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Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) informiert Medienvertreter direkt und aktuell über relevante Neuigkeiten rund um die ambulante Versorgung in Hessen – durch Pressemitteilungen und -konferenzen.

KVH und Kinder- und Jugendärzte gegen Impfungen in Impfzentren

Entschieden lehnen die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) und der hessische Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) die Pläne der hessischen Landesregierung ab, Impfungen gegen das Coronavirus in den regionalen Impfzentren zu organisieren. Viel mehr als bei Erwachsenen sei bei der Impfung von Kindern und Jugendlichen eine individuelle Abwägung und eine Beratung rund um die Impfung notwendig, und dies könne von den Impfzentren nicht geleistet werden.

„So sehr wir verstehen, dass die Herdenimmunität in unserem Land ein wichtiges Ziel ist und dies mit unserer Urlaubsimpfaktion ja auch unterstützen, so viel größer sind an dieser Stelle die Bedenken, wenn es um die Impfung von Kindern und Jugendlichen im Alter von zwölf Jahren bis zum vollendeten 15. Lebensjahr geht“, erklären die Vorstandsvorsitzenden der KVH, Frank Dastych und Dr. Eckhard Starke, am 19. Mai 2021 in Frankfurt.

„Bei Kindern ist viel stärker als bei Erwachsenen das individuelle Impfrisiko gegen den vermeintlichen kollektiven Nutzen abzuwägen. Und dazu sind die Impfzentren weder inhaltlich noch strukturell in der Lage.“

In Hessen gehören rund 200.000 Kinder zum Alterscluster der 12- bis 15-Jährigen, die nach der demnächst zu erwartenden Zulassung des Impfstoffs von BioNTech/Pfizer für eine Impfung in Frage kämen.

Dr. Burkhard Voigt, stellvertretender Vorsitzender des BVKJ in Hessen, ergänzt:

„Wir brauchen an dieser Stelle mehr als bei den Erwachsenen, nämlich eine fundierte Erläuterung der Ständigen Impfkommission (StiKo) dazu, warum eine Massenimpfung von Kindern sinnvoll ist. Kinder haben bekanntlich ein nur sehr geringes Risiko, ernsthaft an COVID-19 zu erkranken, und sie sind entgegen der landläufigen Meinung – dies zeigen sowohl Studien als auch unsere klinische Beobachtung in unseren Praxen – keineswegs Superspreader in der Pandemie. Impfungen von Kindern in dem anonymen Setting eines Impfzentrums durchzuführen, ist eine abwegige Idee.“

KV-Vorstand und Berufsverband empfehlen den Eltern der Kinder deshalb dringend, auf die vertrauten Kinder- und Jugendärzte beziehungsweise Hausärzte zuzugehen, falls sie ihre Kinder impfen lassen wollen.

„Nur dort ist sichergestellt, dass das Wohl der Kinder und Jugendlichen bei der Abwägungsfrage pro und contra Impfung im Vordergrund steht. Wir glauben nicht, dass die hessische Landesregierung an dieser Stelle gut beraten ist, den bisherigen Konsens bei Impfungen von Kindern und Jugendlichen infrage zu stellen.“

zuletzt aktualisiert am: 19.05.2021

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