführlich informieren. Momentan ist es uns jedoch erst einmal wichtig, einen Überblick darüber zu bekommen, in welchen Praxen die Gabe von REGN-COV2 und LY-CoV555 grundsätzlich möglich erscheint. Dazu ein paar Informationen:

  • Die Infusion erfolgt unter Beachtung der Tatsache, dass es sich um Covid-positive Patient*innen handelt, über einen Zeitraum von rund 90 Minuten
  • Patient*innen sind nach der Infusion für 60 Minuten zu überwachen
  • Die Behandlung sollte unter Bedingungen erfolgen, unter denen eine Behandlung einer Infusionsreaktion/allergischen Reaktion möglich ist
  • Neben der Behandlung Ihrer Patient*innen sollten Sie ggf. auch für Ihre Kolleg*innen in der Region von Montag bis Samstag erreichbar sein

Alle weiteren Information finden Sie in den vom PEI zur Verfügung gestellten Fachinformationen zu den Präparaten:

REGN-COV2

Bamlanivimab

Bitte prüfen Sie zeitnah, ob Sie diese Therapie anwenden möchten / können und informieren Sie uns per E-Mail unter mak(at)kvhessen(.)de. Nennen Sie bitte auch unbedingt Ihre BSNR und Fachgruppe.
 

Wir kommen mit weiteren Informationen wieder auf Sie zu.

Mit besten kollegialen Grüßen, Ihre

Frank Dastych
Vorstandsvorsitzender

Dr. med. Eckhard Starke
stv. Vorstandsvorsitzender

zuletzt aktualisiert am: 09.04.2021

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Tel 069 24741-7777
Fax 069 24741-68826
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