Status "geimpfte Person" als Genesener erwerben

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat klargestellt, dass Personen, deren nachgewiesene Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 länger als sechs Monate zurückliegt, den Status einer „geimpften Person“ bereits mit einer Impfung erlangen. Eine missverständliche Formulierung in der Schutzmaßnahmen-Ausnahmeverordnung (SchAusnahmV) führte zu zahlreichen Nachfragen.

Die SchAusnahmV des Bundes stellt Geimpfte und Genesene mit getesteten Personen gleich und sieht für Geimpfte und Genesene Ausnahmen von Regelungen des § 28b Infektionsschutzgesetzes und vergleichbarer Corona-Bestimmungen der Länder vor.

Eine „geimpfte Person“ ist dabei eine asymptomatische Person, die einen auf sie ausgestellten Impfnachweis besitzt. Einen solchen Impfnachweis erhält, wer vollständig gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 geimpft ist.

Dies ist bei genesenen Personen bereits nach Verabreichung einer Impfdosis der Fall und gilt für alle zugelassenen Impfstoffe gegen COVID-19. Als „genesene Person“ im Sinne der SchAusnahmV wiederum gilt eine asymptomatische Person, die im Besitz eines auf sie ausgestellten Genesenenachweises ist.

Von COVID-19 genesene Patienten können ein digitales Impfzertifikat nach einmaliger Impfung auch dann erhalten, wenn die Erkrankung mehr als sechs Monate her ist und deswegen kein Genesenenzertifikat mehr ausgestellt werden kann. Dies hat das Bundesgesundheitsministerium auf Anfrage bestätigt. Als Beleg genügten ein positiver PCR-Test und der Eintrag im Impfbuch.

Ein solcher Nachweis wird erteilt, wenn eine Infektion mit SARS-CoV-2 durch einen anerkannten PCR-Test nachgewiesen wurde. Dieser Test muss mindestens 28 Tage und darf maximal sechs Monate zurückliegen. Antigen- oder Antikörpertests reichen nicht aus.

Um als genesene Person im Sinne der SchAusnahmV den Status einer geimpften Person zu erhalten, müsste also die (einmalige) Impfung ebenfalls in diesem Zeitraum erfolgen. Genesene, deren Infektion länger als sechs Monate zurückliegt, müssten sich dagegen einer zweifachen Impfung unterziehen.

Diese Aussage widerspricht allerdings den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI). Nach Einschätzung des RKI reicht bei Genesenen zwar eine Impfung aus, jedoch soll diese Impfung frühestens nach sechs Monaten erfolgen.

Das BMG hat deutlich gemacht, dass „auch ein vormals Genesener, bei dem die Erstinfektion schon länger als sechs Monate her ist, von der Formulierung erfasst ist“.

Bedeutet: Auch Personen, deren (nachgewiesene) Infektion länger als sechs Monate zurückliegt, erlangen also durch (einmalige) Impfung den Status einer „geimpften Person“.

Der Beschluss der STIKO zur 8. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung vom 8. Juli 2021 enthält neben dem heterologen Impfschema bei AstraZeneca auch Anpassungen zur Impfung von Personen, die eine gesicherte SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben. Sie sollen unabhängig vom Alter zunächst nur eine Impfstoffdosis erhalten, in der Regel sechs Monate nach der Infektion. 

Nach der neuen STIKO-Empfehlung ist die Impfung auch schon vier Wochen nach dem Ende der COVID-19-Symptome möglich, wenn zum Beispiel eine Exposition gegenüber künftig auftretenden Virusvarianten gegeben ist, gegen die eine durchgemachte SARS-CoV-2- Infektion keinen ausreichenden Schutz mehr bietet. Nach gesicherter asymptomatischer SARS-CoV-2-Infektion könne die Impfung ebenfalls bereits ab vier Wochen nach der Labordiagnose erfolgen.

zuletzt aktualisiert am: 30.07.2021

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