Ein Mann bedient eine professionelle Kamera. Im Bildschirm der Kamera ist eine Pressekonferenz zu sehen. © Judith Scherer

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KVH fordert Paxlovid-Abgabe in Praxen

Die Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH), Frank Dastych und Dr. Eckhard Starke, begrüßen und unterstützen ausdrücklich den Vorschlag von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach zur Abgabe des Corona-Medikaments Paxlovid durch die Praxen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte. Die Kritik der Apothekerschaft an den Plänen Lauterbachs ist für beide vollkommen unverständlich und entlarvend.

Aus Sicht von Dastych und Dr. Starke ist die Abgabe von Paxlovid in den Praxen absolut sinnvoll. Nicht zuletzt, weil aktuelle Studien nicht nur eine Wirksamkeit gegen die derzeit vorherrschende Omikron-Variante zeigen, sondern auch, weil das Medikament schwere Verläufe verhindern und einen positiven Einfluss auf die Entstehung des Long-Covid-Syndroms haben kann. Entscheidend ist jedoch, dass bei Paxlovid gilt: Je früher, desto besser. Je schneller Paxlovid verabreicht wird, desto größter ist also die Chance, dass es den Patienten hilft. Außerdem, so Dr. Starke, müsse man nur den Beipackzettel lesen, um zu wissen, dass Paxlovid ausschließlich in die Hände erfahrener niedergelassener Ärztinnen und Ärzte gehört.

„Vergessen wir nicht, dass Paxlovid nicht jungen, gesunden Patienten, sondern chronisch kranken Hochrisikopatienten gegeben wird. Mit Blick auf die Wechsel- und Nebenwirkungen ist es daher sehr wichtig, die Patientin oder den Patienten und die Vorerkrankungen bzw. den persönlichen Medikationsplan zu kennen. Das ist in der Apotheke nicht zwingend gegeben“, so Dr. Starke.

„Das müssten eigentlich auch die Arzneimittelverkäufer erkennen. Stattdessen gewinnt man den Eindruck, dass sie Paxlovid mit homöopathischen Globuli verwechseln“, ergänzt Dastych. Es liege der Verdacht nahe, dass die Apothekerschaft um ihr exklusives Dispensierrecht und letztlich um den schnöden Mammon fürchtet. „Wie anders ist zu erklären, dass mit ärztlichen Leistungen, die in Apotheken erbracht werden, offenbar die Menschheit gerettet wird und zeitgleich Zeter und Mordio geschrien wird, wenn Ärztinnen und Ärzte fertige Arzneimittel abgeben, zu deren Abgabe letztlich auch nur sie die medizinische Qualifikation haben. Die Versorgung der Patientinnen und Patienten hat dabei sicher keine Priorität. Andernfalls müssten auch die Apothekerinnen und Apotheker den Vorschlag von Herrn Lauterbach unterstützen. Offensichtlicher kann man sich kaum entlarven.“

In diesem Zusammenhang beurteilen die KVH-Vorstände auch den Vorschlag der Apothekerinnen und Apotheker, die Abgabe von Paxlovid ohne Rezept zu ermöglichen, als infektiologisch völlig unsinnig. „Es handelt sich um positiv getestete Menschen, die in die nächste Apotheke gehen – vielleicht noch mit dem ÖPNV – und riskieren sollen, andere zu infizieren. Wer das fordert, hat Corona offenbar immer noch nicht begriffen.“

Den Bundesgesundheitsminister fordern die KVH-Vorstände daher auf, die Abgabe von Paxlovid durch die Praxen der Niedergelassenen in der nächsten entsprechenden Verordnung zu verankern und dafür zu sorgen, dass die Praxen auch beliefert werden.

zuletzt aktualisiert am: 27.07.2022

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