Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) informiert Medienvertreter direkt und aktuell über relevante Neuigkeiten rund um die ambulante Versorgung in Hessen – durch Pressemitteilungen und -konferenzen.

Portalpraxen: Besser gemeinsame Tresen

KVH ergänzt Forderung der LINKEN

Als Schritt in die richtige Richtung hat der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) die Forderung nach einer flächendeckenden Einführung von so genannten Portalpraxen bezeichnet, die Ende vergangener Woche von der Landtagsfraktion der hessischen LINKEN erhoben worden war. „Allerdings muss in diesem Zusammenhang auch immer die Frage nach ärztlichen Ressourcen mitgedacht werden und die werden nicht reichen. Ein gemeinsamer Tresen ist die bessere Lösung“, erklärten dazu heute in Frankfurt die Vorstandsvorsitzenden Frank Dastych und Dr. Eckhard Starke.

Aktuell ist eine Studie der Hochschule Fulda zur zunehmenden Gewalt in Notfallambulanzen der Aufhänger für die erneute Diskussion. Dastych und Starke warnen davor, in der Einrichtung von Portalpraxen ein probates Mittel gegen zunehmende Gewalt und Aggressionen zu sehen.

„In den Praxen und Bereitschaftsdienstzentralen ist Gewalt genauso ein Thema wie in den Notfallambulanzen. Diese Gewalt nun in Portalpraxen zu verlagern, wird keine Fortschritte bringen. Zumal eine flächendeckende Einrichtung von Portalpraxen angesichts fehlender ärztlicher Ressourcen schwierig scheint. Wir werben vielmehr erneut für das Modell eines gemeinsamen Tresens, wie wir ihn erfolgreich im Klinikum Frankfurt-Höchst installiert haben. Ein gemeinsamer Tresen und eine strukturierte Triagierung bringen viele Vorteile.

Zentraler ist aktuell aber, dass wir von Politik und Gesellschaft ein klares Signal in Richtung derjenigen brauchen, die gewalttätig werden. Die Politik sollte die gesellschaftlichen Zeichen erkennen, die sich an dieser Stelle zeigen. Menschen, die nicht mehr warten wollen, wenn es um ärztliche Versorgung geht. Menschen, die sich ihre vermeintlichen Rechte sogar mit Gewalt nehmen und dabei auch das Tabu von Gewalt gegen Ärzte, medizinische Fachangestellte und Pflegepersonal brechen. Hier ist die Politik gefragt - und zwar nicht damit, den Menschen mit Phantastereien im Gesundheitsbereich ein X für ein U vorzumachen. Wenn man wie Gesundheitsminister Spahn behauptet, man könne demnächst jede Form von Krebs heilen, fehlt der Realitätsbezug. Es ist ebenso unseriös, der Bevölkerung vorzumachen, dass in einem Gesundheitssystem mit begrenzten Mitteln Fortschritte nur deshalb nicht erkennbar sind, weil wieder mal die Ärzte dagegen sind. Das löst keinerlei Problem, sondern steigert nur den Frust derjenigen, die man immer weiter ausquetschen zu können glaubt, obwohl man sie für die Versorgung dringend braucht. Und die sich sogar noch mit Gewalt gegen sie auseinandersetzen müssen. Dies wird die Probleme eher potenzieren, als sie zu lösen.“

Dastych und Starke verwiesen darauf, dass bereits 48 der 56 hessischen Bereitschaftsdienstzentralen an Kliniken angesiedelt sind und damit beste Voraussetzungen für eine vernünftige Zusammenarbeit geschaffen wurden. Zudem besteht um alle hessischen Kliniken ein dichtes Netz von rund 500 Partnerpraxen, die sich bereit erklären, Patienten zu Sprechstundenzeiten dann zu übernehmen, wenn es sich nicht um Notfälle handelt.

„Man sieht also, dass die Versorgungsstrukturen bereits bestehen und dies auf der Basis der Ressourcen, die im System vorhanden sind. Nur leider wird dieses Angebot von den Kliniken bisher kaum genutzt. An dieser Stelle wäre ein steuerndes Eingreifen der Politik dringend nötig. Dazu fordern wir die Fraktionen sowie die Bundespolitik noch einmal eindringlich auf. Angemessene Gesundheitspolitik besteht nicht darin, den Patienten das Blaue vom Himmel zu versprechen. Angemessene und vorausschauende Gesundheitspolitik besteht darin, da, wo es nötig ist, zu steuern und die Lasten nicht einseitig bei den Ärzten abzuladen“, so die Vorstände abschließend.

zuletzt aktualisiert am: 25.02.2019

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