Ein Mann bedient eine professionelle Kamera. Im Bildschirm der Kamera ist eine Pressekonferenz zu sehen.

Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) informiert Medienvertreter direkt und aktuell über relevante Neuigkeiten rund um die ambulante Versorgung in Hessen – durch Pressemitteilungen und -konferenzen.

KVH: Scharfe Kritik an Corona-Beschluss von Bund und Ländern

Der Beschluss von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsident:innen der Länder, wonach der Bund die Kosten für Corona-Schnelltests ab dem 11. Oktober 2021 nur noch bei Personen übernimmt, die entweder aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können oder für die es keine Impfempfehlung gibt, stößt bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) auf herbe Kritik. Dazu der Vorstandsvorsitzende der KVH, Frank Dastych, heute in Frankfurt:

„Der Bund-Länder-Beschluss zum Aus der kostenlosen Corona-Schnelltests ist ein ebenso verzweifelter wie untauglicher Versuch, die seit Wochen stagnierende Impfkampagne zu retten, indem nun zunehmend (Kosten-)Druck auf die bisher ungeimpften Bürgerinnen und Bürger ausgeübt wird. Ein Schritt, der natürlich nur deshalb notwendig ist, weil die Impfstoffe viel zu spät in ausreichenden Mengen zur Verfügung standen.

Dass diesen Druck insbesondere die weniger gut situierten Menschen zu spüren bekommen, ist offensichtlich, denn wer über entsprechende finanzielle Mittel verfügt, wird es sich im wahrsten Sinne des Wortes selbstverständlich auch über den 11. Oktober 2021 hinaus leisten können, nicht geimpft zu sein.

Durchaus fraglich also, ob sich die Impfquote signifikant erhöhen wird. Darüber hinaus treffen der Beschluss und insbesondere die Ausnahmeregelungen für Patientinnen und Patienten mit Allergien, Immunschwächen sowie chronischen, hämatologischen oder onkologischen Erkrankungen, die nicht geimpft werden können, und Kinder, für die es keine allgemeine Impfempfehlung gibt, natürlich auch wieder einmal die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte. Diesen drohen nämlich Hunderte, wenn nicht Tausende Gespräche und Diskussionen mit Patientinnen und Patienten, die meinen, wegen ihrer „anderweitigen“ Erkrankung nicht geimpft werden zu können. Schließlich möchten sie ja weiterhin den Vorteil kostenloser Schnelltests in Anspruch nehmen.

Für die Praxen bedeutet das einen enormen, nicht vergüteten Mehraufwand – wieder einmal. Kurzum: Die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen werden in diesem Konstrukt – ohne Rücksicht auf Verluste – instrumentalisiert, entweder um weiterhin kostenlose Test zu ermöglichen oder um doch noch irgendwie die Impfquote zu erhöhen.

Dabei tun unsere Mitglieder jetzt schon alles, um noch nicht geimpfte Menschen individuell anzusprechen und zu überzeugen. Für nutzlose Diskussionen um Anti-Impfatteste ist da keine Zeit. Oder die Gesundheitsämter sollen die Bescheinigungen bzw. Bezugsscheine ausstellen, damit diese Personen weiterhin kostenlose Schnelltests machen können.“

 

zuletzt aktualisiert am: 13.08.2021

Ansprechpartner

Karl Matthias Roth

Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Stabsstelle Kommunikation
Pressesprecher

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 247416995
karl.roth(at)kvhessen(.)de

Ansprechpartner

Alexander Kowalski

Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Stabsstelle Kommunikation
stv. Pressesprecher

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 247416996
alexander.kowalski(at)kvhessen(.)de

Ihre Downloads ()

Ihre gesammelten Downloads können Sie jetzt komfortabel mit einem Klick herunterladen.

Alle herunterladen