Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) informiert Medienvertreter direkt und aktuell über relevante Neuigkeiten rund um die ambulante Versorgung in Hessen – durch Pressemitteilungen und -konferenzen.

Kliniken: Endlich Konsequenzen ziehen!

Mit deutlicher Zustimmung haben die Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH), Frank Dastych und Dr. Eckhard Starke, heute auf die von der Bertelsmann-Stiftung vorgestellte Studie zur Neuordnung der Krankenhauslandschaft reagiert.

„Wir wissen schon seit Jahren, dass eine derart hohe Dichte an Kliniken einfach nicht mehr in die Zeit passt. Sie schlägt sich auf die Qualität der Versorgung, die Kosten und die Frage der Ressourcen bei Ärzten und Pflegepersonal nieder. Wir müssen endlich beginnen, Konsequenzen zu ziehen“, so die Vorstände heute in Frankfurt.

Tatsächlich mahnt nicht erst das gestern vorgestellte Gutachten einen umfassenden Strukturwandel in der deutschen Krankenhauslandschaft an. Während beispielsweise skandinavische Länder wie Dänemark mit dem konsequenten Setzen auf Exzellenz in Europa Maßstäbe setzen, hinkt der deutsche Gesundheitsstandort auch an dieser Stelle weit hinterher. Kleinstkliniken binden Ressourcen und können die notwendige ärztliche Qualität auch deshalb nicht liefern, weil es gar nicht genügend Ärzte gibt. Gleiches gilt für das Pflegepersonal: Während Kliniken sich im Konkurrenzkampf um Pflegerinnen und Pfleger fast überbieten, ist der Ausweg aus diesem Dilemma eigentlich offensichtlich: „‘Exzellenz durch Konzentration und Spezialisierung’ heißt die Devise, mit der wir die Probleme im stationären Bereich angehen und auch lösen können“, so Dastych und Starke weiter.

„Es ist keine Überraschung, dass sich nun direkt die Deutsche Krankenhausgesellschaft zu Wort meldet und den Untergang des Abendlandes in der Versorgung proklamiert. Doch weit gefehlt: Aus Ländern mit einer stationären Versorgung, die auf Exzellenz und Spezialisierung setzt, wissen wir, dass die Versorgung besser wird und die Gefahr, zum Beispiel an einem Herzinfarkt zu sterben, viel geringer ist als in Deutschland.

Was es braucht, ist Konsequenz: Wir fordern Bundesgesundheitsminister Spahn auf, nun die notwendigen Schlüsse zu ziehen und das Problem konsequent anzugehen. In Deutschland müssen wir nachhaltig die ambulante Versorgung fördern, denn die ist wohnortnah. Und die stationäre Versorgung gehört in vernünftig aufgestellte Regelversorgung, ergänzt durch Großkliniken für spezialisierte Fälle.

Patienten in Deutschland müssen sich darauf verlassen können, dass sie im Krankenhaus ihrer Wahl gut behandelt werden. Und das ist nur möglich, wenn kleine und unterbesetzte Häuser nun bald geschlossen werden, denn Kliniken, in denen moderne medizinische Standards in Therapie und Diagnostik nicht erfüllt werden können, schaden den Patienten sogar. Nicht die räumliche Nähe ist entscheidend, sondern die Qualität.“

Auch die ARD hat gestern breit über das Thema informiert. Unter dem Titel „Krankenhäuser schließen – Leben retten?“ findet sich ein sehenswerter Beitrag zur Studie. Er ist in der Mediathek der ARD abrufbar.

zuletzt aktualisiert am: 16.07.2019

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