Ein Mann bedient eine professionelle Kamera. Im Bildschirm der Kamera ist eine Pressekonferenz zu sehen. © Judith Scherer

Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) informiert Medienvertreter direkt und aktuell über relevante Neuigkeiten rund um die ambulante Versorgung in Hessen – durch Pressemitteilungen und -konferenzen.

KVH kritisiert Positionspapier des Marburger Bundes

Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) übt Kritik an dem gemeinsamen Positionspapier des Marburger Bundes (MB) und der Deutschen Gesellschaft für Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA) zur Strukturreform der medizinischen Notfallversorgung in Deutschland. „Die dargelegten Vorstellungen – insbesondere hinsichtlich einer überall und immer zur Verfügung stehenden Notfallversorgung – sind vor dem Hintergrund wachsender personeller Engpässe sowohl beim ärztlichen wie auch beim nichtärztlichen Personal schlichtweg realitätsfern“, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzender der KVH, Dr. Eckhard Starke, am 10. Juni 2022 in Frankfurt.

„Wer zwischen den Zeilen liest, bemerkt schnell, worum es dem Marburger Bund tatsächlich geht: den – an vielen Stellen zumindest einmal fragwürdigen – Erhalt der aktuellen Krankenhauslandschaft. Wie sonst ist die Forderung, dass Notdienstpraxen nach Möglichkeit am Krankenhaus verortet und niederschwellig, also quasi fußläufig, erreichbar sein sollen, zu verstehen?

Kurzum: Dieses Wunschdenken verwundert umso mehr vor dem Hintergrund der teils sehr knappen personellen Ressourcen. Denn wie die ambulante Versorgung kämpfen auch die Krankenhäuser seit geraumer Zeit gegen einen herausfordernden Personalmangel, sowohl bei den Ärztinnen und Ärzten wie auch bei den nichtärztlichen Mitarbeitenden. Genau deshalb ist auch die Vorstellung einer Ausweitung der Dienstzeiten des ambulanten Notdienstes, wie im Positionspapier beschrieben, gelinde gesagt unsinnig, weil nicht zu machen“, erläuterte Dr. Starke.

Er betonte, dass es bei der Diskussion zur Notfallversorgung darum gehe, eine sinnvolle und realistische Lösung zu finden. Ein Wunschkonzert zum Erhalt der Krankenhäuser sei demnach vollkommen deplatziert.

Darüber hinaus unterstrich Dr. Starke noch einmal, dass der Großteil der Akutpatientinnen und -patienten in den Praxen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte gut und flächendeckend versorgt würde. Abschließend appellierte er dafür, dass die Beteiligten einschließlich des hoch entwickelten Rettungsdienstes – im Sinne derjenigen, die akut versorgt werden müssen – kompromissbereit aufeinander zugehen und nicht so sehr darauf bedacht sein sollten, den größten Nutzen für sich herauszuholen. „Denn eine Notfallreform geht nur gemeinsam“, so der KVH-Vorstand.

 

zuletzt aktualisiert am: 10.06.2022

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