Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) informiert Medienvertreter direkt und aktuell über relevante Neuigkeiten rund um die ambulante Versorgung in Hessen – durch Pressemitteilungen und -konferenzen.

Homöopathie-Verordnung

„So okay?“ – „Eher nicht, Herr Spahn!“

Mit Unverständnis haben die Vorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH), Frank Dastych und Dr. Eckhard Starke, heute in Frankfurt die Entscheidung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kommentiert, Homöopathie auch weiterhin zulasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnen zu lassen.

„Der Solidargemeinschaft entsteht damit ein wirtschaftlicher Schaden von 20 Millionen Euro pro Jahr und mehr.“

Dazu die Vorstandsvorsitzenden: „Es ist erstaunlich, mit welcher Larmoyanz Herr Spahn über diesen nicht gerade geringen Betrag hinweggeht. Dabei dürfte in Deutschland mittlerweile jedes Kind wissen, dass es für die Wirksamkeit homöopathischer Behandlungen keinerlei wissenschaftlichen oder evidenzbasierten Beleg gibt. Es handelt sich also im wahrsten Sinne des Wortes um eine Glaubensfrage, manche nennen es schlicht Humbug. Wer daran glauben will, soll dies gerne tun, dann allerdings nicht auf Kosten der Solidargemeinschaft, deren Ausstattung bekanntlich nicht gut genug ist, um zum Beispiel ambulante ärztliche Leistung ohne Budgetierung zu bezahlen. Und besonders pikant ist die Tatsache, dass Herr Spahn vor kurzem unserer Forderung nach Abschaffung der Wirtschaftlichkeitsprüfungen, zum Beispiel bei der Verordnung von Arzneimitteln, eine klare Absage erteilt hat und gleichzeitig an dieser Stelle überaus großzügig ist. Herr Spahn hat Recht, wenn er 20 Millionen Euro im Vergleich zu Gesamtausgaben von 40 Milliarden Euro für Arzneimittel für einen eher geringen Betrag hält.

Doch hier geht es ums Prinzip: Im Gesundheitswesen gibt es nach wie vor nichts zu verschenken und Behandlungen, für die es keinen erwiesenen Nutzen gibt, müssen Privatvergnügen sein und haben deshalb in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) nichts zu suchen.“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte die Frage, ob eine Erstattung von Kosten für homöopathische Behandlung im Rahmen der GKV zu vertreten sei, gestern in Berlin mit einem „das ist so okay“ beantwortet.

zuletzt aktualisiert am: 18.09.2019

Ansprechpartner

Karl Matthias Roth

Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Stabsstelle Kommunikation
Pressesprecher

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-6995
karl.roth(at)kvhessen(.)de

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