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Liebe Mitglieder, Ihre Ideen sind gefragt: Wir möchten Sie gerne bei der Umsetzung und Etablierung innovativer Konzepte zur Verbesserung der Versorgung unterstützen. Unter dem Punkt Versorgungskonzepte finden Sie nützliche Informationen zu diesen Themen. Für Ihre Fragen und Anregungen stehen wir Ihnen persönlich gerne zur Verfügung.

Michael Möllmann,
BeratungsCenter Gießen

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Versorgungskonzepte

Palliativ-Versorgung

04.03.2015

Die Palliativ-Versorgung ist die Betreuung schwerstkranker und sterbender Patienten. Man unterscheidet zwischen der Allgemeinen Ambulanten Palliativversorgung (AAPV) und der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV).

Palliativversorgung – Die Betreuung Schwerstkranker und Sterbender

Definition der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP):
„Palliativmedizin ist die Behandlung von Patienten mit einer nicht heilbaren progredienten und weit fortgeschrittenen Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung, für die das  Hauptziel der Begleitung die Lebensqualität ist. Palliativmedizin soll sich dabei nicht auf die letzte Lebensphase beschränken. Viele Grundsätze der Palliativmedizin sind auch in frühen Krankheitsstadien zusammen mit der kausalen Therapie anwendbar. Palliative Zielsetzungen können in verschiedenen organisatorischen Rahmen sowohl im ambulanten wie im stationären Bereich verfolgt werden.“
Somit handelt es sich bei palliativ zu versorgenden Patienten nicht nur um Menschen mit malignen Erkrankungen im Finalstadium, sondern auch um Menschen mit chronischen Krankheiten im Endstadium, bei welchen eine kurative Behandlung aussichtslos ist sowohl die Linderung der Beschwerden als auch die Verbesserung der Lebensqualität im Vordergrund stehen.

Allgemeine Ambulante Palliativversorgung (AAPV):

Die AAPV ist im Unterschied zur SAPV nicht durch den Bundesgesetzgeber definiert. Weder existiert eine einheitliche Definition der AAPV noch sind die Abgrenzungsmodalitäten zur SAPV klar geregelt. Vergütungs- und abrechnungstechnisch wird die AAPV laut Gesetzgebung über die Regelversorgung abgedeckt.
Um die palliativmedizinische vertragsärztliche Versorgung zu stärken und Anreize zu schaffen wurde zum 1. Oktober 2013 ein neuer Abschnitt „Palliativmedizinische Versorgung“ im hausärztlichen Bereich des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) auch im Hinblick auf Vernetzung und Kooperation implementiert. Informationen zu den spezifischen palliativmedizinischen EBM-Abrechnungsziffern finden Sie in dem unten stehenden Artikel, welcher in der Ausgabe 4/2014 von „AufdenPunkt“ veröffentlicht wurde. 
Um Argumente hinsichtlich der Versorgung von Palliativpatienten anhand von Zahlen besser darstellen zu können, kam seitens der Ärzte der Vorschlag einer Kennzeichnungsmöglichkeit für Palliativpatienten. Es sollen die Patienten gekennzeichnet werden, für die ein hoher ambulanter Versorgungsaufwand notwendig ist, allerdings noch keine SAPV zu verordnen ist. Die hessenspezifische Ziffer zur Kennzeichnung der Palliativmedizinischen ambulante Versorgung lautet: 98984

Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV)

Die SAPV wurde im Jahr 2007 gesetzlich verankert und wird nun über den § 37b SGB V definiert und abgebildet. In Verbindung mit dem § 132d SGB V können SAPV-Verträge zwischen Krankenkassen und geeigneten Einrichtungen oder Personen abgeschlossen werden, welche die SAPV-Versorgung sowie deren Vergütung und Abrechnung regeln. Derzeit ist die KVH in dieser Hinsicht zwar kein Vertragspartner (und auch seitens des Gesetzgebers nicht vorgesehen) trotzdem häufen sich Fragen zu diesem Thema, auch seitens der SAPV-Vertragspartner. Trotzdem wird die KV Hessen insgesamt als Koordinator/ Ansprechpartner o. ä. zu diesem Thema gesehen und gefordert.

Palliativ Care Teams (PCT):

Ein PCT stellt ein multiprofessionelles Team dar, welches Palliative Care im stationären und/oder ambulanten Sektor anbietet. Diese bestehen aus besonders qualifizierten Ärzten und Pflegefachkräften. Weitere Berufsgruppen wie Sozialarbeiter, Seelsorger oder Psychologe können dem PCT angehören. Darüber hinaus ist eine enge Kooperation und Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen wünschenswert.
Die im ambulanten Sektor tätigen PCT arbeiten mobil: sektorenübergreifend stationär und ambulant oder auch nur konsiliarisch im Krankenhaus auf den Stationen. 24-stündige Bereitschaft und Erreichbarkeit sind unerlässlich zur Vermeidung unnötiger Krankenhauseinweisungen. 

Fachverband SAPV:

Ziele und Zwecke des Fachverbandes SAPV Hessen e.V. dienen der Förderung der öffentlichen Gesundheitspflege und der Forschung und Bildung, insbesondere der Förderung der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) im Sinne der §§ 37 b und 132 d SGB V in der jeweils gültigen Fassung und der Richtlinien des gemeinsamen Bundesausschusses (SAPV-RL) in Verbindung mit den Gemeinsamen Empfehlungen der Spitzenverbände der Krankenkassen.

Information zum Formular 63-Verordnung-SAPV

Die Versorgung durch das Palliativteam (PCT) muss durch den niedergelassenen Arzt verordnet werden. Dazu stellen Sie das Formular 63 aus. Folgende Maßnahmen können Sie ankreuzen: 

  • Beratung 
  • Koordination der Palliativversorgung 
  • Additiv unterstützende Teilversorgung 
  • Vollständige Versorgung  

Soweit die Versorgungsnotwendigkeit unklar ist, empfiehlt sich vorerst eine Beratung durch das Palliativteam zu verordnen. Dies führt nicht automatisch zu einer Versorgung, sondern dient der Abklärung und der Entlastung des Hausarztes, der Patienten und/oder der Angehörigen.
Das Palliativteam nimmt hiernach Kontakt mit dem Patienten auf und wird eine Einschätzung abgeben, ob eine spezialisierte Palliativversorgung erforderlich ist. Es ist sinnvoll die Erstverordnung für eine kurze Dauer auszustellen, z.B. 10 Tage. Ist die Notwendigkeit der weiteren Versorgung gegeben, wird eine Folgeverordnung in Absprache mit dem Palliativteam ausgestellt.
Die Tätigkeit der Niedergelassenen kann parallel weiter laufen. Sofern Hausbesuche und Beratungen durchgeführt werden, rechnet der betreuende Haus-/Facharzt die Leistungen gem. EBM über die KVH ab.
Die Bestellung kann wie bei allen Formularen über den bekannten Weg erfolgen.

Das Muster-Formular ist zu Ihrer Information in der unten stehenden Liste hier auf der Homepage eingestellt. Es darf jedoch keine Kopie des Formulars verwendet werden. Die Verordnung muss über ein Originalformular erfolgen.

Externe Links:

http://www.fachverband-sapv.de/ (Link zur Homepage des Fachverbands SAPV)

http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__37b.html (SAPV § 37b SGB V)

http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__132d.html (SAPV § 132d SGB V)


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