Ärzte und Psychotherapeuten können Patienten auch dann versorgen, wenn sie nicht sie in die Praxis kommen können. Dafür gelten besondere Regelungen während der Corona-Pandemie. Dennoch müssen Praxen die Patientendaten dafür erfassen. So funktioniert es, ohne dass sie die elektronische Gesundheitskarte (eGK) einlesen müssen.

Patientendaten ohne Einlesen der eGK

Während der Corona-Pandemie gibt es für Ärzte und Psychotherapeuten viele Möglichkeiten, Patienten zu versorgen, ohne dass sie in die Praxis kommen müssen. Doch was ist mit der elektronischen Gesundheitskarte (eGK), die Praxen einmal im Quartal einlesen sollen? Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat sich mit dem GKV-Spitzenverband auf eine Regelung bis zum 30. Juni 2020 verständigt.

Danach dürfen Praxen in bestimmten Fällen bei bekannten Patienten die Versichertendaten aus der Patientenakte übernehmen. Als „bekannt“ gilt ein Patient, der in den zurückliegenden sechs Quartalen (zwischen dem 1. Oktober 2018 und dem 31. März 2020) mindestens einmal in der Praxis war.

In diesen Fällen muss die eGK nicht eingelesen werden:

So erfassen Praxen die Versichertendaten:

  1. Der Patient war in dem Quartal bereits mit seiner eGK in der Praxis: Die Versichertendaten liegen vor.
  2. Der Patient ist in der Praxis bekannt, er war aber in dem Quartal nicht da: Die Praxis übernimmt die Versichertendaten aus der Patientenakte.
  3. Der Patient ist in der Praxis unbekannt: Beim Ausstellen einer AU-Bescheinigung erfragt die Praxis am Telefon die Versichertendaten.

Bei unbekannten Patienten werden dabei folgende Daten abgefragt:

  • Name des Versicherten
  • Wohnort des Versicherten (PLZ)
  • Geburtsdatum des Versicherten
  • Krankenkasse
  • Versichertenart (Mitglied, familienversichert, Rentner); Versichertennummer ist nicht erforderlich
  • Krankenversichertennummer/ eGK-Nummer

Bei der Videosprechstunde hält der Versicherte in diesem Fall seine eGK in die Kamera, damit das Praxispersonal die Identität prüfen und die notwendigen Daten (mit Versichertennummer) erheben kann. Der Patient bestätigt zudem mündlich, dass ein Versicherungsschutz besteht.

Die Praxis erfasst also die Daten des Patienten wie beim Ersatzverfahren, nur ohne Patientenunterschrift.

zuletzt aktualisiert am: 22.04.2020

EBM-Begriffe verstehen

Zu speziellen Begriffen im EBM haben unsere Mitglieder immer wieder Fragen. Die KVH hat kurz und knapp in einer Übersicht zusammengefasst, was sie bedeuten.

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