Die Bundesregierung hat mit dem Versorgungsstärkungsgesetz festgelegt, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen in Deutschland regional Terminservicestellen (TSS) einrichten müssen, um Patienten mit dringender Überweisung innerhalb von vier Wochen einen Termin beim Facharzt zu vermitteln. Dafür müssen Vertragsärzte und -psychotherapeuten in Hessen freie Termine an den eTerminservice melden.

TSS für Praxen: Termine melden ganz einfach

Aktuell keine Terminvermittlung möglich

Wegen Corona ist bis auf Weiteres leider keine Terminvermittlung über die Terminservicestelle (TSS) möglich. Alle Mitarbeiter, die normalerweisen die Termine in Hessen wie auf dieser Seite beschrieben koordinieren, helfen zurzeit dabei, die Fragen der Bürgerinnen und Bürger rund um das Coronavirus zu beantworten und die entsprechenden Tests koordinieren. Wir bitten um Verständnis und Mithilfe, mit der Coronakrise bestmöglich umzugehen.

Im Januar 2016 haben die Kassenärztlichen Vereinigungen in Deutschland regional so genannte Terminservicestellen (TSS) eingerichtet. Sie vermitteln Patienten mit einer dringenden Überweisung innerhalb von vier Wochen einen Termin beim Haus- oder Facharzt (innerhalb von zwei Wochen einen Akutbehandlungstermin beim Psychotherapeuten).

Ab dem 1. Januar 2020 ist die TSS der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) 24/7, also 24 Stunden täglich an sieben Tagen pro Woche, unter der Rufnummer 116117 erreichbar. Darüber hinaus können Patienten ab dem 1. Januar Termine online unter www.eterminservice.de und über die 116117.app buchen. Das Angebot wird außerdem um die Vermittlung von TSS-Akutfällen erweitert.

Ein Patient mit einem so genannten TSS-Akutfall muss einen Termin innerhalb von 24 Stunden (spätestens bis zum Ende des Folgetages) in einer Praxis erhalten. Diese Fälle werden durch den Einsatz des Standardisierten medizinischen Ersteinschätzungsverfahrens (SmED) festgelegt und benötigen keine Überweisung.
Die KVH hat aus diesem Grund die Ärzten und Psychotherapeuten bereits geläufigen Terminmeldungen um die Meldung von Akutterminen erweitert.

Das leistet die TSS

Die Einrichtung und Leistung der TSS hat die Bundesregierung mit dem Versorgungsstärkungsgesetz und der Anlage 28 Bundesmantelvertrag Ärzte (BMV-Ä) festgelegt und durch das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) ergänzt.

Gesetzlich versicherte Patienten können die TSS nutzen und

  • bekommen innerhalb einer Woche nach Kontaktaufnahme einen möglichen Termin mitgeteilt.
  • warten maximal vier Wochen bis zum Termin; zwei bei Akutbehandlung (Psychotherapie).
  • haben keinen Anspruch auf Termine bei bestimmten Ärzten/Therapeuten (kein „Wunscharzt“).
  • müssen bis zu 90 Kilometer Anfahrt in Kauf nehmen (Wohnort).
  • erhalten einen Termin im Krankenhaus, falls die TSS nicht rechtzeitig vermitteln kann.

Vor dem Anruf bei der TSS fragen Patienten am besten zuerst bei ihrem Wunscharzt oder -therapeuten an und versuchen, dort einen Termin zu bekommen. Alle Ärzte und Psychotherapeuten, die in Hessen gesetzlich Versicherte behandeln, finden sie in der Arztsuche Hessen. Die TSS berät nicht zu medizinischen Fragestellungen.

Die TSS vermittelt Patienten dringende Termine sowie Termine für Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern („U-Untersuchungen“), wenn das Kind sich in der Toleranzgrenze befindet. Patienten benötigen für den Anruf bei der TSS ihre Versichertenkarte sowie die für die Untersuchung nötigen Unterlagen.

Für Kontroll- und Routineuntersuchungen kann die TSS keine Termine vermitteln. Wer Termine für Dritte ausmachen möchte, braucht dafür eine beglaubigte Vollmacht (das Bürgeramt gibt Auskunft über Beglaubigungen).

Die TSS vermittelt Patienten dringende Termine. Patienten benötigen für den Anruf bei der TSS ihre Versichertenkarte, die für die Untersuchung nötigen Unterlagen sowie die Überweisung des Hausarztes mit Kennzeichnung für die Dringlichkeit durch den so genannten Überweisungscode (Ausnahme: für Termine bei Augenärzten und Gynäkologen ist keine Überweisung erforderlich).

