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Prüfvereinbarung gekündigt

KV Hessen: „Neuausrichtung dringend notwendig“

Mit Wirkung zum Jahresende hat die Kassenärztliche Vereinigung Hessen im Juni die gemeinsame Prüfvereinbarung mit den hessischen Krankenkassen gekündigt. Ziel einer neuen Vereinbarung sei eine Neuausrichtung der gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen, erklärte der Vorstand der KVH heute in Frankfurt.

„Nicht zuletzt die intensiven öffentlichen Diskussionen der letzten Wochen rund um die Überprüfung ärztlicher Leistungen haben gezeigt, dass es einen dringenden Bedarf für eine Neuausrichtung bei den Prüfungen gibt.

Es ist kontraproduktiv, Leistungen wie Hausbesuche gemeinsam mit den Krankenkassen einerseits als förderungswürdig einzustufen und auf der anderen Seite gegebenenfalls diejenigen regressieren zu müssen, die sich der Mühe eines Hausbesuchs noch unterziehen. Da stimmt die Balance zwischen Regelwerk und Versorgungsrealität nicht mehr.

Gleiches gilt für die Frage, inwieweit die in der aktuellen Prüfvereinbarung definierten Vergleichsgruppen tatsächlich versorgungs- und praxistauglich funktionieren. Uns ist klar, dass der Grat, den wir gemeinsam mit den Kassen an dieser Stelle zu begehen haben, ein schmaler ist und letztlich trägt jede Prüfung den Makel, dass sich Kolleginnen und Kollegen ungerecht behandelt fühlen könnten.

Es ist aber eben auch so, dass uns die Diskussionen der letzten Zeit in dem bereits vorher bestehenden Gefühl gewisser Unwuchten in der Prüfvereinbarung bestärkt haben“, so Frank Dastych und Dr. Eckhard Starke, die Vorstandsvorsitzenden der KVH. „Diese Unwuchten wollen wir nun konsequent in den Verhandlungen mit den Krankenkassen angehen. Auch ist deutlich, dass die Aspekte Regionalität, unterschiedliche Arbeitsweisen und medizinische Schwerpunkte im Moment nicht genügend abgebildet sind und vielleicht auch deshalb Auffälligkeiten entstehen.“

Dastych und Starke hatten in den vergangenen Wochen auch eine bundesweite Vereinheitlichung der Prüfvereinbarung ins Gespräch gebracht, um so für mehr Transparenz und weniger Verunsicherung unter den Mitgliedern und Jungmedizinern zu sorgen.

„Sollte eine bundeseinheitliche Regelung aber so kompliziert sein, wie das oft bei Regelungen mit vielen Partnern der Fall ist, so haben wir in unseren bald beginnenden Verhandlungen in Hessen doch ein Ziel: Wir wollen, dass Hessen in Sachen Transparenz und Rechtssicherheit im Prüfwesen ein leuchtendes Vorbild ist – so lange, bis wir das eigentliche Ziel erreicht haben, dass die Prüfungen als solche endlich abgeschafft werden.“

zuletzt aktualisiert am: 03.07.2018

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