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Liebe Mitglieder, Ihre Ideen sind gefragt: Wir möchten Sie gerne bei der Umsetzung und Etablierung innovativer Konzepte zur Verbesserung der Versorgung unterstützen. Unter dem Punkt Versorgungskonzepte finden Sie nützliche Informationen zu diesen Themen. Für Ihre Fragen und Anregungen stehen wir Ihnen persönlich gerne zur Verfügung.

Michael Möllmann,
BeratungsCenter Gießen

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Versorgungskonzepte

Palliativ-Versorgung

25.10.2017

Die Palliativ-Versorgung ist die Betreuung schwerstkranker und sterbender Patienten.

 

Definition der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP):
„Palliativmedizin ist die Behandlung von Patienten mit einer nicht heilbaren progredienten und weit fortgeschrittenen Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung, für die das  Hauptziel der Begleitung die Lebensqualität ist. Palliativmedizin soll sich dabei nicht auf die letzte Lebensphase beschränken. Viele Grundsätze der Palliativmedizin sind auch in frühen Krankheitsstadien zusammen mit der kausalen Therapie anwendbar. Palliative Zielsetzungen können in verschiedenen organisatorischen Rahmen sowohl im ambulanten wie im stationären Bereich verfolgt werden.“

Somit handelt es sich bei palliativ zu versorgenden Patienten nicht nur um Menschen mit malignen Erkrankungen im Finalstadium, sondern auch um Menschen mit chronischen Krankheiten im Endstadium, bei welchen eine kurative Behandlung aussichtslos ist und damit sowohl die Linderung der Beschwerden als auch die Verbesserung der Lebensqualität im Vordergrund stehen.

Versorgungskonzepte

Im ambulanten Bereich gibt es drei unterschiedliche Konzepte für die Versorgung von Patienten hinsichtlich der Palliativmedizin. Man unterscheidet zwischen der

  1. Allgemeinen Ambulanten Palliativversorgung (AAPV), der

  2. ambulanten besonders qualifizierten und koordinierten palliativmedizinischen Versorgung (Abschnitt 37.3 EBM) und der

  3. Spezialisierten  Ambulanten Palliativversorgung (SAPV).

1. Allgemeine Ambulante Palliativversorgung (AAPV)

Die AAPV wird vergütungs- und abrechnungstechnisch über die Regelversorgung abgedeckt.
Um die palliativmedizinische vertragsärztliche Versorgung zu stärken und Anreize zu schaffen wurde zum 1. Oktober 2013 ein neuer Abschnitt „Palliativmedizinische Versorgung“ im hausärztlichen Bereich des EBM auch im Hinblick auf Vernetzung und Kooperation implementiert. Informationen zu den entsprechenden Gebührenordnungen (GOP) finden Sie in dem unten stehenden Artikel (S. 16), welcher in der Ausgabe 4/2014 von „Auf den Punkt“ veröffentlicht wurden.

Für Fachärzte bestand bei der AAPV keine Abrechnungsmöglichkeit. Zur Dokumentation eines hohen ambulanten Versorgungsaufwandes wurde zur Kennzeichnung der Palliativmedizinischen ambulanten Versorgung die Hessenspezifische Ziffer 98984 eingeführt.

2. Ambulante besonders qualifizierte und koordinierte palliativmedizinische Versorgung

Der Ausbau der ambulanten Palliativversorgung geht zurück auf das Hospiz- und Palliativgesetz aus dem Jahr 2015, mit dem KBV und Krankenkassen beauftragt wurden, ein entsprechendes Versorgungsangebot zu etablieren. Hierfür und um die Lücke zwischen AAPV und der spezialisierten Palliativversorgung (SAPV) nochmals zu verringern, wurde durch den Bewertungsausschuss zum 1. Oktober 2017 der Abschnitt 37.3 mit acht neuen Leistungen in den EBM eingeführt. Diese Leistungen betreffen unter anderem Zeitaufwände für längere Hausbesuche, Teilnahmen an Fallkonferenzen sowie die Erreichbarkeit des Arztes in kritischen Phasen.

Für vier der Gebührenordnungspositionen (GOP 37300, 37302, 37317 und 37318) des Abschnitts 37.3 EBM ist eine Abrechnungsgenehmigung für Vertragsärzte, die Patienten palliativmedizinisch versorgen, erforderlich. Die entsprechenden Anforderungen haben KBV und GKV-Spitzenverband in der Anlage 30 zum BMV-Ä festgelegt. Für die Genehmigung zur Abrechnung der Leistungen des Abschnitts 37.3 EBM kann das auf der Homepage der KV Hessen bereitgestellte Antragsformular eingereicht werden.

Das Antragsformular und Details zu den Leistungen (ebm.aktuell) finden Sie untenstehend.

Mit Einführung der neuen Leistungen sind Abrechnungsausschlüsse zu den beiden anderen Versorgungskonzepten (AAPV und SAPV) zu beachten. Die Leistungen des Abschnitts 37.3 können in einer Sitzung nicht neben der AAPV abgerechnet werden. Die Patienten, welche über den neuen Abschnitt versorgt werden, können nicht zur gleichen Zeit Leistungen im Rahmen der SAPV - mit Ausnahme der Beratungsleistung- erhalten.

3. Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV)

Die SAPV wurde im Jahr 2007 gesetzlich verankert und wird über den § 37b SGB V definiert und abgebildet. In Verbindung mit dem § 132d SGB V können SAPV-Verträge zwischen Krankenkassen und geeigneten Einrichtungen oder Personen abgeschlossen werden, welche die SAPV-Versorgung sowie deren Vergütung und Abrechnung regeln. Die KVH ist hierbei kein Vertragspartner.

Die SAPV ist verordnungsfähig (Muster Formular 63), wenn die Maßnahmen der AAPV und die ambulante besonders qualifizierte und koordinierte palliativmedizinische Versorgung (Abschnitt 37.3 EBM) des Patienten nicht mehr ausreichen, beispielsweise wenn ansonsten eine Krankenhauseinweisung notwendig würde. Ein Muster des Formulars 63 ist zu Ihrer Information in der unten stehenden Liste hier auf der Homepage eingestellt.

Multiprofessionelle „Palliative-Care-Teams“ versorgen die Patienten medizinisch, pflegerisch und psychosozial im häuslichen Umfeld bei der SAPV. Diese Teams sind 24 Stunden für die in die Versorgung aufgenommenen Patienten erreichbar und einsatzbereit.

Weitere Informationen zur SAPV finden Sie bei dem Fachverband SAPV Hessen e.V. im untenstehenden Link.

Externe Links:

http://www.fachverband-sapv.de/ (Link zur Homepage des Fachverbands SAPV)

http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__37b.html (SAPV § 37b SGB V)

http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__132d.html (SAPV § 132d SGB V)


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