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Liebe Journalisten, wer gehört werden will, muss sein Gegenüber kennen. Wir verstehen uns als Kommunikations-Manager. Mitglieder erwarten von uns andere Informationen als Kollegen oder Medienvertreter. Daher schreiben wir zielgruppengerecht in „Auf den Punkt“, für die interne Kommunikation oder für Tageszeitungen und andere Medien.

Petra Bendrich,
Kommunikation,
stellv. Pressesprecherin

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Titelthema der Ausgabe 3-2017: "Niederlassung? Ja bitte"

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Pressemeldungen 2017

KV Hessen erklärt Scheitern der Honorarverhandlungen: „Bankrotterklärung der Krankenkassen in Hessen“

23.06.2017

Mit scharfer Kritik und der Erklärung des Scheiterns der Honorarverhandlungen hat der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen auf das „Angebot“ der Krankenkassen in Hessen reagiert, die Honorarsumme für das Jahr 2017 um fast 50 Millionen Euro im Vergleich zum Jahr 2016 abzusenken.

„Wir sind bestürzt, mit welchem demonstrativen Desinteresse an ihren Versicherten die Krankenkassen in Hessen das Scheitern der Verhandlungen geradezu provoziert haben“, erklärten dazu heute Frank Dastych und Dr. Eckhard Starke, die beiden Vorstandsvorsitzenden der KV Hessen. „Angesichts der Milliardenüberschüsse, die noch vergangene Woche durch Recherchen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ans Licht kamen und sich mittlerweile auf 16,5 Milliarden Euro belaufen, ist eine Absenkung der Honorare im Vergleich zum Vorjahr nicht nur grotesk, sondern eine Bankrotterklärung der Krankenkassen in Hessen in Bezug auf die Verantwortung für die ambulante Versorgung ihrer Versicherten.“

Während die Verwaltungskosten der Krankenkassen bundesweit um 5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sind, sollen nun also die Honorare der hessischen Ärzte und Psychotherapeuten abgesenkt werden. Das bedeutet im Klartext: Mehr Investition in teures Marketing, höhere Entlohnung von Vorständen und schickere Konzernzentralen auf Kassenseite – aber weniger Geld für die Versorgung und eine angemessene Entlohnung derjenigen, die die Mitglieder der Krankenkassen tagtäglich auf hohem Niveau behandeln. Nicht zu vergessen: Bei den Geldern, mit denen die Kassen operieren, handelt es sich um die Beiträge von Versicherten. Gelder, die die Kassen nun explizit nicht mehr bzw. in geringerem Umfang für die Versorgung ebendieser Versicherten ausgeben wollen. Und das mit Hessen in einem Land, in dem durch das Institut des Bewertungsausschusses ein erhöhter Behandlungsbedarf und gleichzeitig ein niedriges Niveau der Honorare quasi amtlich festgestellt worden war. Anstatt dem Auftrag des Gesetzgebers zu folgen und die Honorare entsprechend des Bedarfs anzuheben, wollen die Kassen in Hessen nun sogar weniger Honorar zahlen. Geht es nach den Kassen, würde Hessen damit zum deutschlandweiten Schlusslicht bei den ambulanten Honoraren.

„Angesichts dieser dreisten Forderung haben wir keine andere Wahl, als der Vertreterversammlung in ihrer nächsten Sitzung vorzuschlagen, sämtliche Maßnahmen zur Niederlassungsförderung in Hessen einzustellen. Wir können es angesichts dieser Geisterfahrt der Kassen weder verantworten noch jungen Kolleginnen und Kollegen empfehlen, sich in Hessen niederzulassen. Die Verantwortung für dieses Niederlassungsdebakel und den daraus resultierenden dramatischen Ärztemangel tragen allein die Kassen in Hessen. Wer soll sich unter diesen Umständen noch in Hessen niederlassen?“, fragen die Vorsitzenden rhetorisch. „Wir fordern Landes- und Bundespolitik auf, dem unseriösen Gebaren der Kassen Einhalt zu gebieten. Leider sehen wir damit auch unsere Bemühungen der vergangenen vier Jahre, zwischen KV und Kassen zu einem stärker partnerschaftlich ausgerichteten Miteinander mit Verständnis für beide Seiten zu kommen, als gescheitert an. Das Schiedsamt, das wir nun anrufen werden, wird uns zwar hoffentlich ein besseres Honorarergebnis bringen. Die Partnerschaft mit den Kassen liegt hingegen in Trümmern.“

Hinweis an die Redaktionen:

Bei Fragen und Interviewwünschen wenden Sie sich an die Abteilung Kommunikation der KV Hessen, Karl Matthias Roth, Telefon 069 24741-6995, Petra Bendrich, Telefon 069 24741-6988, Telefax 069 24741-68818, E-Mail: presse(at)kvhessen.LÖSCHEN.de.


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