Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) informiert Medienvertreter direkt und aktuell über relevante Neuigkeiten rund um die ambulante Versorgung in Hessen – durch Pressemitteilungen und -konferenzen.

„Ärzte wachsen nicht auf Bäumen“

Die Mitglieder der Vertreterversammlung (VV) der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) haben in ihrer Sitzung am 18. Mai 2019 einstimmig eine Resolution zur in der vergangenen Woche vorgestellten neuen Bedarfsplanungsrichtlinie verabschiedet. Zwar begrüßen die Vertreter die Neufassung der Richtlinie, weil sich Versorgungsrealität und Planungsinstrument damit annähern, sehen aber auch einige Aspekte kritisch:

So schaffe die neue Richtlinie keinen einzigen neuen Vertragsarzt, der sich niederlassen wolle. Auch sei es inakzeptabel, dass die rund 3.500 neuen bundesweiten Stellen ohne zusätzliche Finanzierung ins System kommen sollen. Wer wirklich die ambulante Versorgung stärken wolle, müsse die Niederlassungsbedingungen verbessern, nämlich die Budgets aufheben und Regresse abschaffen.

Die Resolution im Wortlaut

„Die durch die Vertreterversammlung der KVH repräsentierte hessische Ärzteschaft begrüßt, dass durch eine unter dem Druck des Bundesgesundheitsministeriums vom Gemeinsamen Bundesausschuss beschlossene neue Bedarfsplanungsrichtlinie die ambulante ärztliche Versorgung in Deutschland mit 3.500 neu zuzulassenden Kolleginnen und Kollegen verbessert werden soll.

Leider werden aber gleichzeitig die Bedingungen für eine Niederlassung in keiner Weise verbessert. So bleibt das Regressrisiko für die Niedergelassenen unverändert bestehen. Auch werden die neu geschaffenen Vertragsarztsitze nicht zusätzlich finanziert, sondern sollen zu Lasten aller bisherigen Vertragsärzte in das System integriert werden.

Für die hausärztliche Versorgung in Hessen zum Beispiel bedeuten die etwa 100 neuen Hausarztsitze, dass statt der jetzt schon fehlenden 270 Hausärzte ab sofort 370 Hausarztsitze vakant sein werden.

Bedarfsplanungsrichtlinien erzeugen noch keine neuen Vertragsärztinnen und -ärzte. Wir fordern deshalb die Umsetzung des Masterplanes 2020, die Abschaffung der Budgets und die Abschaffung der Regresse nach § 106 SGB V. 

Wer wirklich junge Kolleginnen und Kollegen in die Niederlassung bringen möchte, muss die Niederlassungs- und Arbeitsbedingungen attraktiver gestalten. Eine neue Bedarfsplanungsrichtlinie allein reicht zur Verbesserung der Versorgung bei Weitem nicht aus.“

zuletzt aktualisiert am: 20.05.2019

Ansprechpartner

Karl Matthias Roth

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