Eine Frau klebt Haftzettel an eine Glaswand.

Ärzte und Psychotherapeuten, die in die eigene Praxis starten, haben viele Fragen an die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH). Die wichtigsten Infos dazu hat die KVH kompakt zusammengefasst.

Niederlassung: Start in die Praxis

Wenn Ärzte und Psychotherapeuten durch den Zulassungsausschuss die Genehmigung erhalten haben, ihre vertragsärztliche Tätigkeit aufzunehmen, ist vieles neu. Zuerst erhalten sie vom Team Arztregister der Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) ein Schreiben, mit welchem dieses ihnen ihre Betriebsstättennummer (BSNR) und die im Arztregister hinterlegten Praxis­daten mitteilt.

Zum Start haben Praxisinhaber viele Fragen und es gilt einiges zu beachten. Wichtige Hinweise, Informationen und Dokumente, die Sie für Ihre vertragsärztliche oder -psycho­therapeutische Tätigkeit benötigen, hat die KVH daher kompakt zusammengefasst.

Die Formulare, die Sie benötigen, stehen im Downloadbereich bereit.

Bitte senden Sie die ausgefüllten Formulare vollständig ausgefüllt zurück. Die Angaben sind die wichtige Voraussetzung, um an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen zu können.

Bei Fragen stehen Ihnen die Mitarbeiter des für Sie zuständigen BeratungsCenters gerne zur Verfügung.

Um eine reibungslose Abschlags- beziehungsweise Restzahlung zu gewährleisten, reichen Sie uns bitte Ihre Erklärung zur Bankverbindung ein. Bei Medizinischen Verorsorgungszentren (MVZ) ist die Mitteilung von dem Geschäftsführer zu unterschreiben.

Nach den Abrechnungsrichtlinien der KVH haben Sie Anspruch auf monatliche Abschlagszahlungen. Um diese berechnen zu können, benöti­gt die KVH

  • die Fallzusammenstellung
  • die aktuelle Leistungsübersicht (Gebührenordnungsnummer-Statistik)

Bitte reichen Sie keine patientenbezogenen Auswertungen ein. In Ihrem Praxisverwaltungssystem (PVS) sind diese Daten schnell zu ermitteln. Verwenden Sie dafür das Formular Abschlagszahlung.

Ärzte melden zusätzlich ihre aktuelle Fallzahl sowie die erwartete Fallzahl für den gemeldeten Abrechnungszeitraum bis zum 20. eines Monats.

Psychotherapeuten sowie psychotherapeutisch tätige Ärzte reichen die Unterlagen zum Ende des jeweiligen Monats ein.

Leistungsdaten sind nur schrift­lich (per Fax oder Post) mitzuteilen.

Wenn Sie zur Berechnung Ihrer Abschlagszahlung Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihr regionales BeratungsCenter.

Die notwenigen Vertragsarztstempel für Ihre Praxis können Sie online bestellen. Die KVH hat Informationen zu autorisierten Stempelfirmen zusammengestellt. Diese bieten auf ihren Seiten Musterbeispiele an, mit deren Hilfe Sie Schritt für Schritt Ihren Praxisstempel gestalten können. Die Mitarbeiter des zuständigen BeratungsCenters der KVH prüfen, ob dieser den rechtlichen Vorgaben entspricht. Danach versendet die beauftragte Stempelfirma diesen direkt an die von Ihnen angegebene Adresse.

Informationen dazu, wo und wie Mitglieder Rezepte und Formulare bestellen können, hat die KVH zusammengefasst. 

Seit dem Jahr 2019 müssen alle Praxen an die Telematikinfrastruktur (TI) angebunden sein.

Wichtig: Immer, wenn sich durch eine zulassungsrechtliche Veränderung die Betriebsstättennummer (BSNR) einer Praxis ändert, müssen Ärzte oder Psychotherapeuten einen neuen Praxisausweis (SMC-B-Karte) bestellen und für die Anwendungen der TI nutzen.

Die KVH hat ausführliche Informationen zur TI und zur TI-Finanzierungsvereinbarung zusammengefasst.

Damit die in der Arzt- und Psychotherapeutensuche der KVH veröffentlichten Informationen zu Ihrer Praxis stets auf dem aktuellen Stand sind, denken Sie bitte daran, die folgenden Daten ab dem Zeitpunkt Ihrer Niederlassung selbst zu erfassen:

  • Kommunikationsdaten Ihrer Praxis, wie Telefonnummer, Fax, E-Mail, Homepage, Handynummer
  • Sprechzeiten/offene Sprechstunde
  • Telefonische Erreichbarkeit/psychotherapeutische Sprechstunde (siehe nachfolgende Erläuterungen)
  • Praxisbesonderheiten der barrierefreien Praxis
  • Fremdsprachen, ausreichende Kenntnisse zur Behandlung von Patienten

Melden Sie sich hierzu über Ihre Daten in der Arztsuche mit Ihrer User-ID (LANR) und Ihrem Passwort unter „Ser­vice für unsere Mitglieder: Korrektur der eigenen Angaben“ an (zur Anleitung).

Ihre Änderungen oder Ergänzungen sind dann am nächs­ten Tag in der Arztsuche sichtbar.

Änderungen zu Ihrer Privatanschrift melden Sie bitte schriftlich an das Team Arztregister.

Nach dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) sowie dem Bundesmantelvertrag (BMV-Ä) sind bei einer Zulassung mit

  • vollem Versorgungsauftrag mindestens 25 Sprechstun­den,
  • bei einem dreiviertel Versorgungsauftrag entsprechend 18 Stunden und 45 Minuten Sprechstunden anzubieten.
  • bei einem hälftigen Versorgungsauftrag mindestens zwölf Stunden und 30 Minuten beziehungsweise.

