EBM-Änderung 1. April 2019

Humangenetik: Beratung & Beurteilung rund um die Mutterschaft

Der Bewertungsausschuss hat mehrere wichtige Änderungen im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) bei humangenetischen Beratungs- und Beurteilungsleistungen in der Mutterschaftsvorsorge, der Empfängnisregelung und in der Reproduktionsmedizin beschlossen. Weiter gibt es Änderungen bei humangenetischen in-vitro-diagnostischen Leistungen und bei der Gebührenordnungsposition (GOP) 11234.

Fachärzte für Humangenetik und Ärzte mit der Zusatzbezeichnung Medizinische Genetik können die neuen Leistungen abrechnen.

Neue humangenetische Beurteilungsleistungen

EBM-Abschnitt
GOP
Kurzbeschreibung
Hinweis
Bewertung
1.7.4 – Mutterschaftsvorsorge
01794
Ausführliche humangenetische Beurteilung wegen evidenten genetischen und/oder teratogenen Risikos von bis zu 20 Minuten Dauer nach Abschnitt A. 3. der Mutterschafts-Richtlinien
höchstens zweimal im Krankheitsfall; nur einmal je Schwangerschaft
76,08 €* (703 Punkte)
1.7.4 – Mutterschaftsvorsorge
01795
Zuschlag zur GOP 01794 je weitere vollendete 20 Minuten, wenn kein Befund auf eine genetisch bedingte Erkrankung des Fötus hinweist
bis zu dreimal im Krankheitsfall; bei einer erneuten Schwangerschaft erneut bis zu dreimal im Krankheitsfall; in demselben Quartal wie GOP 01794
76,08 €* (703 Punkte)
1.7.4 – Mutterschaftsvorsorge
01796
Zuschlag zur GOP 01794 je weitere vollendete 20 Minuten, wenn ein Befund auf eine genetisch bedingte Erkrankung des Fötus hinweist
bis zu neunmal im Krankheitsfall; bei einer erneuten Schwangerschaft erneut bis zu neunmal im Krankheitsfall; in demselben Quartal wie GOP 01794
111,47 €* (1030 Punkte)
1.7.5 – Empfängnisregelung
01841
Ausführliche humangenetische Beurteilung wegen evidenten genetischen und/oder teratogenen Risikos nach B. 4. der Richtlinie des G-BA zur Empfängnisregelung und zum Schwangerschaftsabbruch nur für einen der beiden Partner berechnungsfähig; je vollendete 20 Minuten Arzt-Patienten-Kontaktzeit
bis zu sechsmal im Krankheitsfall
59,85 €* (553 Punkte)
1.7.5 – Empfängnisregelung
01842
Zuschlag zu den GOP 11502, 11503, 11506 und 11508 für Gemeinkosten und die wissenschaftliche ärztliche Beurteilung und Befundung im Zusammenhang mit einer in-vitro-Diagnostik zur Untersuchung eines möglichen genetischen Risikos nach der Richtlinie des G-BA zur Empfängnisregelung und zum Schwangerschaftsabbruch
einmal im Krankheitsfall; ab der 1.301. Leistung wird die GOP 01842 mit 742 Punkten bewertet – Staffelung je Arzt in Abhängigkeit von der im Quartal erbrachten Anzahl der Leistungen
100,33 €* (927 Punkte)
8.5 – Reproduktionsmedizin
08575
Humangenetische Beratung und Begutachtung im Zusammenhang mit einer Maßnahme nach Nr. 10.5 der Richtlinien über künstliche Befruchtung bei evidentem genetischen und/oder teratogenen Risiko; nur für einen der beiden Partner berechnungsfähig; je vollendete 20 Minuten Arzt-Patienten-Kontaktzeit
bis zu sechsmal je Reproduktionsfall. Bei einer erneuten Schwangerschaft erneut bis zu neunmal im Krankheitsfall
59,85 €* (553 Punkte)
8.5 – Reproduktionsmedizin
08576
Zuschlag zu den GOP 11351, 11352, 11502, 11503, 11506 und 11508 für die Gemeinkosten und die wissenschaftliche ärztliche Beurteilung und Befundung im Zusammenhang mit einer Maßnahme nach Nr. 10.5 der Richtlinie über künstliche Befruchtung
einmal je Reproduktionsfall; ab der 1.301. Leistung wird die GOP 08576 mit 742 Punkten bewertet; Staffelung je Arzt in Abhängigkeit von der im Quartal erbrachten Anzahl der Leistungen
100,33 €* (927 Punkte)

