Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) informiert Medienvertreter direkt und aktuell über relevante Neuigkeiten rund um die ambulante Versorgung in Hessen – durch Pressemitteilungen und -konferenzen.

Diskussion zur falschen Zeit und am falschen Ort

Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) hat mit Verwunderung auf die Aussagen des Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Dr. Andreas Gassen, zur aktuellen Lockdown-Strategie reagiert.

Eine Diskussion darüber, ob der Lockdown eine langfristige und richtige Strategie im Kampf gegen SARS-CoV-2 sei, ist für die Vorstandsvorsitzenden der KVH, Frank Dastych und Dr. Eckhard Starke, zum jetzigen Zeitpunkt vollkommen deplatziert und kontraproduktiv. Stattdessen sei es wichtig und richtig, den Menschen zu sagen, dass sie sich auch in dieser schwierigen Zeit auf die ambulante Versorgung verlassen können.

„Mit Blick auf die gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland getätigten Aussagen von Herrn Dr. Gassen muss man wohl sagen: ‚Wenn du geschwiegen hättest, wärst du ein Philosoph geblieben.‘ Zum jetzigen Zeitpunkt eine Diskussion darüber zu führen, ob der harte Lockdown die richtige Strategie im Kampf gegen die hohen Infektionszahlen ist, ist aus unserer Sicht alles andere als glücklich. Es ist Wasser auf die Mühlen der ohnehin bereits mehr als genügend vorhandenen Zweifler und sorgt bei den Menschen für Verunsicherung. Das kann nicht der richtige Weg sein. Stattdessen gilt es, den Menschen zu versichern, dass sie sich auch in Zeiten der Pandemie auf die Versorgung – und hier insbesondere auf die ambulante Versorgung – verlassen können. Das erwarten die Menschen und das können sie auch. Hier liegt in allererster Linie auch die Aufgabe der ärztlichen Selbstverwaltung.

Nicht besonders hilfreich sind dabei im Übrigen auch die beinahe täglich in irgendwelchen Fernsehformaten zu sehenden ‚Regierungserklärungen‘ medial überpräsenter ‚Experten‘, die sich teils zu Propheten der Apokalypse hochstilisiert haben und ohne Zweifel von dem gleichen Geltungsbedürfnis treiben lassen, das sie anderen vorwerfen. Auch Horrorbotschaften, zum Beispiel über eine Triage, aus mehr oder weniger gut belegten Krankenhäusern dienen nicht der Sache. Vor diesem Hintergrund möchten wir auch einmal betonen, dass wir die in Regierungsverantwortung stehenden Personen in Hessen und Berlin durchweg als verantwortungsvoll handelnde Politiker wahrnehmen, die, weil sie denen zuhören, die sich auskennen, auch richtigerweise über Strategien entscheiden.

Aus Sicht der KVH ist der gewählte Weg des harten Lockdowns jedenfalls richtig und derzeit alternativlos. Das Coronavirus wird uns auch in den nächsten Wochen und Monaten vor große Herausforderungen stellen. Diese können wir nur bewältigen, wenn wir uns unterhaken und an einem Strang ziehen – und zwar in die gleiche Richtung.

Diskussionen wie von Herrn Dr. Gassen angestoßen sollten wir uns daher sparen und die kommenden Tage und Wochen dazu nutzen, Vertrauen aufzubauen, Rücksicht aufeinander zu nehmen und die eigene Profilierung im Sinne einer erfolgreichen Pandemiebekämpfung hintenanzustellen“, so Frank Dastych und Dr. Eckhard Starke.

zuletzt aktualisiert am: 18.12.2020

Ansprechpartner

Karl Matthias Roth

Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Stabsstelle Kommunikation
Pressesprecher

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

karl.roth(at)kvhessen(.)de

Ansprechpartner

Alexander Kowalski

Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Stabsstelle Kommunikation
stv. Pressesprecher

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

alexander.kowalski(at)kvhessen(.)de

Ihre Downloads ()

Ihre gesammelten Downloads können Sie jetzt komfortabel mit einem Klick herunterladen.

Alle herunterladen