Wie viele Ärzte und Psychotherapeuten eine Zulassung zur Versorgung von gesetzlich versicherten Patienten erhalten, ist vom Gesetzgeber in der Bedarfsplanung strikt geregelt: Sie soll die vertragsärztliche Versorgung im Bundesland sicherstellen und gewährleistet, dass sich dort ausreichend und flächendeckend Ärzte und Psychotherapeuten niederlassen können. Gleichzeitig verhindert sie, dass sich zu viele Ärzte einzelner Fachrichtungen an bestimmten Standorten niederlassen.

Bedarfsplan: Wie viele Ärzte braucht das Land?

Die Bedarfsplanung ist sozusagen die Arbeitsgrundlage für den Zulassungsausschuss Hessen, der Vertragsärzte, Psychologische Psychotherapeuten und Medizinische Versorgungszentren (MVZ) im Bundesland Hessen zulassen muss, bevor sie gesetzlich krankenversicherte Patienten behandeln dürfen.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) erklärt die Bedarfsplanung leicht verständlich, unter anderem in einer Broschüre.

Bedarfsplanungs-Richtlinien

Die Bedarfsplanungs-Richtlinien werden vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) erlassen. Sie legen die Verhältniszahlen fest und wie viele Vertragsärzte gebraucht werden. Im Einzelnen regeln sie

  • die vertragsärztliche sowie psychotherapeutische Bedarfsplanung
  • die Feststellung einer Überversorgung in einer Region
  • die Beurteilung einer drohenden oder bestehenden Unterversorgung
  • Sonderbedarfsfeststellungen sowie
  • die hausärztliche und fachärztliche Versorgungsstruktur

Aufgabe der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) ist es, die Bedarfspläne aufzustellen und sie an die Entwicklung anzupassen (§ 99 SGB V). Dazu weisen sie Planungsbereiche aus, die jeweils das Gebiet einer kreisfreien Stadt, eines Landkreises oder einer Kreisregion umfassen. In diesen Planungsbereichen wird für jedes ärztliche Fachgebiet eine Verhältniszahl festgelegt, also die Relation „Einwohner je Arzt“. Beispielsweise betreut ein Augenarzt im Durchschnitt 300 gesetzlich Krankenversicherte.

Verhältniszahlen bilden die Grundlage für die Berechnung des Versorgungsgrades und somit auch für die Feststellung einer Über- oder Unterversorgung in einem Planungsbereich. Wenn beispielsweise die tatsächliche Arztdichte die festgelegte Verhältniszahl um zehn Prozent übersteigt, so wird im Planungsbereich für diese Arztgruppe eine Überversorgung festgestellt und der Bereich wird für weitere Niederlassungen von Ärzten dieser Fachrichtung gesperrt. In bestimmten Fällen sind Sonderbedarfszulassungen durch den Zulassungsausschuss Hessen möglich.

Bedarfsplan 2017 (Hessen)

Der aktuell gültige Bedarfsplan wurde im Jahr 2017 von der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) sowie den Landesverbänden der Krankenkassen und den Ersatzkassen einvernehmlich beschlossen. Dabei wurden regionale Besonderheiten angepasst. So wurden unter anderem hausärztliche Planungsbereiche in einzelnen Regionen neu zugeschnitten, um feiner planen und den Versorgungsanforderungen gerade in ländlichen Gebieten besser gerecht werden zu können (siehe Kapitel 2.2 „Systematische Abweichungen von der Bundesrichtlinie“).

Der Hessische Bedarfsplan ist drei Jahre gültig. Unter bestimmten Voraussetzungen kann er vorzeitig angepasst werden, beispielsweise bei neuen Erkenntnissen oder Sachlagen, die weitere regionale Besonderheiten belastbar aufzeigen.

Die aktuelle Bedarfsplanung setzt die reformierte und zum 1. Januar 2013 in Kraft getretene Bedarfsplanungs-Richtlinie um. Der G-BA ist damit dem Auftrag des Gesetzgebers nach §§ 92 Abs. 1 Satz 2 Nr. 9 und 101 SGB V nachgekommen. Demzufolge sollte die Bedarfsplanung zielgenauer werden und den regionalen Besonderheiten Rechnung tragen, indem die Länder mehr Möglichkeiten erhalten, sie flexibel anzuwenden.

Warteliste für Niederlassungsinteressierte

Sie möchten sich niederlassen oder angestellt in einer vertragsärztlichen Praxis arbeiten und haben bereits einen Zulassungsantrag gestellt? Dann tragen Sie sich rechtzeitig in die Warteliste für den beantragten Planungsbereich ein.

Aktuelle Zulassungsbeschränkungen

Die Geschäftsstelle des Landesausschusses ist bei der KVH (Team Bedarfsprüfung) angesiedelt.

Der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen in Hessen hat am 12. April 2018 unter Zugrundelegung des Arztstandes 1. März 2018 und auf Basis der Bedarfsplanungs-Richtlinie 2012 einen Beschluss zur Anordnung und Aufhebung von Zulassungsbeschränkungen gefasst. Darüber hinaus hat er gemäß § 103 Absatz 1 Satz 3 SGB V festgestellt, dass der allgemeine bedarfsgerechte Versorgungsgrad um maximal 40 Prozent überschritten werden darf. Die rechtlich wirksame Bekanntmachung des Beschlusses erfolgte in der Ausgabe des Hessischen Ärzteblatts im Juni 2018.

Der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen in Hessen hat am 14.12.2017 unter Zugrundelegung des Arztstandes 1. Oktober 2017 und auf Basis der Bedarfsplanungs-Richtlinie 2012 einen Beschluss zur Anordnung und Aufhebung von Zulassungsbeschränkungen gefasst. Darüber hinaus hat der Landesausschuss gemäß § 103 Abs. 1 Satz 3 SGB V festgestellt, dass der allgemeine bedarfsgerechte Versorgungsgrad um maximal 40 Prozent überschritten werden darf. Die rechtlich wirksame Bekanntmachung des Beschlusses erfolgte in der Ausgabe des Hessischen Ärzteblatts im Februar 2018.

zuletzt aktualisiert am: 19.11.2018

Freie Sitze

Ärzte und Psychotherapeuten können sich für Sitze in Hessen bewerben. Das geht ganz einfach mit der Übersicht der freien Sitze in Hessen.

Ansprechpartner

info.line

Mo – Fr: 7 – 17 Uhr

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-7777
Fax 069 24741-68826
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