Ein Mann bedient eine professionelle Kamera. Im Bildschirm der Kamera ist eine Pressekonferenz zu sehen. © Judith Scherer

Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) informiert Medienvertreter direkt und aktuell über relevante Neuigkeiten rund um die ambulante Versorgung in Hessen – durch Pressemitteilungen und -konferenzen.

Psychotherapieversorgung in Hessen während der Pandemie

Trotz Pandemie war auch in dieser tiefen gesellschaftlichen Krise die ambulante, psychotherapeutische Versorgung in Hessen sichergestellt. Dies zeigt eine von der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) in Auftrag gegebene Studie, die zusammen mit der Justus-Liebig-Universität (JLU) Gießen durchgeführt wurde. Zusätzliche Erkenntnis: Der intensive Einsatz von videobasierter Psychotherapie während der Coronapandemie 2020 bis 2021 in Hessen belegt, wie sehr digitale Formate die üblichen Präsenztherapien ergänzen konnten.

Die Ergebnisse der gemeinsam mit der Professur für Psychotherapieforschung der Universität Gießen (Prof. Julian Rubel) durchgeführten Studie „Ambulante Psychotherapie in Hessen während der Coronapandemie 2020 bis 2021“ verdeutlichen, dass während der Pandemie die psychotherapeutische Versorgung in Hessen stabil aufrechterhalten wurde.

Die Daten zeigen, dass hessische Psychotherapeutinnen und -therapeuten flexibel und schnell auf das Pandemiegeschehen reagierten. So gelang frühzeitig eine Umstellung vieler Einzeltherapiesitzungen auf ein digitales Format, obwohl dieses Medium vor der Pandemie so gut wie nie zum Einsatz kam. Im weiteren Verlauf der Pandemie zeigte sich, dass die Nutzung von Videotherapiesitzungen auf das dynamische Pandemiegeschehen adäquat angepasst wurde. In den Phasen höherer Inzidenzen stieg die Zahl wahrgenommener Videotherapiesitzungen, während niedrigere Fallzahlen mit steigender Zahl von Präsenzsitzungen einhergingen. Für den Vorstandsvorsitzenden der KVH, Frank Dastych, belegt die Studie, „dass sich wie alle anderen Fächer auch die Psychotherapie weiterentwickelt. Natürlich ist die Therapie in Präsenz nach wie vor der Goldstandard, aber die Therapie per Video ergänzt diesen sehr sinnvoll. Allerdings hat die Videotherapie auch ihre Grenzen und kann die herkömmlichen Therapieformate keinesfalls ersetzen. Sie kann aus meiner Sicht nur dann sicher eingesetzt werden, wenn ein direkter Übergang in die Präsenztherapie im Sinne einer akuten Intervention gewährleistet ist, falls dieser erforderlich ist.“

Auch die Verteilung zwischen Therapie in Präsenz und digital belegt, dass das Instrument der Videotherapie dem Bedarf angemessen eingesetzt wurde.

Auch wenn der Anteil ambulanter Einzeltherapiesitzungen via Video in der Spitze bei ca. 27 Prozent lag, so bildeten Präsenzsitzungen stets die Mehrheit der abgerechneten Sitzungen. Vor allem zu Therapiebeginn lag auf Präsenzsitzungen ein besonderer Wert. So war der Anteil der via Video durchgeführten probatorischen Sitzungen, die zu Beginn der Therapie dem gegenseitigen Kennenlernen, der Diagnostik und dem Beziehungsaufbau dienen, nie größer als ca. zwei Prozent. Diese Befunde decken sich auch mit den Einschätzungen der Patientinnen und Patienten sowie Therapeutinnen und Therapeuten, die im Durchschnitt Psychotherapie effektiver wahrnehmen, wenn sie in Präsenz stattfindet.

Videobasierte Psychotherapiesitzungen haben sich im Rahmen der Pandemie also als wichtiges, flexibilisierendes Instrument bewährt, durch das es möglich war, die psychotherapeutische Versorgung während der Pandemie für einen Großteil der Patientinnen und Patienten aufrechtzuerhalten. In der Einschätzung von Therapeutinnen und Therapeuten sowie Patientinnen und Patienten können Therapiesitzungen per Video Präsenzsitzungen jedoch nicht ersetzen.

Die Studie kann über das Institut von Prof. Julian Rubel an der Universität Gießen bezogen werden.

 

zuletzt aktualisiert am: 15.07.2022

Ansprechpartner

Karl Matthias Roth

Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Stabsstelle Kommunikation
Pressesprecher

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

karl.roth(at)kvhessen(.)de

Ansprechpartner

Alexander Kowalski

Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Stabsstelle Kommunikation
stv. Pressesprecher

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

alexander.kowalski(at)kvhessen(.)de

Ihre Downloads ()

Ihre gesammelten Downloads können Sie jetzt komfortabel mit einem Klick herunterladen.

Alle herunterladen