Vertragsärzte verschiedener Fachrichtungen können sich in Praxisnetzen zusammenschließen, um Patienten interdisziplinär, kooperativ, medizinisch ambulant und wohnortnah zu versorgen. Weil Fachärzte so intensiver zusammenarbeiten, steigern regionale Kooperationen Qualität und Effizienz der vertragsärztlichen Versorgung.

Praxisnetze: gut vernetzt

Regionale Zusammenschlüsse von Vertragsärzten können sich bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) als Praxisnetz anerkennen lassen. Die formalen Bedingungen dafür sind in der Richtlinie zur Anerkennung und Förderung von Praxisnetzen festgehalten. Sie basiert auf der KBV-Rahmenvorgabe und weicht nur in begründeten Fällen davon ab, beispielswiese bei regionalen Besonderheiten.

Die KVH bezuschusst Praxisnetze, etwa für Verwaltungskosten oder innovative Versorgungsprojekte:

  1. Ein anerkanntes Praxisnetz erhält eine jährliche Verwaltungskostenpauschale je Arzt (anteilig entsprechend dem Versorgungsauftrag).
  2. Praxisnetze erhalten Fördergelder für innovative und strukturverbessernde Projekte (wenn sie die regionale Versorgung von Patienten oder ärztliche Kooperationen verbessern wollen).

Interessierte Praxisnetze stellen einen formlosen Antrag inklusive Projektbeschreibung bis zum 30. Juni eines Jahres. Über die Bewilligung entscheidet eine Kommission.

Die Fördermaßnahmen sind durch die Richtlinie zur Förderung von Praxisnetzen in Hessen geregelt, die auf der Neuregelung des § 87 b SGB V – Versorgungsstärkungsgesetz (VSG) beruht.

Praxisnetz werden: So geht's

  1. Voraussetzungen: Vertragsärzte können sich als Praxisnetz anerkennen lassen, sofern sie die Strukturvorgaben, Versorgungsziele und Kriterien aus der Richtlinie zur Anerkennung von Praxisnetzen nach § 87b Abs. 4 SGB V erfüllen.
  2. Antrag stellen: Stellen Sie den Antrag zur Anerkennung eines Praxisnetzes bei der Meldestelle Praxisnetze.
  3. Nachweise einreichen: Zusätzlich zum Antrag sind verschiedene Nachweise über die Versorgungsziele Patientenzentrierung, kooperative Berufsausübung und verbesserte Effizienz / Prozessoptimierung zu erbringen (erforderliche Nachweise). Die Kriterien für die jeweiligen Versorgungsziele können der Richtlinie entnommen werden. Bitte beachten Sie die Anforderungen für die verschiedenen Anerkennungsstufen.

Drei Anerkennungsstufen: Praxisnetze können sich für eine von drei Stufen anerkennen lassen: Basis-Stufe, Stufe I, Stufe II. Die Anforderungen an Praxisnetze steigen von Stufe zu Stufe und bauen aufeinander auf. Eine Weiterentwicklung zur jeweils nächsten Stufe ist nicht verpflichtend. Die Strukturanforderungen an ein Praxisnetz (etwa zur Größe oder Rechtsform) sind in allen Stufen gleich.

Anerkannte Praxisnetze in Hessen

Praxisnetz
anerkannt seit
Stufe
Website
ÄNGie-Ärztenetz Kreis Gießen e.V.
10.10.2018
Basis
www.aengie.net
GNO e.G. - Gesundheitsnetz Osthessen eG
12.07.2016
1
www.gesundheitsnetzosthessen.de
PriMa e.G. Prävention in Marburg
29.03.2016
Basis
www.prima-eg.de
GNEF Gesundheitsnetz Frankfurt am Main e.G.
29.03.2016
1
www.gnef.de
PIANO eG - Praeventions- und Innovations-Aerztenetz Nassau-Oranien eG
15.05.2017
Basis
www.pianoeg.de
zuletzt aktualisiert am: 19.11.2018

Ansprechpartner

Meldestelle „Praxisnetze“

Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Bedarfsprüfung

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-7777
bedarfspruefung(at)kvhessen(.)de

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