Für Kontroll- und Routineuntersuchungen kann die TSS keine Termine vermitteln. Wer Termine für Dritte ausmachen möchte, braucht dafür eine beglaubigte Vollmacht (das Bürgeramt gibt Auskunft über Beglaubigungen).

Die TSS vermittelt Patienten Termine zur psychotherapeutischen Sprechstunde sowie zur Akutbehandlung oder probatorischen Sitzung. Patienten benötigen für den Anruf bei der TSS ihre Versichertenkarte sowie die für die Untersuchung nötigen Unterlagen. Zur Akutbehandlung oder probatorischen Sitzung benötigen Patienten außerdem das vom Psychotherapeuten beispielsweise in der Sprechstunde ausgefüllte Formular PTV11 mit Kennzeichnung für die Dringlichkeit (Überweisungscode).

Die TSS kann lediglich Ersttermine vermitteln (keine festen Therapieplätze). Wer Termine für Dritte ausmachen möchte, braucht dafür eine beglaubigte Vollmacht (das Bürgeramt gibt Auskunft über Beglaubigungen).

Das leisten die Praxen in Hessen

Alle Haus- und Fachärzte (auch Kinder- und Jugendärzte) sowie Therapeuten

  • müssen der KVH Termine über den eTerminservice melden (auch für U-Untersuchungen): mindestens ein bis zwei Termine pro Arzt und Monat (je nach Fachrichtung und Nachfrage), bei Psychotherapeuten 50 Minuten Sprechstunde pro Woche, 50 Minuten Akutbehandlung pro Quartal und 50 Minuten Probatorik pro Monat).
  • müssen durch die TSS vergebene Termine freihalten (auch dann, wenn der Patient den Termin nicht bestätigt hat).
  • kennzeichnen TSS-Behandlungsfälle in ihrer Abrechnung (für die extrabudgetäre Vergütung).
  • erhalten Honorarzuschläge für TSS-Fälle gestaffelt nach Wartezeit (seit September 2019).
  • hinterlegen im eTerminservice unter dem Punkt Praxisdaten ihre Kontaktdaten (mindestens E-Mail) und bestätigen diese (Double-Opt-in). Nur so erfahren sie, welche Termine gebucht oder abgesagt wurden.

Termine melden leicht gemacht: Schauen Sie sich die eTerminservice Benutzeranleitung an.

Überweisung für die TSS: so geht's

  • Haben Sie einen Fall für die TSS, bringen Sie auf der Überweisung einen Überweisungscode auf. Der Code verdeutlicht, dass es sich um eine dringliche Überweisung handelt.
  • Überweisungscodes laden Sie entweder im eTerminservice herunter (ausdrucken oder als Datei auf dem Praxisrechner speichern) oder generieren Sie mit Ihrem Praxisverwaltungssystemen (PVS) bei der Überweisungsausstellung (das können noch nicht alle PVS).

(K)ein Fall für die TSS!?

Bagatellerkrankungen sind kein Fall für die TSS: Eine Bagatellerkrankung liegt vor, wenn ein Zuwarten von mehr als vier Wochen hingenommen werden kann. Bitte erklären Sie dies Ihren Patienten, sollten sie fragen, warum Sie keine dringende Überweisung ausstellen.

Verschiebbare Untersuchungen sind insbesondere

  • Früherkennungsuntersuchungen,
  • Verlaufskontrollen bei medizinisch nicht akuten Erkrankungen,
  • Untersuchungen zur Feststellung der körperlichen oder psychischen Leistungsfähigkeit.
zuletzt aktualisiert am: 20.12.2019

Termine melden

Mitglieder der KVH melden Termine über das KV SafeNet*-Portal.  Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) erklärt in Videos, wie Praxen sich im eTerminservice anmelden und ihr Praxisprofil definieren können. Im SafeNet*-Portal der KVH stehen Ihnen nach dem Login in der linken Spalte unter dem Menüpunkt eTerminservicestelle Anleitungen zur Verfügung (Anleitung zur Terminmeldung und Anleitung zur Terminmeldung für Psychotherapeuten).

Ansprechpartner

info.line

Mo – Fr: 7 – 17 Uhr

Tel 069 24741-7777
Fax 069 24741-68826
info.line(at)kvhessen(.)de

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