*gemäß bundeseinheitlichem Orientierungspunktwert 2019 (10,8226 Cent)

Mutterschaftsvorsorge

In den Abschnitt 1.7.4 EBM werden drei neue humangenetische Beurteilungsleistungen aufgenommen: GOP 01794, 01795 und 01796. Diese werden nach den Mutterschaftsrichtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) nach der Schwere der Erkrankung differenziert. Der Leistungsinhalt und die Struktur der GOP sind damit an die kurativen humangenetischen Beurteilungsleistungen (GOP 11233 bis 11236) angeglichen.

Für die ausführliche humangenetische Beurteilung (von bis zu 20 Minuten Dauer) wegen evidenten genetischen und/oder teratogenen Risikos rechnen Ärzte die neue GOP 01794 ab. Liegt in einer weiterführenden Untersuchung (sonographische Diagnostik, Untersuchung von Nabelschnurblut, Fruchtwasser und/oder Chorionzotten- oder Plazentagewebe) ein Hinweis auf eine genetisch bedingte Erkrankung des Fötus vor, kann er je weitere 20 Minuten zusätzlich den Zuschlag 01796 bis zu neunmal im Krankheitsfall abrechnen – andernfalls den Zuschlag GOP 01795 bis zu dreimal im Krankheitsfall. Beide Zuschläge können nur im selben Quartal mit der GOP 01794 abgerechnet werden. Ärzte können bei einer erneuten Schwangerschaft im selben Krankheitsfall die Leistungen erneut bis zu ihrem jeweiligen Höchstwert abrechnen.

Empfängnisregelung und Reproduktionsmedizin

Die humangenetische Beurteilung GOP 01841 nach der Richtlinie zur Empfängnisregelung und zum Schwangerschaftsabbruch und die humangenetische Beurteilung GOP 08575 nach den Richtlinien über die künstliche Befruchtung entsprechen im Leistungsinhalt und der Bewertung der GOP 11233. Ärzte können die GOP 01841 bis zu sechsmal im Krankheitsfall und die GOP 08575 bis zu sechsmal im Reproduktionsfall abrechnen. Die Beurteilung umfasst grundsätzlich auch die Beratung des Partners.
Die Zuschläge (GOP 01842 und 08576) zu den in‐vitro-diagnostischen Leistungen des EBM‐Abschnitt 11.4.3 vergüten deren Gemeinkosten und Befundung. Die in-vitro-diagnostischen Leistungen finden Ärzte im Abschnitt 11.4 EBM. Wie bisher kennzeichnen Ärzte die Leistungen aus dem Abschnitt 11.4 für die Empfängnisregelung mit dem Suffix „U“ und die Leistungen für die künstliche Befruchtung mit dem Suffix „X“.

GOP 11233 häufiger im Krankheitsfall

Die  GOP 11234 (Zuschlag zu GOP 11233 „Ausführliche humangenetische Beurteilung wegen evidentem genetischen und/oder teratogenen Risiko von bis zu 20 Minuten Dauer) kann statt dreimal nun fünfmal im Krankheitsfall abgerechnet werden. Die bisherigen Beurteilungsleistungen GOP 01790 bis 01792, 01835 bis 01839 und 08570 bis 08574 werden zum 1. April 2019 aus dem EBM gestrichen.

Im Beschluss zu Detailänderungen Teil A hat der Bewertungsausschuss (schriftliche Beschlussfassung in seiner 434. Sitzung) entschieden, dass die neue GOP 08576 nicht neben der GOP 11302 abgerechnet werden kann.

zuletzt aktualisiert am: 11.03.2019

Ansprechpartner

EBM-Hotline

Kassenärztliche Vereinigung Hessen

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-7777
ebm-hotline(at)kvhessen(.)de

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