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Liebe Journalisten, wer gehört werden will, muss sein Gegenüber kennen. Wir verstehen uns als Kommunikations-Manager. Mitglieder erwarten von uns andere Informationen als Kollegen oder Medienvertreter. Daher schreiben wir zielgruppengerecht in „Auf den Punkt“, für die interne Kommunikation oder für Tageszeitungen und andere Medien.

Petra Bendrich,
Kommunikation,
stellv. Pressesprecherin

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Pressemeldungen 2016

KV Hessen weist Kritik von Landrat Pipa zurück

21.04.2016

Frankfurt, 21.04.2016 – Energisch hat heute der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen die Kritik von Landrat Erich Pipa an den Plänen zur Reform des kinderärztlichen Bereitschaftsdienstes in Hessen zurückgewiesen.

Dazu erklärten die Vorstandsvorsitzenden, Frank Dastych und Dr. Günter Haas, heute in Frankfurt: „Herr Pipa wäre gut beraten, bei den Fakten zu bleiben. Und die weisen aus, dass in Gelnhausen und Umgebung viel zu wenige Kinderärzte niedergelassen sind, um dort einen kinderärztlichen Bereitschaftsdienst mit einer vertretbaren Dienstbelastung für die eingeteilten Ärztinnen und Ärzte zu organisieren. Mit seiner unsachlichen Kritik erweckt Herr Pipa den Eindruck, die KV könne einfach nach Wunsch und auf Knopfdruck weitere Zentralen schaffen. Das ist nicht der Fall. Pädiater, die mit dem Gedanken an eine Niederlassung spielen, werden um Hessen und besonders um den Main-Kinzig-Kreis einen weiten Bogen machen, wenn die KV die Dienstbelastung des Einzelnen nicht im vertretbaren Rahmen belässt. Hessen ohne niederge-lassene Kinderärzte kann nicht das Ziel von Herrn Pipa sein.“


Der KV Vorstand kündigte an, zeitnah das Konzept für den pädiatrischen Bereitschaftsdienst in Hessen vorzustellen. „Dabei werden wir uns auch von Herrn Pipa nicht treiben lassen und stattdessen bei unserem Zeitplan bleiben. Uns war es wichtig, die Planungen zuerst mit den hessischen Pädiatern und den zuständigen Obleuten abzustimmen, bevor es öffentlich diskutiert wird. Und es war klar, dass sich nun Kommunalpolitiker wie Herr Pipa zu Wort melden, die für Ihren Kreis einen Standort fordern. Aufgabe der KV ist es aber – entgegen der populistischen Äußerungen von Herrn Pipa – ganz Hessen und nicht nur einen regionalen Ausschnitt des Landes im Blick zu haben. Dafür haben wir Sorge zu tragen und tun dies auch – orientiert an den gesetzlichen Vorgaben, die für die ärztliche Versorgung die Kriterien ‘wirtschaftlich, ausreichend, notwendig und zweckmäßig’ definieren. Und das bedeutet eben, dass das Netz der kinderärztlichen Bereitschaftsdienstzentralen grobmaschiger sein muss, als es dem einen oder anderen gefällt. Für mehr Zentralen fehlen sowohl das Geld als auch vor allem die Ärztinnen und Ärzte.“ Nichtsdestotrotz sagte der Vorstand der KVH zu, die Zahlen zur kinderärztlichen Versorgung im Kreis Main-Kinzig-Ost noch einmal zu evaluieren.


Möglicherweise ist das Thema Geld ja einer der Haupttreiber für Pipas Forderung. Denn der Landrat, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Main-Kinzig-Kliniken ist, würde mit einer pädiatrischen Bereitschaftsdienstzentrale gleich mehrere Probleme lösen. Er würde durch die KV den Bereitschaftsdienst komplett finanziert bekommen und damit einen Betrag von mutmaßlich gut einer Million Euro pro Jahr einsparen, die im Moment von der Kinderklinik als Kosten angegeben werden. Und dieser Betrag würde natürlich den klammen Landkreishaushalt deutlich entlasten. Zudem besteht angesichts der in Gelnhausen angesiedelten Kinderambulanz eigentlich kein Versorgungsproblem. Zumal den Eltern selbstverständlich auch der allgemeine Bereitschaftsdienst offen steht, sollten Kinder während der sprechstundenfreien Zeiten ärztliche Hilfe benötigen.


Endgültig ins populistische Abseits stellt sich der Landrat mit seiner Behauptung, die Entscheidung gegen eine Zentrale in Gelnhausen sei eine Steilvorlage für frustrierte Bürger, zukünftig die AfD zu wählen: „Vielleicht sollte es Herr Pipa einfach mal mit überzeugender politischer Arbeit versuchen. Hat er doch in seinem Landkreis eines der besten AfD-Ergebnisse in ganz Hessen. Wie attraktiv Forderungen zu Lasten anderer sind – in diesem Fall zu Lasten der niedergelassenen Kinderärzte – liegt zwar auf der Hand. Uns stellt sich aber ernsthaft die Frage, warum der KV-Vorstand nun für die Wahlmisere in seinem Landkreis verantwortlich sein soll. Unbeteiligte für die eigenen Misserfolge verantwortlich zu machen, ist nicht nur schlechter Stil, sondern allzu leicht zu durchschauen. Ansonsten interessieren wir uns als KV weder für die SPD noch die AfD. Unsere Aufgabe ist eine, die der Gesetzgeber eingrenzt: die ärztliche und psychotherapeutische Versorgung wirtschaftlich, ausreichend, dem notwendigen Maß folgend und zweckmäßig zu gestalten. Das sollte eigentlich auch Herr Pipa wissen."

Hinweis an die Redaktion:

Bei Fragen und Interviewwünschen wenden Sie sich an die Abteilung Kommunikation der KV Hessen, Karl Matthias Roth, Telefon 069 79502-755, Petra Bendrich, Telefon 069 79502-580, Telefax 069 79502-501, E-Mail: presse(at)kvhessen.LÖSCHEN.de.


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