Ein Mann bedient eine professionelle Kamera. Im Bildschirm der Kamera ist eine Pressekonferenz zu sehen. © Judith Scherer

Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) informiert Medienvertreter direkt und aktuell über relevante Neuigkeiten rund um die ambulante Versorgung in Hessen – durch Pressemitteilungen und -konferenzen.

Neuer Standort ÄBD Bad Nauheim

In die Diskussion um den Standort des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes (ÄBD) in Bad Nauheim kommt nach einem Spitzengespräch des Gesundheitszentrums Wetterau (GZW) und der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH), in dem die jeweiligen Interessenlagen intensiv erörtert und gegeneinander abgewogen wurden, Bewegung. Zu dem Gespräch trafen sich vor Kurzem GZW-Geschäftsführer Dr. Dirk M. Fellermann, der Obmann des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes, Marc de Groote, sowie der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KVH, Dr. Eckhard Starke.

Im Anschluss an das Gespräch erklärte Dr. Starke, der KVH seien „verschiedene Aspekte wichtig: Zum einen geht es natürlich zuerst um eine optimale Patientenversorgung bzw. eine Perspektive dafür. Die gibt es im Moment aus unserer Sicht am Klinikum nicht, denn in einer jahrelangen Bauphase wie die, vor der das Klinikum jetzt steht, ist die Behandlung von Akutpatienten nicht gut möglich, abgesehen davon, dass es aus unserer Sicht schon vorher Mängel an den Räumlichkeiten gab beziehungsweise gibt.

Deshalb gilt im Moment, dass der beschlossene Umzug in die Räumlichkeiten in der Stadt alternativlos ist. Aber dieser Zustand kann sich ja ändern.“

Dr. Fellermann wies darauf hin, dass ebenso wie ein Teil der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in der westlichen Wetterau die GZW als Trägerin der regionalen stationären Gesundheitsversorgung die Verlegung des ÄBD Bad Nauheim vom Hochwaldkrankenhaus weg nach wie vor kritisch sehe. „Die enge Verzahnung der ambulanten und stationären Notfallversorgung hat sich in den letzten Jahren bewährt und sollte nach unserer Meinung nicht aufgegeben werden. Während der Pandemie hätten wir alle gerne mehr Raum gehabt, der aber nicht verfügbar war“, erklärte Dr. Fellermann.

Er begrüßte deshalb die Stellungnahme von Dr. Starke, wonach die KVH grundsätzlich die Philosophie verfolge, „dass im Sinne einer optimalen Versorgung der Patientinnen und Patienten die Ansiedlung einer Zentrale an einem Klinikum für alle Beteiligten viele Vorteile haben kann – und dies gilt sicher auch für Bad Nauheim.

Wenn also die räumlichen Probleme, die es derzeit in Bad Nauheim gibt, im Rahmen des Umbaus der Klinik für uns zufriedenstellend gelöst werden und es auch eine zeitliche Verbindlichkeit gibt, ist auch eine Rückkehr ans Klinikum die gewünschte Option. Diese haben wir bisher übrigens nie ausgeschlossen“, wie Dr. Starke betonte.

„Eine Einbeziehung in die Baupläne des Neubauvorhabens unter Berücksichtigung des zukünftigen Raumbedarfes des ÄBD wird von uns ebenso verfolgt wie die Erstellung eines tragfähigen Konzepts, welches die Versorgungslage auch in Ausnahmezeiten wie einer Pandemie sicherstellt“, so Dr. Fellermann.

Die Beteiligten haben überdies beschlossen, weiterhin im Gespräch zu bleiben, um die notwendigen Überlegungen und Entscheidungen vertrauensvoll abzustimmen beziehungsweise einander darüber zu informieren. Der nächste Gedankenaustausch soll schon im Mai 2022 stattfinden.

zuletzt aktualisiert am: 07.04.2022

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