Lieber Nutzer,

die Version Ihres Browsers ist veraltet. Damit setzen Sie sich und gegebenenfalls Ihre EDV erheblichen Sicherheitsrisiken aus. Darüber hinaus können Sie mit dieser veralteten Version die Internetseiten der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen ab März 2018 nicht mehr nutzen.
Wir empfehlen Ihnen dringend, Ihren Browser zu aktualisieren. Sie sind Mitglied der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen und haben Fragen dazu? Dann hilft Ihnen unsere info.line unter der Tel: 069 24741-7777 oder der E-Mail-Adresse info.line@kvhessen.de gerne weiter.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre
Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Nach obenZur Suche

Liebe Mitglieder, gerade bei kritischen Themen stehen wir dem Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen zur Seite. Wir, das sind ausgewählte Kolleginnen und Kollegen, die unsere Führungsebene mit Fachwissen unterstützen. Zum Beispiel im weitläufigen Bereich der Arznei- und Heilmittelverordnungen sowie dem Prüfwesen.

Dr. Wolfgang LangHeinrich,
Vorstandsberater
Pharmakotherapie

KVH|Sammelkorb aufrufen  Sammelkorb für Downloads:

Ihre gesammelten Downloads können Sie jetzt komfortabel mit einem Klick herunterladen.

Sie haben noch keine Downloads gesammelt.

Online-Abrechnung mit KV-SafeNet

Praxisbörse

Sie möchten sich als Vertragsarzt oder -Psychotherapeut niederlassen? Oder suchen einen Nachfolger für Ihre Praxis? Unsere Praxisbörse bringt Sie zusammen!

Mehr

Verordnungen und Leitlinien

Neue Verordnungsbefugnisse für Psychotherapeuten

27.03.2017

G-BA passt Richtlinien an

Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (nachfolgend Vertragspsychotherapeuten genannt) können künftig Leistungen der psychotherapeutischen Rehabilitation, Soziotherapie, Krankenfahrten und Krankenhauseinweisungen verordnen. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat seine Richtlinien entsprechend erweitert und die Änderungen am 23. März 2017 beschlossen.

Die Möglichkeit, dass Vertragspsychotherapeuten die genannten Leistungen verordnen dürfen, sieht das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz vor. Der Gesetzgeber hatte den G-BA beauftragt, das Nähere in seinen Richtlinien zu regeln.

In den nunmehr angepassten Richtlinien ist unter anderem festgelegt, bei welchen Indikationen wie welche Leistungen verordnet werden dürfen. Dabei gelten grundsätzlich dieselben Vorgaben wie für die Vertragsärzte. So verwenden Psychotherapeuten die gleichen Verordnungsformulare wie Ärzte. Daneben gibt es eine Reihe spezifischer Regeln, die wir Ihnen im Einzelnen vorstellen.

1. Verordnung von Leistungen zur psychotherapeutischen Rehabilitation

Vertragspsychotherapeuten dürfen Leistungen zur psychotherapeutischen Rehabilitation verordnen. Darunter sind insbesondere Leistungen der psychosomatischen Rehabilitation als auch der psychiatrischen Rehabilitation (Rehabilitationsleistungen für psychisch Kranke - RPK) zu verstehen.

Eingeschränkter Indikationsbereich

Die Verordnung einer psychotherapeutischen Rehabilitation ist für Patienten mit Diagnosen aus dem Indikationsspektrum zur Anwendung von Psychotherapie gemäß der Psychotherapie-Richtlinie, zum Beispiel depressive Episoden, Angststörungen oder nichtorganische Schlafstörungen (s. § 26 Psychotherapie-Richtlinie sowie der neuropsychologischen Therapie, zum Beispiel organisches amnestisches Syndrom oder organische emotional labile (asthenische) Störung (s. Anlage I Ziffer 19 § 4 G-BA-Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung) zulässig.

Für die übrigen Indikationen aus dem Kapitel V „Psychische und Verhaltensstörungen“ des ICD-10-GM gilt, dass eine Abstimmung mit dem behandelnden Arzt erfolgen muss. Dazu gehören beispielsweise Demenz oder Entwicklungsstörungen.

Angaben des Arztes heranziehen

Rehabilitationsmaßnahmen haben einen mehrdimensionalen Ansatz und umfassen immer auch medizinisch ärztliche Interventionen. Bei der Verordnung einer Rehabilitation ist es deshalb erforderlich, vertragsärztliche Angaben heranzuziehen. So sollte der Psychotherapeut darüber informiert sein, ob bei einem Patienten weitere rehabilitationsrelevante Diagnosen vorliegen und welche ärztlichen Maßnahmen bislang erfolgt sind. Auch mögliche Risikofaktoren und andere ärztlich veranlasste Leistungen einschließlich der Arzneimitteltherapie müssen berücksichtigt werden. Sofern diese Informationen noch nicht vorliegen, sind entsprechende Befunde einzuholen und diese auf der Verordnung anzugeben.

