Eine Frau klebt Haftzettel an eine Glaswand.

Mutterpass: angepasst & neue Funktionen

Praxen können alte Bestände weiter verwenden

Mutterpass geändert

Die vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) beschlossenen Mutterschafts-Richtlinien (Mu-RL) regeln die ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung. Die Untersuchungsergebnisse der Schwangeren werden in der Anlage 3: Mutterpass der Mu-RL dokumentiert.

Die Änderungen im Mutterpass betreffen die Umsetzung der G-BA Beschlüsse vom 22. März 2019 zur asymptomatischen Bakteriurie, vom 20. August 2020 zur gezielten Rhesusprophylaxe sowie vom 19. August 2021 zur Pertussis-Impfung. Außerdem wurden redaktionelle Anpassungen vorgenommen. Die Veränderungen befinden sich auf den Mutterpass-Seiten 2, 4, 8 und 16 sowie für eine weitere Schwangerschaft auf den Seiten 18, 20, 24 und 32.

Den neuen Mutterpass (Stand August 2021) können Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) bestellen bei der Rieco Gruppe im Webshop oder per Fax über den Bestellschein. Der alte Mutterpass (Stand Februar 2020) behält seine Gültigkeit; für Rhesus D negative Schwangere, die einen NIPT-RhD durchführen lassen möchten, wird der aktualisierte Mutterpass empfohlen, da er entsprechende Dokumentationsmöglichkeiten bietet.

Mit dem Beschluss desG-BA vom 22. März 2019 zur routinemäßigen Untersuchung auf asymptomatische Bakteriurie wird im Mutterpass die Dokumentation des routinemäßigen Sedimentes im Gavidogramm sowie in der zweiten Wochenbettuntersuchung gestrichen. Eine bakteriologische Urinuntersuchung, soweit nach Befundlage erforderlich, kann im Gravidogramm unter „Sonstiges/Therapie/Maßnahmen“ vermerkt werden.

Ebenso wurden die Sätze zu der routinemäßigen Untersuchung auf asymptomatische Bakteriurie aus der Mutterschafts-Richtlinie gestrichen.

Mit dem Beschluss desG-BA vom 20. August 2020 zur gezielten Rhesusprophylaxe, wird im Mutterpass auf Seite 4 und Seite 20 jeweils die Dokumentation entsprechend des Beschlusses angepasst und die dafür notwendigen Ausfüllkästchen vorgesehen. In diesem Zusammenhang findet eine redaktionelle Änderung auf Seite 2 und Seite 18 statt. Der RhD-Status der Schwangeren wird an die internationale Nomenklatur angeglichen und in der Mutterschutz-Richtlinie einheitlich dargestellt.

Beratung zum NIPT-RhD abrechnen: Ärztinnen und Ärzte können die Beratung abrechnen nach dem Gendiagnostikgesetz (GenDG) zum NIPT-RhD gemäß Abschnitt C und Anlage 7 der Mutterschafts-Richtlinien (Mu-RL). Zur eigenständigen und informierten Entscheidung der Schwangeren kann die Versicherteninformation „Welchen Nutzen hat die Bestimmung des Rhesusfaktors vor der Geburt?“ genutzt werden.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Impfung gegen Pertussis unabhängig vom Abstand zu einer vorher verabreichten Pertussis-Impfung und in jeder Schwangerschaft für alle Schwangeren. Mit dem Beschluss desG-BA vom 19. August 2021, Inkrafttreten am 17. November 2021 der Mu-RL wird die bereits in der Schutzimpfungs-Richtlinie erfolgte Anpassung auch in den Mutterpass (Anlage 3 Mu-RL) aufgenommen. Darüber hinaus wurden mit diesem Beschluss weitere Anpassungs- und Ergänzungserfordernisse umgesetzt, die auf Grundlage vorheriger Beschlüsse notwendig wurden.

 Anlage 3 (Mutterpass) wird wie folgt geändert

  • Möglichkeit eines entsprechenden Eintrages zur Pertussis-Impfung. (Auf Seite 2 und Seite 18)
  • Angabe „Rh pos. (D pos.)/Rh neg. (D neg.) *)“ werden durch die Wörter „RhD-Status der Schwangeren, RhD-positiv / RhD-negativ *)“ ersetzt. (Auf Seite 2 und Seite 18)
  • Die Wörter „*) Rh positiv bzw. Rh negativ wörtlich eintragen“ durch die Wörter „*) RhD-positiv bzw. RhD-negativ wörtlich eintragen“ ersetzt. (Auf Seite 2 und Seite 18)
  • Möglichkeit die Untersuchung zur Bestimmung des fetalen RHD-Status bei RhD-negativen Schwangeren mittels NIPT-RHD einzutragen. (Auf Seite 4 und Seite 20)
  • Streichung der Angaben „(Nitrit)“ und die Angabe „(Blut)“ und die Angabe „Sediment ggf. Bakteriolog. Bef.“ wird jeweils durch das Wort „Urin“ ersetzt. (Auf Seite 8 und Seite 24)
  • Streichung der Angabe „Sediment o.B.“ und die Angabe „(6.-8.Woche)“ wird jeweils durch die Wörter „(etwa 6. bis spätestens 8. Woche)“ ersetzt. (Auf Seite 16 und Seite 32)

In der Mutterschutz-Richtlinie ist geregelt, dass eine weitere Untersuchung etwa sechs Wochen, spätestens jedoch acht Wochen nach der Entbindung durchgeführt werden soll. Mit Blick auf eine kongruente Ausgestaltung von Richtlinienvorgaben wird der Wortlaut auf Seiten 16 und 32 des Mutterpasses angepasst.

zuletzt aktualisiert am: 14.12.2021

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Die KVH informiert ihre Mitglieder über die Abrechnung von Kassenleistungen in hessischen Vertragsarzt- und -psychotherapiepraxen sowie über aktuelle EBM-Änderungen und speziell zum Pränataltest Rhesusfaktor D.

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