Zwei Patienten sitzen in einem Wartezimmer. Einer schaut auf sein Mobiltelefon.

Die Bundesregierung hat mit dem Versorgungsstärkungsgesetz festgelegt, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen in Deutschland regional Terminservicestellen (TSS) einrichten müssen, um Patienten mit dringender Überweisung innerhalb von vier Wochen einen Termin beim Facharzt zu vermitteln. Dafür müssen Vertragsärzte und -psychotherapeuten in Hessen freie Termine an den eTerminservice melden.

TSS für Praxen: Termine melden ganz einfach

Die Kassenärztlichen Vereinigungen in Deutschland betreiben regional so genannte Terminservicestellen (TSS). Sie vermitteln Patienten mit einer dringenden Überweisung innerhalb von vier Wochen einen Termin beim Haus- oder Facharzt.

Patienten können das Angebot auch online unter www.eterminservice.de oder über die 116117.app nutzen. 

Die TSS kann, sofern das Anliegen als TSS-Akutfall eingestuft wird – auf Grundlage eines bundesweit einheitlichen, standardisierten Ersteinschätzungsverfahrens – eine Vermittlung innerhalb von 24 Stunden veranlassen. Damit wird eine unmittelbare ärztliche Versorgung in der medizinisch gebotenen Versorgungsebene erreicht. 

Das leistet die TSS

Die TSS unterstützt gesetzlich versicherte Patienten bei der Suche nach einem Termin bei Haus-, Kinder- und Jugendärzten sowie Fachärzten und Psychotherapeuten in Hessen. Für einen Facharzttermin benötigen sie in der Regel eine Überweisung, auf der die Dringlichkeit mittels eines Überweisungscode bestätigt wird.

Gesetzlich versicherte Patienten können die TSS nutzen und

  • warten maximal vier Wochen bis zum Termin
  • wenn sie ein PTV-11-Formular zur Akutbehandlung zum Ende einer Psychotherapeutischen Sprechstunde erhalten haben, warten sie maximal zwei Wochen 
  • haben keinen Anspruch auf Termine bei bestimmten Ärzten/Therapeuten (kein „Wunscharzt“)
  • müssen eine gesetzlich vorgegebene Entfernung zum Wohnort in Kauf nehmen
  • erhalten einen Termin im Krankenhaus, falls die TSS nicht rechtzeitig vermitteln kann

Vor dem Anruf bei der TSS kontaktieren Patienten am besten zuerst ihren Wunscharzt oder -therapeuten und versuchen, dort einen Termin zu bekommen. Alle Ärzte und Psychotherapeuten, die in Hessen gesetzlich Versicherte behandeln, finden sie unter: Arztsuche Hessen. Die TSS berät nicht zu medizinischen Fragestellungen.

Die TSS vermittelt Patienten dringende Termine sowie Termine für Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern („U-Untersuchungen“), wenn das Kind sich innerhalb der Toleranzgrenze befindet. Patienten benötigen für den Anruf bei der TSS ihre Versichertenkarte sowie die für die Untersuchung nötigen Unterlagen.

Für Kontroll- und Routineuntersuchungen kann die TSS keine Termine vermitteln.

Die TSS vermittelt Patienten dringende Termine. Patienten benötigen für den Anruf bei der TSS ihre Versichertenkarte, die für die Untersuchung nötigen Unterlagen sowie die Überweisung des Hausarztes mit Kennzeichnung für die Dringlichkeit durch den so genannten Überweisungscode (Ausnahme: für Termine bei Augenärzten und Gynäkologen ist keine Überweisung erforderlich).

Für Kontroll- und Routineuntersuchungen kann die TSS keine Termine vermitteln.

Die TSS vermittelt Patienten Termine zur Psychotherapeutischen Sprechstunde sowie zur Akutbehandlung oder Probatorischen Sitzung. Patienten benötigen für den Anruf bei der TSS ihre Versichertenkarte sowie die für die Untersuchung nötigen Unterlagen. Zur Akutbehandlung oder Probatorischen Sitzung benötigen Patienten außerdem das vom Psychotherapeuten beispielsweise in der Sprechstunde ausgefüllte Formular PTV11 mit Kennzeichnung für die Dringlichkeit (Überweisungscode).

Die TSS kann lediglich Ersttermine vermitteln (keine festen Therapieplätze).

