Impfstoffe

Bestellungen für vertragsärztliche Praxen

Coronavirus: Impfen in den Praxen

Zum 7. April 2021 sind auch die vertragsärztlichen Praxen mit den Impfungen gegen das Coronavirus gestartet. In Impfzentren geimpfte Patienten sollen laut Bundesministerium für Gesundheit (BMG) grundsätzlich auch dort die zweite Impfung erhalten.

Die KBV gibt Hinweise zur Impfstoffbestellung. Details zur Abrechnung der Impfungen hat die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) für Arztpraxen zusammengefasst. Beachten Sie auch die Infos zum digitalen Impfpass in Hessens Praxen. Weitere aktuelle Infos lesen Sie in den PraxisNachrichten der KBV. 

Bestellen: BioNTech/Pfizer, AstraZeneca, Johnson & Johnson

Die Haus- und Fachärzte erhalten in der Woche vom 24. Juni bis 4. Juli rund 3,2 Millionen Impfstoffdosen, davon 2,6 Millionen von BioNTech/Pfizer und 640.000 von AstraZeneca. Von Johnson & Johnson erhalten die Praxen diesmal keinen Impfstoff.

Ärzte bestellen Impfstoff bei der Apotheke, bei der sie auch sonst bestellen
  • bis Dienstag (22. Juni), 12 Uhr für die Woche vom 24. Juni bis 4. Juli,
     
  • für Erstimpfungen
    • von Comirnaty® (BioNTech/Pfizer) maximal 60 Dosen (zehn Vials) für Erstimpfungen,
    • von Vaxzevria®: (AstraZeneca) maximal 40 Dosen (vier Vials) für Erstimpfungen,
    • von Janssen® (Johnson & Johnson) keinen Impfstoff, 
       
  • für Zweitimpfungen gibt es keine Obergrenzen.

Die Bestellung erfolgt impfstoffspezifisch. Ärzte geben auf dem Arzneimittelrezept (Muster 16) dazu den Impfstoffnamen und die jeweilige Anzahl der Dosen an.

Für Zweitimpfungen verwenden Ärzte weiterhin ein separates Rezept. Sie geben darauf die Anzahl der Dosen an, die sie in der jeweiligen Woche benötigen, um Patienten unter Einhaltung der empfohlenen Impfabstände zum zweiten Mal impfen zu können.

Liefermenge

Da die Impfstoffmenge nach wie vor begrenzt ist, hängt die tatsächliche Liefermenge pro Arzt für Erstimpfungen von der Anzahl der bestellenden Ärzte und der Bestellmenge insgesamt ab. Wegen anstehender Zweitimpfungen ist es möglich, dass Ärzte von BioNTech/Pfizer vier bis fünf Vials und von AstraZeneca ein bis zwei Vials für Erstimpfungen erhalten. 

Tagesaktuelle Dokumentation der Impfungen erforderlich

Das BMG hat darauf aufmerksam gemacht, dass möglichst keine Impfstoffvorräte angelegt werden sollen und die Impfungen tagesaktuell dokumentiert werden müssen. Dies sei für die Planung und Bereitstellung des vertragsärztlichen Impfstoffkontingents erforderlich.

Die Bestellung von Impfstoff für Erst- und Zweitimpfungen in Arztpraxen erfolgt auf zwei separaten Rezepten, damit die Belieferung mit Impfstoff für Zweitimpfungen vorrangig erfolgen kann. Vertragsärzte vermerken auf jeder Verordnung (Muster 16), ob es sich um eine Bestellung für „Erstimpfungen“ oder für „Zweitimpfungen“ handelt. Sie geben den Namen des Impfstoffes sowie die Anzahl der Dosen an. 

Die maximale Bestellmenge darf insgesamt nicht überschritten werden. Als Kostenträger das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) mit dem Institutionskennzeichen (IK) 100038825 anzugeben.

