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Liebe Mitglieder, wer gehört werden will, muss sein Gegenüber kennen. Wir verstehen uns als Kommunikations-Manager. Mitglieder erwarten von uns andere Informationen als Kollegen oder Journalisten. Daher schreiben wir zielgruppengerecht in „Auf den Punkt“, für die interne Kommunikation oder für Tageszeitungen und andere Medien.

Petra Bendrich,
Kommunikation,
stellv. Pressesprecherin

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Rundschreiben 2016

Hier finden Sie die Rundschreiben der KV Hessen aus dem Jahr 2016.

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Rundschreiben 2015

Hier finden Sie die Rundschreiben der KV Hessen aus dem Jahr 2015.

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Rundschreiben der KV Hessen 2017

Partnerpraxen im nahen Umkreis von Kliniken gesucht!

04.05.2017

Rundschreiben vom 3. Mai 2017 alle hausärztlichen und grundversorgend fachärztlichen Mitglieder der KV Hessen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wie Sie der intensiven Medienberichterstattung entnommen haben dürften, ist die ambulante Notfallversorgung im Moment ein Thema, das heiß diskutiert wird. In diesem Zusammenhang werden gerade von den Kliniken bzw. der Hessischen Krankenhausgesellschaft Vorwürfe erhoben, die aus unserer Sicht nur wenig mit der Versorgungsrealität zu tun haben. Da werden vor allem die Nichterreichbarkeit von Vertragsarztpraxen, überlange Mittagspausen oder Schließungen ab Mittwoch oder Freitag 12:00 Uhr als Gründe genannt, warum Patienten statt unserer Praxen die Ambulanzen der Kliniken aufsuchen.

Obwohl diese Argumente an den Haaren herbeigezogen sind, kann es  nicht in unserem Interesse sein, dass immer mehr Patienten ambulante Leistungen im Krankenhaus bzw. deren Notfallambulanzen nachfragen. Der Sicherstellungsauftrag für die ambulante Versorgung liegt bei der KV und damit bei uns allen, die wir in Hessen niedergelassen sind. Und diesen Auftrag müssen wir durch ein angemessenes ambulantes Versorgungsangebot mit Leben erfüllen – denn sonst wird der Gesetzgeber den Weg der krankenhauszentrierten Versorgung konsequent weitergehen. Dass das nicht im Interesse von uns Niedergelassenen sein kann, liegt auf der Hand.

Davon unabhängig stellt sich auch noch die Frage der Vergütung solcher „notfallmäßigen“ Krankenhausbehandlungen, die nicht selten weit jenseits von akuten medizinischen Erfordernissen angesiedelt sind. Dennoch besteht hier ein 100%iger Vergütungsanspruch, der von Ihrem Honorar abgezogen werden muss und den wir als KV erst nach aufwändiger Prüfung in Frage stellen können. Letztendlich geht es hier um zweistellige Millionenbeträge pro Quartal.

Dabei sind wir durchaus in der Lage, durch eine vernünftige und vor allem freiwillige Koordinierung die ambulante Versorgung sicherzustellen und zum Beispiel ohne flächendeckende Portalpraxen auszukommen. Gelänge dies nicht, müssten wir im Extremfall dann bis zu 75 Portalpraxen in Hessen etablieren, sie ärztlich ausstatten und dafür noch viel mehr Honorar in die Hand nehmen. Deshalb sollten wir der aktuellen Kritik neben einem verstärkten Informationsangebot – die KV startet Mitte Mai eine Kampagne zur besseren Verbreitung der 116117 – etwas Substanzielles entgegen setzen: wir suchen in der Umgebung der hessischen Kliniken, die an der Notfallversorgung teilnehmen, Partnerpraxen, die bereit sind, die Patienten tagsüber kurzfristig aufzunehmen, die eigentlich in die ambulante Versorgungsebene gehören.

Wenn Sie als eine solche Partnerpraxis fungieren wollen, sollten Sie folgende Eigenschaften erfüllen: im ländlichen Bereich sollte Ihre Praxis nicht weiter als 10 km, im städtischen Bereich nicht weiter als 5 km von der Klinik entfernt sein. Darüber hinaus sollte es Ihre Praxisorganisation zulassen, dass Sie ambulante „Notfälle“ kurzfristig behandeln bzw. zumindest eine Erstsichtung ermöglichen. Zudem müsste eine telefonische Erreichbarkeit Ihrer Praxis für das Krankenhaus zumindest Montag, Dienstag und Donnerstag zwischen 8.00 und 17:30 Uhr und Mittwoch und Freitag bis 14:00 Uhr durchgehend gewährleistet sein.

Indem wir an dieser Stelle die Leistungsfähigkeit der ambulanten Versorgung ganz praktisch und praxisnah dokumentieren, entziehen Sie unseren Gegnern die Argumente dafür, uns mehr und mehr die Hoheit über die ambulante Versorgung wegzunehmen. Auch aus finanziellen Gründen ist es wichtig, ambulante Fälle im ambulanten Bereich zu versorgen. Sie sorgen damit dafür, dass nicht noch mehr Vergütung für ambulante Leistungen in den Bereich der Krankenhäuser abfließt. Zudem sollten Sie daran denken, dass ein neuer Patient selbstverständlich auch wieder einen neuen RLV-Fallwert auslöst, was sich durch die quartalsgleiche Fallzählung unmittelbar positiv auf Ihre Vergütung auswirkt. Und das Honorar dafür steht auch zur Verfügung, weil es nicht mehr im „Notfalltopf“ benötigt wird.

So werden Sie zur Partnerpraxis

Wenn Sie als Partnerpraxis fungieren wollen, füllen Sie bitte den angehängten Rückmeldebogen aus. Unser Ziel ist es, den Krankenhäusern auf Basis der Rückmeldungen eine Liste jeweils umliegenden Partnerpraxen zur Verfügung zu stellen. Dies könnte beispielweise in Form einer wöchentlich wechselnden Partnerpraxis erfolgen. Selbstverständlich werden wir uns noch einmal mit Ihnen in Verbindung setzen, bevor wir uns an die Krankenhäuser wenden und diesen Partnerpraxen benennen.

Anrufbeantworter

Bitte beachten Sie, dass Sie Ihre Anrufbeantworter nicht mit einem Verweis auf das nächstgelegene Krankenhaus versehen, denn gerade das führt ja dazu, dass Patienten mehr als nötig dort ärztliche Behandlung nachfragen. Auch das direkte Umleiten auf die 116117 dürfte zu einem Zusammenbrechen der dort tagsüber vorgehaltenen Kapazitäten führen und ist deshalb nicht zielführend. Bitte informieren Sie Ihre Patienten vielmehr konkret über die Pausenzeiten Ihrer Praxis bzw. etwaige Vertretungsregelungen mit den umliegenden Praxen.

 

Mit freundlichen kollegialen Grüßen, Ihre
                                                                                                                                                                                                                                
Frank Dastych                    Dr. Eckhard Starke
Vorstandsvorsitzender        stv. Vorstandsvorsitzender

 

Die Anlage finden Sie in der PDF-Datei zum Download.


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