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Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) informiert Medienvertreter direkt und aktuell über relevante Neuigkeiten rund um die ambulante Versorgung in Hessen – durch Pressemitteilungen und -konferenzen.

Situation in den Praxen durch Aufhebung der Impfpriorisierung teils katastrophal

Am 7. Juni 2021 ist die Priorisierung bei der Coronaimpfung weggefallen. Seither können sich alle Personen ab 18 Jahren gegen SARS-CoV-2 impfen lassen – theoretisch. Denn was erst einmal gut klingt, hat einen gewaltigen Haken: Es gibt nach wie vor nicht genügend Impfstoff. Ein Problem, das nicht nur die Bürger:innen, die sich impfen lassen möchten, betrifft, sondern auch die niedergelassenen Ärzt:innen, die die Menschen immer wieder vertrösten müssen. Die Situation in den Praxen ist dadurch an einigen Stellen katastrophal, das ergab eine Umfrage der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) unter ihren Mitgliedern.

Schon vor der Aufhebung der Impfpriorisierung war die Situation in den hessischen Arztpraxen aufgrund des fehlenden Impfstoffes herausfordernd. Immer wieder müssen Termine verschoben oder gar abgesagt werden. Das bedeutet für die Praxen einen enormen zusätzlichen Aufwand. Dies hat sich durch die fehlende Priorisierung noch einmal zugespitzt. Das Stimmungsbild aus den Praxen zeigt, welche Probleme es gibt. So beschreibt rund die Hälfte (46 %) der 625 an der Umfrage teilnehmenden Praxen, dass sich die Erwartungshaltung der Impfinteressierten verändert hat. Diese seien noch aggressiver und fordernder in ihrem Auftreten. Nur rund 16 % der Praxen geben an, dass die Menschen auch bei längeren Wartezeiten verständnisvoll reagieren. Mehr als ein Viertel (27 %) der Ärzt:innen schätzt die Situation in ihrer Praxis gar als katastrophal ein, 51 % sehen kaum Veränderungen nach der Aufhebung der Priorisierung und nur 22 % sagen, dass die Impfungen gut zu managen seien.

„Wir sehen ein Stimmungsbild, das wir so oder ähnlich erwartet hatten. Für die Praxen bedeutet die Aufhebung der Impfpriorisierung, die wir als KVH grundsätzlich begrüßen, weitere Herausforderungen. Wir sagen daher: Aufhebung der Impfpriorisierung ja, aber dann brauchen wir in den Praxen auch genügend und vor allem verlässlich Impfstoff. Andernfalls werden die niedergelassenen Ärzt:innen und ihr Praxispersonal zum Prügelknaben enttäuschter Impfinteressierter, deren Erwartungshaltung durch die wegfallende Priorisierung natürlich noch einmal gewachsen ist. An dieser Stelle sehen wir die Politik in der Pflicht, zum einen für ausreichend Impfstoff zu sorgen und zum anderen, den Menschen klar zu machen, dass eben nicht jede oder jeder sofort geimpft werden kann“, so die Vorstandsvorsitzenden der KVH, Frank Dastych und Dr. Eckhard Starke.
 

zuletzt aktualisiert am: 14.06.2021

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