Das leisten die Praxen in Hessen

Alle Haus- und Fachärzte (auch Kinder- und Jugendärzte) sowie Therapeuten

  • müssen der KVH Termine über den eTerminservice melden (auch für U-Untersuchungen): mindestens ein bis zwei Termine pro Arzt und Monat (je nach Fachrichtung), bei Psychotherapeuten jeweils zwei 50-Minuten-Sprechstunden pro Monat, 50 Minuten Akutbehandlung pro Quartal und 50 Minuten Probatorik pro Monat).
  • müssen durch die TSS vergebene Termine freihalten (auch dann, wenn der Patient den Termin nicht bestätigt hat).
  • kennzeichnen TSS-Behandlungsfälle in ihrer Abrechnung (für die extrabudgetäre Vergütung).
  • erhalten Honorarzuschläge für TSS-Fälle gestaffelt nach Wartezeit (seit September 2019).
  • hinterlegen im eTerminservice unter dem Punkt Praxisdaten ihre Kontaktdaten (mindestens E-Mail) und bestätigen diese (Double-Opt-in). Nur so erfahren sie, welche Termine gebucht oder abgesagt wurden.

Termine melden leicht gemacht: Schauen Sie sich die eTerminservice Benutzeranleitung an.

Überweisung für die TSS: so geht's

  • Haben Sie einen Fall für die TSS, bringen Sie auf der Überweisung einen Überweisungscode auf. Der Code verdeutlicht, dass es sich um eine dringliche Überweisung handelt.
  • Überweisungscodes laden Sie entweder im eTerminservice herunter (ausdrucken oder als Datei auf dem Praxisrechner speichern) oder generieren Sie mit Ihrem Praxisverwaltungssystemen (PVS) bei der Überweisungsausstellung (das können noch nicht alle PVS).

(K)ein Fall für die TSS!?

Bagatellerkrankungen und verschiebbare Untersuchungen sind kein Fall für die TSS.

Eine Bagatellerkrankung liegt vor, wenn ein Zuwarten von mehr als vier Wochen hingenommen werden kann. Bitte erklären Sie dies Ihren Patienten, sollten sie fragen, warum Sie keine dringende Überweisung ausstellen.

Verschiebbare Untersuchungen sind insbesondere

  • Früherkennungsuntersuchungen,
  • Verlaufskontrollen bei medizinisch nicht akuten Erkrankungen,
  • Untersuchungen zur Feststellung der körperlichen oder psychischen Leistungsfähigkeit.

Sie stellen eine akute Erkrankung bei Ihrem Patienten fest und brauchen einen Facharzttermin innerhalb von 96 Stunden für ihn? In diesem Fall ist die TSS nicht zuständig. Sie kümmern sich selber um einen Termin bei dem geeigneten Facharzt und werden hierfür extrabudgetär vergütet. Sie geben dafür bei der Abrechnung neben der GOP (03008 bzw. 04008) die BSNR der Facharztpraxis mit an.

Hinweis: Auch der vermittelte Facharzt wird entsprechend extrabudgetär vergütet. Näheres hierzu entnehmen Sie der Praxis Info Spezial der KBV.

 

zuletzt aktualisiert am: 06.08.2021

Termine melden

Mitglieder der KVH melden Termine über das KV SafeNet*-Portal.  Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) erklärt in Videos, wie Praxen sich im eTerminservice anmelden und ihr Praxisprofil definieren können. Im SafeNet*-Portal der KVH stehen Ihnen nach dem Login in der linken Spalte unter dem Menüpunkt eTerminservicestelle Anleitungen zur Verfügung (Anleitung zur Terminmeldung und Anleitung zur Terminmeldung für Psychotherapeuten).

DSGVO – Termine über Dritte

Aufgrund der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) benötigt die TSS von Patienten eine Vollmacht oder die mündliche Einverständniserklärung, wenn ein Dritter einen Termin für sie vereinbaren möchte. Eine Vollmachtsvorlage finden Patienten auf der Patientenseite der Terminservicestelle.

Ansprechpartner

info.line

Mo – Fr: 7 – 17 Uhr

Tel 069 24741-7777
Fax 069 24741-68826
info.line(at)kvhessen(.)de

*KV-SafeNet steht nicht mit der Firma SafeNet, Inc., USA, in firmenmäßiger oder vertraglicher Verbindung.

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