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Petra Bendrich,
Kommunikation,
stellv. Pressesprecherin

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Rundschreiben 2016

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Rundschreiben 2015

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Rundschreiben der KV Hessen 2017

Antibiotika/ Kortikoid Kombinationssalben zur Anwendung bei Zustand nach Mittelohroperation im Gehörgang

21.06.2017

Rundschreiben an alle HNO-Ärztinnen und -Ärzte vom 21. Juni 2017

Sehr geehrte Frau Kollegin,
sehr geehrter Herr Kollege,

wir hatten Sie darüber informiert, dass die Verordnung von Diprogenta®-Salbe – Kombinationssalbe aus Gentamicin und Betamethason – zu Lasten des Sprechstundenbedarfes nicht möglich ist und zu Regressen geführt hat. Grund ist, dass das Antibiotikum Gentamicin als Kontraindikation die Anwendung im Gehörgang aufweist. Nebenbei bemerkt gibt es mittlerweile auch entsprechende Regresse in anderen KVen.

Als Alternative hatten wir Ihnen neben der Rezeptur eines Nichtaminoglykosidantibiotikums mit zu Gentamicin vergleichbarem Wirkspektrum auch Jellin Neomycin® Salbe/Creme empfohlen. Dies, weil das Aminoglykosidantibiotikum Neomycin nicht die Kontraindikation „Anwendung im Gehörgang“ aufweisen würde. Dies ist aber nicht richtig und diese fehlerhafte Information ist auf eine unzureichende Recherche unsererseits zurückzuführen. Hierfür möchte ich mich ausdrücklich entschuldigen.
Es gibt keine zugelassene Antibiotika/Kortikoidsalbenkombination zur Anwendung im Gehörgang. Hieraus folgt, dass Sie, falls Sie ein Antibiotikum/Kortikoid zum Einsatz im Gehörgang nach Mittelohroperationen benötigen, das Antibiotikum und das Kortikoid getrennt verordnen müssen.

Als Antibiotikum kommt praktisch nur der Gyrasehemmer Ciprofloxacin in Frage, da dieses Antibiotikum – wenn auch nur als Tropfenform – als Otologikum verfügbar ist. Da es keine Ciprofloxacin-Fertigsalbe gibt, müssen Sie diese als

    Ciprofloxacinhydrochlorid-1-Wasser 0,175 g
    Basissalbe DAC ad 50,0 g

verordnen. Andere Antibiotika in Salbenform sind als Otologika nicht verfügbar und haben keine Zulassung zur Anwendung im Gehörgang. Benötigen Sie für die Behandlung im Gehörgang ein Kortikoid, so können Sie eine Kortisonsalbe – z. B. Dexamethason, Betamethason – als Fertigsalbe verordnen und beide Salben in den Gehörgang einbringen bzw. als Salbenstreifen applizieren.

Von der Zulassung von Ciprofloxacintabletten lässt sich auch die Infektionsprophylaxe oral mit 2 x 500 mg täglich – Erwachsene – ableiten. Dies hat allerdings den Nachteil der systemischen Therapie. Darüber hinaus ist nur die Einleitung der Prophylaxe zu Lasten des SSB möglich und Sie müssen die Ciprofloxacintabletten dem Patienten auf Kassenrezept verordnen.

Es ist auch theoretisch möglich, das Antibiotikum und Kortikoid als Kombinationssalbe zu rezeptieren. Dieser Ansatz ist bei Cilodex® Ohrentropfen umgesetzt worden. Hierzu kann man zum jetzigen Zeitpunkt keine Empfehlung abgeben, da bezüglich der Behandlung mit Salbenkombinationen keine Ergebnisse vorliegen. Ciprofloxacinsalbe, Kortikoidsalbe und ggf. Mullstreifen sind über den Sprechstundenbedarf verordnungsfähig.

In diesem Zusammenhang möchten wir darauf hinweisen, dass sich diese Ausführung nur auf die Infektionsprophylaxe bei Zustand nach Mittelohroperationen bezieht und nicht auf die Behandlung von Gehörgangerkrankungen.

Zu diesen insgesamt nicht ganz zufriedenstellenden Möglichkeiten werden wir auf die Krankenkassen zugehen und versuchen eine lokale Infektionsprophylaxe bei Zustand nach Mittelohroperation auf Basis vorhandener Fertigarzneimittel/ Salben zu vereinbaren.

Mit freundlichen Grüßen

 

Dr. med. Wolfgang LangHeinrich

Vorstandsberater Arznei-, Heil- und Hilfsmittel


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