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Liebe Journalisten, wer gehört werden will, muss sein Gegenüber kennen. Wir verstehen uns als Kommunikations-Manager. Mitglieder erwarten von uns andere Informationen als Kollegen oder Medienvertreter. Daher schreiben wir zielgruppengerecht in „Auf den Punkt“, für die interne Kommunikation oder für Tageszeitungen und andere Medien.

Petra Bendrich,
Kommunikation,
stellv. Pressesprecherin

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Pressemeldungen 2018

Heimarzt für Pflegeheime: Zwang löst kein Versorgungsproblem

28.05.2018

Die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen verwahrt sich gegen Pläne des Bundesgesundheitsministeriums, KVen zu verpflichten, Pflegeheimen einen Heimarzt zu vermitteln. Die Vertreter verabschiedeten deshalb bei ihrer Sitzung am vergangenen Samstag einstimmig die folgende Resolution:

Aus der bisher im Gesetz verankerten „Soll“-Regelung soll nach Vorstellungen des Ministers eine „Muss“-Regelung werden. Damit würde neben einer weiteren Reglementierung der ambulanten Versorgung die ohnehin schon knappe Ressource Arzt weiter verknappt. Denn Pflegeheime, die für die Betreiber in der Regel überaus rentabel zu führende Einrichtungen sind, entstehen oft in ländlichen Bereichen „auf der grünen Wiese“, ohne dass dort vorab die ärztliche Versorgung geklärt werden müsste. Dieses offensichtliche Regelungsdefizit soll nun zu Lasten Dritter, nämlich der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, „geheilt“ werden. Im Sofortprogramm des Ministers für den Bereich Pflege ist von einer tiefen Vertrauenskrise der Pflegenden in Strukturen und System die Rede. Diese Vertrauenskrise würde der Minister nun endgültig in den Bereich der ambulanten Versorgung verschieben, würden seine Pläne Wirklichkeit. Denn die offenkundigen Personal- und Qualifikationsprobleme in der Pflege führen schon heute dazu, dass für einfachste Erkrankungen ein Arzt ins Heim bestellt wird, weil dort die notwendige Kompetenz fehlt. Ambulante ärztliche Versorgung darf hier nicht missbraucht werden, um Personalmangel und Ausbildungsdefizite zu substituieren und Gewinnoptimierung der Heimbetreiber zu sichern. Heime gehen mittlerweile sogar so weit, unseren Mitgliedern Termine für die Heimbetreuung für regelmäßige Visiten zu diktieren.

Ganz zu schweigen davon, dass die Versorgung der Heimbewohner kaum als ambulante Versorgung verstanden werden kann – denn es handelt sich hierbei um stationäre, krankenhausähnliche Pflegeeinrichtungen, für die kaum der ambulante Versorgungsbereich verantwortlich sein kann. Zumindest nicht durch Zwang, denn Zwang löst kein Versorgungsproblem. Eine solche Regelung dürfte vielmehr den ohnehin schon erheblichen Ärger und Frust bei den Niedergelassenen verstärken, die tiefe Vertrauenskrise gegenüber der Politik weiter verschärfen.

Wir verschließen uns der Versorgung von Heimbewohnern nicht. Die Tatsache, dass in Hessen bereits rund 40 Prozent der Heime einen Kooperationsvertrag mit mindestens einem Arzt abgeschlossen haben, belegt dies. Voraussetzung für mehr Kooperation ist aus unserer Sicht aber zwingend, dass die internen Probleme der Heime in Personalausstattung und Qualität gelöst werden. Dann, Herr Minister, sind wir offen dafür, über die Versorgung in Heimen zu sprechen. Nicht aber als Diktat und nicht erneut als „Ausputzer“ für die Probleme, die andere Versorger zu lösen haben. Betriebsgenehmigungen für neue Pflegeheime sind darüber hinaus nur zu erteilen, wenn vorher einvernehmlich vor Ort die haus- und fachärztliche Versorgung sichergestellt ist.

Hinweis an die Redaktionen:

Bei Fragen und Interviewwünschen wenden Sie sich an die Abteilung Kommunikation der KV Hessen, Karl Matthias Roth, Telefon 069 24741-6995, Petra Bendrich, Telefon 069 24741-6988, Telefax 069 24741-68818, E-Mail: presse(at)kvhessen.LÖSCHEN.de.


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