Grundversorgende und der wohnortnahen Patientenversorgung zugehörige Fachärzte müs­sen  bei

  • vollem Versorgungsauftrag mindestens fünf Stunden pro Woche als offene Sprech­stunde ohne vorherige Terminvereinbarung anbieten.
  • Bei einem  dreiviertel beziehungsweise hälftigen Versorgungsauftrag bemessen sich die offenen Sprechstunden entsprechend anteilig.

Die offenen Sprechstunden können facharztgruppenbezogen angeboten werden. Ausführliche Informationen dazu erhalten Sie auf der Homepage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV).

Die telefonische Erreichbarkeit

Die Psychotherapie-Richtlinien sehen vor, dass eine persönliche, telefonische Erreichbarkeit zur Terminkoordination zu definierten Zeiten von allen Psychotherapeuten zu gewährleisten ist.  

Die telefonische Erreichbarkeit kann auch durch das Praxispersonal sichergestellt beziehungsweise eine Mobil-Telefonnummer angegeben werden.

Bitte geben Sie in unserer Arztsuche die telefonischen Erreichbarkeitszeiten Ihrer Praxis an:

  • insgesamt 200 Minuten pro Woche in Einheiten von mindestens 25 Minuten bei einem vollen Versorgungsauftrag,
  • entsprechend gelten 100 Minuten pro Woche in Einheiten von mindestens 25 Minuten bei einem hälftigen Versorgungsauftrag.
Die Psychotherapeutische Sprechstunde

Die Psychotherapeutische Sprechstunde dient der Abklärung, ob und wie eine Weiterbe­handlung erfolgen soll. Sie hat mindestens 25 Minuten zu dauern und ist im Krankheitsfall maximal sechsmal berechnungsfähig. Psychotherapeuten müssen pro Woche für die Sprechstunde in der Regel zur Verfügung stellen:

  • mindestens 100 Minuten pro Woche bei vollem Versorgungsauftrag beziehungsweise
  • mindestens 50 Minuten pro Woche und bei einem hälftigen Versorgungsauftrag

Die Psychotherapeutischen Sprechstunden melden Sie der KVH über die Terminservicestelle.

Aufgrund des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) wurden 2019 bundesweit die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen errichtet. Unter dem Suchbegriff TSS erhalten Sie auf unserer Homepage alle relevanten Informationen als Praxis zur TSS und erfahren, wie Sie Termine richtig melden.

Wenn Sie mit Kollegen Praxisräume und Praxiseinrichtungen sowie Personal gemeinsam nutzen, melden Sie uns eine Praxisgemeinschaft.

Die gemeinsame Beschäfti­gung von angestellten Ärzten ist nicht zulässig. Eine Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) mit gemeinsamer BSNR muss gesondert vom Zulassungsausschuss genehmigt werden und ist über dieses Formular nicht anzuge­ben!

Genehmigungspflichtige Leistungen können nur dann abgerechnet werden, wenn Sie dafür eine Abrechnungsgenehmigung bei der KVH beantragt und einen schriftlichen Genehmigungsbescheid erhalten haben. Dieser kann nicht rückwirkend erteilt werden. Die KVH hat alle In­formationen zu den entsprechenden Leistungen, Antragsformularen und Ansprechpartnern auf der Homepage zusammengefasst.

Anästhesisten

Wenn Anästhesisten außerhalb ihres Vertragsarzt­sitzes vertragsärztliche Leistungen erbringen (§ 15 a Abs. 2 BMV-Ä), müssen sie dies der KVH melden. Bitte verwenden Sie dafür das Formular Meldebogen für Anästhesisten und senden dieses an das Team Arztregister.

Ausgelagerte Praxisstätte

Zur Genehmigung einer ausgelagerten Praxisstätte gemäß § 24 Abs. 5 Ärzte-ZV wenden Sie sich an das für Sie zuständige BeratungsCenter.

Belegärztliche Tätigkeit

Die belegärztliche Tätigkeit ist genehmigungspflichtig. Ärzte müssen dafür einen Antrag bei der KVH stellen.

Zweigpraxisgenehmigung 

Auch den Betrieb einer Zweigpraxis (gemäß § 15 a BMV-Ä bzw. § 24 Abs. 3 Ärzte-ZV) müssen Mitglieder bei der KVH beantragen und genehmigen lassen.

Niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten sind zur regelmäßigen Fortbildung (nach § 95d SGB V) verpflichtet. Die KVH informiert und berät ihre Mitglieder zu den Fortbildungszeiträumen und wie sie die notwendigen Fortbildungspunkte nachweisen.

Zugelassene Vertragsärzte sind dazu verpflichtet am Ärztlichen Bereitschaftsdienst (ÄBD) teilzunehmen. Bei Fragen nehmen Sie bitte Kontakt mit den Mitarbeitern des ÄBD auf.

Sofern Sie in Ihrer Praxis im Rahmen einer Weiterbildungsermächtigung der Landesärztekammer Hessen (LÄKH) Ärzte weiterbilden, haben Sie dafür eine Genehmigung der Qualitätsförderung der KVH erhalten.

Bitte berücksichtigen Sie, dass bei nahezu jeder Änderung der Praxiskonstellation (zum Beispiel Verlegung, Beendigung der Tätigkeit in einer Berufsausübungsgemeinschaft etc.) diese nicht mehr gültig ist und sowohl bei der Qualitätsförderung als auch bei der LÄKH neu beantragt werden muss.

Haben Sie noch weitere Fragen rund um Ihre vertragsärztliche Tätigkeit? Dann beraten Sie unsere Mitarbeiter im persönlichen Gespräch jederzeit gerne gezielt zu Ihrer Situation (bitte vorherige telefonische Terminabsprache).

zuletzt aktualisiert am: 07.07.2021

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