Damit wird sichergestellt, dass Verordnungen durch Vertragspsychotherapeuten ärztlich vorzunehmende Einschätzungen enthalten, die die Krankenkasse gegebenenfalls für die Genehmigung benötigen. Rückfragen von Kassenmitarbeitern können so vermieden wer-den.

2. Verordnung von Soziotherapie

Für die Verordnung von Soziotherapie gelten die gleichen Vorgaben wie für die verordnungsberechtigten Fachärzte. Dies bezieht sich auch auf die Indikationsbereiche. Vertrags-psychotherapeuten dürfen demnach ebenso wie Vertragsärzte nur Patienten mit schwer-wiegenden psychischen Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis und der Gruppe der affektiven Störungen mit psychotischen Symptomen, die in ihren Fähigkeiten und Funktionen maßgeblich beeinträchtigt sind, Soziotherapie verordnen.

Darüber hinaus kann Soziotherapie in begründeten Einzelfällen für alle Erkrankungen des ICD-10-Kapitels für Psychische und Verhaltensstörungen (F00 bis F99) verordnet werden. Voraussetzung ist, dass die Fähigkeiten ebenfalls stark eingeschränkt sind und weitere Co-Morbiditäten vorliegen.

Weiterhin hat der G-BA klargestellt, dass die Soziotherapie dazu dient, schwer psychisch erkrankten Patienten zu helfen, nicht nur ärztliche, sondern auch psychotherapeutische Leistungen selbständig in Anspruch nehmen zu können.

3. Verordnung von Krankenhausbehandlungen

Wie bei der Verordnung von Rehabilitation gilt auch bei der Krankenhauseinweisung, dass bei Indikationen der Psychotherapie-Richtlinie (§ 26) oder der neuropsychologischen Therapie (s. Anlage I Ziffer 19 § 4 G-BA-Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung) die Verordnung ohne gesonderte Abstimmung mit dem Arzt ausgestellt werden kann. Bei den übrigen Indikationen aus dem Kapitel V „Psychische und Verhaltensstörungen“ des ICD-10-GM hat der Vertragspsychotherapeut die Krankenhausbehandlung mit dem behandelnden Arzt abzustimmen. Bei der Verordnung von Krankenhausbehandlungen gilt der Grundsatz „ambulant vor stationär“.

4. Verordnung von Krankenfahrten

Für die Verordnung von Krankenfahrten, Krankentransporten und Rettungsfahrten gelten die gleichen Vorgaben wie für die Vertragsärzte. Die verordneten Fahrten müssen im Zusammenhang mit einer psychotherapeutischen Leistung der Krankenkasse zwingend notwendig sein. Dies gilt auch für Fahrten zur stationären Krankenhausbehandlung, soweit der Vertragspsychotherapeut nach der Krankenhauseinweisungs-Richtlinie berechtigt ist, stationäre Krankenhausbehandlung zu verordnen.

Informationen für Psychotherapeuten

Die KBV wird in der Reihe PraxisWissen eine Broschüre speziell für Psychotherapeuten erstellen, die Wissenswertes rund um die Verordnung von Leistungen zusammenstellt. Zu jeder der Leistung, die Therapeuten künftig verordnen dürfen, gibt es einen Überblick mit Tipps und Hinweisen zur richtigen Verordnung. Sobald die Informationen zur Verfügung stehen, werden wir Sie an dieser Stelle informieren.

Hinweise zur Vergütung und zum Inkrafttreten der Beschlüsse

Vertragsärzte erhalten für die Verordnung von Leistungen der Soziotherapie und zur psychotherapeutischen Rehabilitation eine Vergütung. Der Bewertungsausschuss hat nunmehr die Aufgabe, eine entsprechende Vergütungsregelung für Vertragspsychotherapeuten zu beschließen. Die Entscheidung darüber muss spätestens sechs Monate nach Inkrafttreten der G-BA-Beschlüsse erfolgen.

Die Beschlüsse zur Änderung der entsprechenden Richtlinien sind demnächst auf der Internetseite des G-BA abrufbar (www.g-ba.de/informationen/beschluesse/). Sie werden nun dem Bundesministerium für Gesundheit übermittelt, das für die Prüfung zwei Monate Zeit hat. Die Änderungen treten nach ihrer Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft. Hierüber werden wir Sie erneut informieren.


einen Moment bitte