Beispiel: Für Erst- und Zweitimpfungen mit dem Vakzin von BioNTech /Pfizer können bei diesem Beispiel insgesamt 36 Dosen je Arzt bestellt werden.

  • Rezept für Erstimpfungen: „Erstimpfungen: 12 Impfstoffdosen Comirnaty® plus erforderliches Impfzubehör und 30 Impfstoffdosen Vaxzevria® plus erforderliches Impfzubehör“
  • Rezept für Zweitimpfungen: „Zweitimpfungen: 24 Impfstoffdosen Comirnaty® plus erforderliches Impfzubehör“

Ärzte geben Sie die Anzahl der Dosen entsprechend der Vial-Größe an: Bei einer zweiten Impfung von 23 Patienten mit dem Impfstoff von BioNTech impfen wollen, geben sie 24 Dosen (vier Vials mit sechs Dosen) an.

Um sechs Dosen aus einem Vial von Comirnaty® entnehmen zu können, ist auf die Verwendung einer geeigneten Kombination aus Spritzen und/oder Nadeln hinsichtlich des Totraumvolumens zu achten. Die Kombination aus Spritze und Nadel sollte ein Totraumvolumen von nicht mehr als 35 Mikrolitern haben.

Sollte zum Aufziehen und Verimpfen einer Dosis nicht dieselbe Kanüle verwendet werden, ist das Totraumvolumen der neuen, leeren Kanüle zu beachten, um Unterdosierung zu vermeiden., da das entsprechende Volumen in der Kanüle verbleibt.

Bei AstraZeneca kann der Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung mit AstraZeneca in Absprache mit dem Patienten innerhalb des nach der Zulassung möglichen Zeitraums zwischen vier und zwölf Wochen individuell festgelegt werden. Ärzte sollen die Patienten über die steigende Wirksamkeit bei einem möglichst langen Impfintervall aufklären. 

Ärzte gehen im Falle von Impfschäden kein Haftungsrisiko ein, wenn sie Personen unter 60 Jahren mit dem Vakzin von AstraZeneca impfen. 

Welche besonderen Regelungen gelten, wenn Ärzte Patienten mit überstandener Corona-Infektion impfen, hat die KVH zusammengefasst.

Praxen erhalten fertige Klebeetikette für die Dokumentation im Impfausweis ihrer Patienten. Sowohl BioNTech als auch AstraZeneca stellen Aufkleber bereit. Die Auslieferung erfolgt über die Apotheken zusammen mit dem Impfstoff.

Für den Impfstoff von BioNTech gibt es pro Vial einen Bogen mit 18 Etiketten. Auf den Etiketten ist dann auch die Chargennummer aufgedruckt; die Sticker müssen nur noch im Impfausweis oder in der Ersatzbescheinigung aufgeklebt werden.

Die Kassenärztliche Bundesvereingung (KBV) hat dazu ein umfangreiches Info-Paket geschnürt, das die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) ihren Mitgliedern auf dieser Seite bereitstellt.

Die Informationen sind in drei Pakete geclustert:

  • Infopaket 1: Bestellung, Lieferung und Verabreichung
  • Infopaket 2: Organisation und Aufklärung
  • Infopaket 3: Abrechnung und Dokumentation

Alle Dateien stehen auf dieser Seite entsprechend nach Paketen zum Download zur Verfügung.

Infos für Patienten

Zusätzlich hat die KVH ein Merkblatt für Patienten erstellt, die mit dem AstraZeneca-Impfstoff geimpft werden.

Dr. med. Harald Herholz,  Referent für Arznei-, Heil- und Hilfsmittel bei der KVH, erklärt in drei Videos zu den Impfstoffen, worauf es ankommt.

AstraZeneca

Der Impfstoff von AstraZeneca kann in Hessen inzwischen ohne Priorisierung verimpft werden.

Biontec Pfizer

Moderna

zuletzt aktualisiert am: 18.06.2021

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