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Rundschreiben der KV Hessen 2018

Einführung des flächendeckenden AugenÄBD

09.02.2018

Rundschreiben vom 8. Februar 2018 an alle augenärztlichen Mitglieder der KV Hessen

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

nach dem kinderärztlichen Bereitschaftsdienst soll es zukünftig in Hessen auch einen separaten augenärztlichen Dienst geben. Die Versorgung der Patienten mit Augenerkrankungen durch Fachärzte für Augenheilkunde ist notwendig, weil die Differentialdiagnostik entsprechende Erfahrung und apparative Voraussetzungen erfordert. Bisher ist die entsprechende Versorgung in Hessen, falls vorhanden, sehr heterogen und in zahlreichen kleinen Bezirken organisiert. Viele Patienten wählen direkt den Weg in eine Augenklinik. Diese Fehlinanspruchnahme und Mehrbelastung bis an die Grenze des Erträglichen hat in den letzten Jahren stark zugenommen.

Dem wollen wir nun entgegenwirken und aus einem Flickenteppich ein homogenes Konstrukt machen, dadurch ambulante Leistungen im ambulanten Sektor behalten und den Patienten ein verlässliches Angebot machen.

Das KV-Konzept, das mit dem Berufsverband konsentiert wurde, sieht folgende Eckpunkte vor:

  • Einteilung der hessischen Augenarztpraxen in sechs Bezirke: Nord, Ost, Mitte, Rhein/Main, West und Süd,

  • Einrichtung von sechs Bereitschaftsdienstzentralen an den Augenkliniken in Kassel, Bad Hersfeld, Gießen, Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt,

  • Betrieb der Zentralen in den Räumen der jeweiligen Augenklinik unter Nutzung der medizinischen Infrastruktur,

  • Vergleichbare Dienstbelastung für alle Augenärztinnen und -ärzte.

Hier die grafische Übersicht über die geplanten Bezirke (zum Vergrößern als PDF bitte anklicken):

Die gefärbten Bereiche zeigen die Planung für die Zuordnung der Praxen zu den jeweiligen Zentralen. Für die Patienten besteht natürlich Wahlfreiheit! Sie können den AugenÄBD in Anspruch nehmen, wo sie wollen.

Wo und wann es losgeht

Zum 1. April 2018 starten die Bezirke West (Wiesbaden) und Rhein/Main (Frankfurt) als Piloten.

Gerade was die Dienstzeiten bzw. Öffnungszeiten und das Inanspruchnahmeverhalten der Patienten angeht, sollen hier praktische Erfahrungen gesammelt werden, damit diese dann in die Planungen der anderen Bezirke mit einfließen können. In allen anderen Regionen bleibt die Organisation des augenärztlichen Bereitschaftsdienstes zunächst unverändert. Hier wird der neue AugenÄBD sukzessive und unter Berücksichtigung der in den beiden Politregionen gemachten Erfahrungen eingeführt. Darüber werden wir Sie selbstverständlich rechtzeitig informieren.

Aus unserer Sicht hat das Konzept viele Vorteile: Zukünftig werden die Dienste von niedergelassenen Ärzten an kooperierenden Krankenhäusern erbracht. Dadurch können maximal viele Patienten im AugenÄBD behandelt werden und nur diejenigen, die tatsächlich eine Klinikbehandlung benötigen, werden auf kurzen Wegen stationär eingewiesen. Außerdem verkürzen sich die Wartezeiten für Patienten, die Krankenhäuser werden nur noch sachgerecht in Anspruch genommen. Sie, die niedergelassenen Augenärztinnen und Augenärzte, haben zudem einen festen Arbeitsplatz und müssen nicht mehr mehrfach in einem Dienst die eigene Praxis anfahren. Alles in allem erwarten wir Verbesserungen für alle Beteiligten: die Patienten, Sie, die niedergelassenen Augenärzte, und die Augenkliniken.

In die Bereitschaftsdienstordnung der KV Hessen (BDO) wurde der
AugenÄBD übrigens schon integriert: Den entsprechenden Beschluss fasste die Vertreterversammlung in ihrer Sitzung am 2. Dezember 2017. Diese geänderte BDO wird demnächst veröffentlicht.

Mit freundlichen kollegialen Grüßen, Ihre
                                                                                                                                                                                                                                
Frank Dastych                    Dr. Eckhard Starke
Vorstandsvorsitzender        stv. Vorstandsvorsitzender

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