Ein Mann bedient eine professionelle Kamera. Im Bildschirm der Kamera ist eine Pressekonferenz zu sehen.

Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) informiert Medienvertreter direkt und aktuell über relevante Neuigkeiten rund um die ambulante Versorgung in Hessen – durch Pressemitteilungen und -konferenzen.

Psychische Belastungen bei Kindern und Jugendlichen

Gemeinsam mit Hessens Sozial- und Integrationsminister Kai Klose weist die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) auf die Folgen der Coronapandemie für die seelische Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen hin. Die KVH hat dazu ein Projekt ins Leben gerufen, das die pandemiebedingten psychischen Belastungen bei Jüngeren in den Fokus stellt. Gemeinsam mit Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und -therapeuten sind vier Filme entstanden, die Kinder, Eltern und junge Menschen für das wachsende Problem sensibilisieren und Hinweise zum Umgang mit den Belastungen geben sollen. In diesem Zusammenhang freut sich die KVH zudem über insgesamt 18 neue Ermächtigungen im Bereich der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie in Hessen.

Ein Film über den Corona-Alltag von Familien mit Kleinkindern.

Ganz besonders betroffen: die Jüngeren

Der Film gibt Einblick in den Pandemie-Alltag von Familien mit Grundschülern.

Die Coronapandemie hat in allen Altersgruppen zu psychischen Belastungen geführt, ganz besonders betroffen sind allerdings die Jüngeren. Verhaltensauffälligkeiten, Essstörungen, Antriebslosigkeit, Depressionen – inzwischen ist rund ein Drittel der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen durch Kita- und Schulschließungen, Homeschooling und soziale Isolierung psychisch aus dem Gleichgewicht geraten. Das ist deutlich mehr als vor der Pandemie. Das zeigen Erfahrungen aus den hessischen Praxen für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie.

„Wir können und möchten an dieser Stelle nicht zusehen. Gemeinsam mit den niedergelassenen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und -therapeuten, die täglich in ihren Praxen erleben, wie sehr sich die Coronapandemie auf das psychische Wohl der Jüngeren auswirkt, haben wir daher entschieden, zu handeln. Entstanden sind vier Filme, die für die Belastungen und Störungen in den jeweiligen Altersgruppen sensibilisieren und darüber hinaus wertvolle Hinweise zur Selbsthilfe oder zur Notwendigkeit einer psychotherapeutischen Behandlung geben. Wir bedanken uns bei allen Mitwirkenden und hoffen, mit den Filmen möglichst viele Kinder, Jugendliche, Familien und junge Erwachsene auf dem Weg zurück in die Normalität unterstützen zu können“, sagen die Vorstände der KVH, Frank Dastych und Dr. Eckhard Starke.

Psychotherapeutinnen und -therapeuten wirken mit

Der Film begleitet den Corona-Alltag von Familien mit Teenagern.

Bei der Produktion der Filme konnte die KVH vom Fachwissen dreier Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und -therapeuten profitieren. Ariadne Sartorius, Tanja-Maria Müller und Dr. Thomas Manthey erleben in ihren Praxen hautnah, wie sehr die Pandemie ihre Patientinnen und Patienten belastet. „Die Coronamaßnahmen haben viele Kinder, Jugendliche und ihre Familien an die Grenzen ihrer Belastbarkeit und manche darüber hinaus gebracht. Die kurzfristigen Folgen zeigen sich bereits jetzt in den Praxen. Was das langfristig für die Entwicklungs- und Lernprozesse von Kindern und Jugendlichen bedeutet, können wir heute noch gar nicht sagen“, sagt Müller, die darauf hinweist, dass vor allem eine frühzeitige Behandlung wichtig ist.

Für Dr. Manthey steht fest: „Es wird vermehrt fachlicher Unterstützung bedürfen, damit sich junge Menschen wieder stabilisieren. Wichtig sind Alltagsstrukturen. Ob allerdings die Rückkehr in den Kita- oder Schulalltag bereits ausreicht, psychische Belastungen zu reduzieren, wird sich erst langfristig zeigen. Immerhin: Viele Kinder, Jugendliche und Eltern wirken zunächst einmal entlastet.“ Mit Blick auf die Schulabgänger und jungen Erwachsenen sagt Sartorius: „In dieser Altersgruppe stehen viele vor einem neuen Lebensabschnitt, auf den sie sich durch Corona kaum vorbereiten konnten und können. Das führt zu großer Unsicherheit und kann sehr belastend sein.“ Sartorius, Müller und Dr. Manthey weisen zudem auf das breite psychiatrische und psychotherapeutische Versorgungsnetz in Hessen und Deutschland hin. Aber auch Schulen, Vereine und die Jugendhilfe seien wichtig, um dem Hilfebedarf von Kindern, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Familien gerecht zu werden.

18 Neuermächtigungen in Hessen

Ein Film über das Erwachsenwerden in Zeiten der Pandemie.

Dass der Bedarf an psychotherapeutischer Unterstützung groß ist, weiß auch die KVH. „Wir wissen, dass Patientinnen und Patienten teils länger auf einen Termin beziehungsweise eine Therapie warten müssen. Das ist nicht gut, denn schnelle Hilfe ist hier das A und O. Wir haben daher forciert, dass hessenweit kurzfristig 18 neue Kolleginnen und Kollegen im Bereich der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie bereit stehen, um dem zunehmenden Bedarf durch die Pandemie so gut wie möglich gerecht zu werden“, so Dastych. 

Unterstützt wird das Projekt vom Hessischen Sozial- und Integrationsminister Kai Klose. „Die Filme tragen dazu bei, das Umfeld von Kindern – sowohl in Kita und Schule als auch privat – für mögliche psychische Folgen der Pandemie zusätzlich zu sensibilisieren. Wir widmen dem Thema besondere Aufmerksamkeit und stehen mit der KVH und Expertinnen und Experten wie der Psychotherapeutenkammer Hessen dazu in engem Austausch. Unser Augenmerk liegt besonders auf dem Aspekt möglicher Langzeitfolgen durch die Ausnahmesituation. Bereits in den vergangenen Monaten hatte das Hessische Ministerium für Soziales und Integration unter anderem die Förderung der 188 Familienzentren erhöht, die SAFE-KiDS-Studien sowie die Auswertung der ‚JuCo II‘-Studie zu den Pandemie-Auswirkungen für Hessen in Auftrag gegeben. Darüber hinaus entwickelt eine interne Arbeitsgruppe fachübergreifend weitere Maßnahmen, um Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg in die postpandemische Situation zu begleiten.“ Expertinnen und Experten wiesen auch darauf hin, dass viele Kinder und Jugendliche – je nach Umfeld – auch gestärkt aus der Pandemie hervorgingen.

Die Filme, die in Zusammenarbeit mit der Berliner Produktionsfirma LIBRA Film entstanden sind, veröffentlicht die KVH auf ihrer Website. Aufmerksamkeitsstarke Postings in den sozialen Medien sollen für eine möglichst große Reichweite sorgen. Darüber hinaus wird die KVH auch die hessischen Kindertageseinrichtungen und Schulen auf die Filme hinweisen, denn neben Eltern und jungen Menschen sollen auch Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen und Lehrpersonal in Schulen für das Problem sensibilisiert werden.

zuletzt aktualisiert am: 26.10.2021

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