Nach obenZur Suche

Liebe Journalisten, wer gehört werden will, muss sein Gegenüber kennen. Wir verstehen uns als Kommunikations-Manager. Mitglieder erwarten von uns andere Informationen als Kollegen oder Medienvertreter. Daher schreiben wir zielgruppengerecht in „Auf den Punkt“, für die interne Kommunikation oder für Tageszeitungen und andere Medien.

Petra Bendrich,
Kommunikation,
stellv. Pressesprecherin

KVH|Sammelkorb aufrufen  Sammelkorb für Downloads:

Ihre gesammelten Downloads können Sie jetzt komfortabel mit einem Klick herunterladen.

Sie haben noch keine Downloads gesammelt.

Pressemeldungen 2018

„Zusätzliche Hürden zur psychotherapeutischen Behandlung schaden psychisch kranken Menschen“

24.10.2018

Frankfurt – Entschieden wenden sich die Psycho-therapeutenkammer Hessen und die Kassenärztliche Vereinigung Hessen gegen Passagen im aktuellen Gesetzentwurf von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, mit denen der Zugang zur Psychotherapie neu geregelt werden soll. Im Kabinettsentwurf des Termin-Service und Versorgungsgesetzes (TSVG) ist vorgesehen, dass die psychotherapeutische Behandlung in Zukunft extern durch Gutachter und sonstige Koordinatoren zugeteilt werden soll. Bisher dürfen Psychotherapeut und Patient gemeinsam über die notwendige Behandlung entscheiden. Diese Steuerung lehnen die KV Hessen und Psychotherapeutenkammer aus fachlichen und inhaltlichen Gründen entschieden ab.

Dr. Heike Winter, die Präsidentin der Psychotherapeutenkammer Hessen, erklärte dazu heute: „Die freie Wahl des Psychotherapeuten/der Psychotherapeutin und der freie niedrigschwellige Zugang zum Psychotherapeuten/zur Psychotherapeutin durch den Patienten ist für den Behandlungserfolg einer Psychotherapie ausschlaggebend und essentiell. Es liegt auf der Hand, dass eine psychotherapeutische Behandlung über einen längeren Zeitraum ein besonderes Vertrauensverhältnis voraussetzt, das nicht durch eine externe Zuteilung der psychotherapeutischen Behandlung hergestellt werden kann. Statt den durch die Reform der psychotherapeutischen Versorgung in 2017 eingeschlagenen Weg fortzusetzen, baut die im Gesetzesentwurf beabsichtigte ‚Steuerung der Patientinnen und Patienten‘ neue Hürden vor der psychotherapeutischen Behandlung auf: Patientinnen oder Patienten müssen danach ihre Geschichte und Probleme zunächst gleich mehreren Gutachtern, Koordinatoren und Behandlern schildern und unnötig lange Versorgungswege beschreiten. Dies ist insbesondere für psychisch Kranke schwierig und konterkariert das Bemühen um einen niedrigschwelligen Behandlungszugang.“

Die Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen, Frank Dastych und Dr. Eckhard Starke, teilen die Sorge über eine fatale gesetzliche Fehlsteuerung: „Schauen wir uns die aktuelle psychotherapeutische Versorgung in Hessen an, lässt sich feststellen, dass die seit 1.4.2017 neu eingeführte psychotherapeutische Sprechstunde als niedrigschwelliger Zugang zur Psychotherapie wirkt. Die neu eingeführte psychotherapeutische Akutbehandlung wurde erfolgreich durch die psychotherapeutischen Praxen in Hessen umgesetzt, anfragende gesetzlich Krankenversicherte erhalten zeitnah einen Termin für die Sprechstunde zur ersten diagnostischen Abklärung, Information und Beratung direkt in den psychotherapeutischen Praxen. Nur ca. fünf Prozent dieser Sprechstundentermine mussten durch die Terminservicestelle der KV Hessen vermittelt werden. Diese konnten aufgrund der Terminmeldungen der Psychotherapeuten durch die Terminservicestelle jedoch problemlos zeitnah vergeben werden. Auch die psychotherapeutische Akutbehandlung als neue psychotherapeutische Leistung wird in den Praxen in ausreichendem Maße angeboten, sofern eine unmittelbare psychotherapeutische Behandlung erforderlich ist. Für diese Akutbehandlung musste die Terminservicestelle nur in einer geringen Anzahl von Fällen Termine vermitteln. Dies liegt sicher auch daran, dass die Behandlungskapazitäten für psychotherapeutische Leistungen insgesamt durch die vermehrte Teilung von Psychotherapie-Zulassungen in den zurückliegenden Jahren gestiegen sind, zuletzt zwischen 2014 und 2018 um 16 Prozent.“

Aus Sicht von Kammer und KV führt eine weitere, vorgeschaltete Überprüfung der psychotherapeutischen Behandlungsbedürftigkeit, wie sie der Kabinettsentwurf des TSVG vorsieht, zu unsinnigen Verzögerungen und behindert die notwendige Behandlung von Menschen mit psychischen Erkrankungen.

Hinweis an die Redaktionen:

Bei Fragen und Interviewwünschen wenden Sie sich an die Abteilung Kommunikation der KV Hessen, Karl Matthias Roth, Telefon 069 24741-6995, Petra Bendrich, Telefon 069 24741-6988, Telefax 069 24741-68818, E-Mail: presse(at)kvhessen.de.

Oder an: Robert G. Eberle, Telefon 0611 53168-26, E-Mail: presse@ptk-hessen.de


einen Moment bitte