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Liebe Journalisten, wer gehört werden will, muss sein Gegenüber kennen. Wir verstehen uns als Kommunikations-Manager. Mitglieder erwarten von uns andere Informationen als Kollegen oder Medienvertreter. Daher schreiben wir zielgruppengerecht in „Auf den Punkt“, für die interne Kommunikation oder für Tageszeitungen und andere Medien.

Petra Bendrich,
Kommunikation,
stellv. Pressesprecherin

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Pressemeldungen 2017

KV Hessen bietet bei Notfallversorgung Dialog an

13.03.2017

In der Auseinandersetzung um die ambulante Notfallversorgung in Hessen haben die Vorstandsvorsitzenden der KV Hessen, Frank Dastych und Dr. Eckhard Starke, heute in Frankfurt für eine Lösung im Dialog mit den Kliniken geworben. Voraussetzung dafür sei aber, dass die Falschmeldungen aus dem Klinikumfeld der letzten Tage durch eine echte Dialogbereitschaft ersetzt würden. „Wir sind dazu bereit und erwarten die gleiche Bereitschaft auch auf Seiten der Kliniken. Wenn sich das Ministerium als Vermittler angeboten hat, kann das der Versachlichung der Diskussion nur nützen“, erklärten die beiden Vorsitzenden heute im Rahmen einer Pressekonferenz.

Dastych legte dar, dass die Behauptungen der Kliniken, sie müssten nun Notfallleistungen zu Dumpingpreisen oder gar ohne Vergütung erbringen, falsch sei: „Es stimmt ja eben gerade nicht, dass nun alles umsonst erbracht werden soll. Die viel diskutierte Abklärungspauschale zum Beispiel gab es vorher nicht in der Gebührenordnung und sie wurde, ich wiederhole mich da, auf Initiative der Deutschen Krankenhausgesellschaft eingeführt. Zudem listet die Gebührenordnung nun Notfallleistungen nach verschiedenen Schweregraden auf – auch das sorgt eigentlich für mehr Klarheit in der ambulanten Notfallversorgung und auch eine entsprechende Vergütung. Und eins muss auch ganz klar gesagt werden. Die ambulante Notfallversorgung wird in Hessen durch die KV Hessen sichergestellt – ohne Wenn und Aber und in vollem Umfang! Und selbst, wenn die Kliniken ab sofort keine ambulanten Patienten mehr behandeln würden, wäre die KV logistisch und organisatorisch in der Lage, die Versorgung zu sichern. Bei Tag und Nacht.“ Entschieden verwahrte sich der Vorstandsvorsitzende gegen den Vorwurf, die Patienten würden Notfallambulanzen anlaufen, weil keine niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte die Versorgung übernehmen wollten: „Viele unserer Kolleginnen und Kollegen arbeiten Tag für Tag an der Belastungsgrenze und darüber hinaus. Angesichts dieser Tatsache sind die gemachten Vorwürfe untragbar und ein Schlag ins Gesicht der Niedergelassenen.“

Dr. Starke betonte in seinem Statement die Bedeutung klarer Regeln in der ambulanten Versorgung: „Wir verstehen, dass die Kliniken keinen Beifall klatschen, wenn weniger Honorar fließt. Aber es scheint doch so, als hätten sich die Kliniken über Jahre am Honorarkuchen der Niedergelassenen satt gegessen und dabei den Blick für die Vergütungsrelationen verloren. Wie soll ich denn meinen hausärztlichen Kollegen erklären, dass sie für die von der DKG geforderten 130,- Euro Fallwert neun Monate arbeiten müssen und dabei dieser eine Patient theoretisch unbegrenzt die Praxis aufsuchen kann? Und das bei im Grunde gleicher Arbeit? Das Beispiel zeigt gut, dass sich die Relationen und offenbar auch die Kostenstrukturen klar verschoben haben. Deshalb ist es dringend notwendig, dass wir zu klaren Regelungen im Sinne einer vernünftigen Patientenversorgung kommen. Selbst in einem Klinikumfeld wie in Offenbach, wo in jeder Klinik auf meine Initiative hin ein Hausarzt mit einer eigenen Praxis sitzt, funktioniert die Zusammenarbeit offensichtlich nicht überall, wie das Beispiel Sana-Klinikum zeigt. Die Strukturen sind da, nur muss sich die Klinik in diesem Fall fragen lassen, warum sie sie offensichtlich nicht nutzt. Vielleicht spielen hier doch wirtschaftliche Interessen und die Notfallambulanz als ‘Staubsauger’ für leere Klinikbetten eine viel größere Rolle als immer behauptet wird?

Unsere Reaktion auf die Vorwürfe seitens der Kliniken waren auch deshalb so hart, weil wir das Gefühl haben, dass mit den Ängsten der Patienten gespielt wird und auf deren Rücken politische und finanzielle Forderungen durchgedrückt werden sollen. Wir müssen aber auch feststellen, dass wir in der ambulanten und stationären Versorgung mehr Information und mehr Steuerung brauchen. Und damit zumindest die Informationsdefizite über die richtige Versorgungsebene in der ambulanten Behandlung reduziert werden, wird die KV in den nächsten Wochen eine Informationskampagne dazu starten.“

Hinweis an die Redaktionen:

Bei Fragen und Interviewwünschen wenden Sie sich an die Abteilung Kommunikation der KV Hessen, Karl Matthias Roth, Telefon 069 24741-6995, Petra Bendrich, Telefon 069 24741-6988, Telefax 069 24741-68818, E-Mail: presse(at)kvhessen.LÖSCHEN.de.


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