Eine Frau sitzt vor einem Schreibtisch. Sie telefoniert mit einem Handy während sie Dokumente liest. © kupicoo

Ärzte und Psychotherapeuten können Patienten auch dann versorgen, wenn sie nicht sie in die Praxis kommen können. Dafür gelten besondere Regelungen während der Corona-Pandemie. Dennoch müssen Praxen die Patientendaten dafür erfassen. So funktioniert es, ohne dass sie die elektronische Gesundheitskarte (eGK) einlesen müssen.

Patientendaten ohne Einlesen der eGK

Während der Corona-Pandemie gibt es für Ärzte und Psychotherapeuten viele Möglichkeiten, Patienten zu versorgen, ohne dass sie in die Praxis kommen müssen. Doch was ist mit der elektronischen Gesundheitskarte (eGK), die Praxen einmal im Quartal einlesen sollen?

Danach dürfen Praxen in bestimmten Fällen bei bekannten Patienten die Versichertendaten aus der Patientenakte übernehmen. Als „bekannt“ gilt ein Patient, der in den zurückliegenden sechs Quartalen mindestens einmal in der Praxis war.

In diesen Fällen muss die eGK nicht eingelesen werden:

Beim Ersatzverfahren bei Kindern bis zum vollendeten dritten Lebensmonat muss ein Elternteil durch eine Unterschrift auf dem Abrechnungsschein (Vordruckmuster 5) bestätigen, dass das Kind gesetzlich krankenversichert ist.

So erfassen Praxen die Versichertendaten:

  1. Der Patient war in dem Quartal bereits mit seiner eGK in der Praxis: Die Versichertendaten liegen vor.
  2. Der Patient ist in der Praxis bekannt, er war aber in dem Quartal nicht da: Die Praxis übernimmt die Versichertendaten aus der Patientenakte.
  3. Der Patient ist in der Praxis unbekannt: Beim Ausstellen einer AU-Bescheinigung erfragt die Praxis am Telefon die Versichertendaten.

Bei unbekannten Patienten werden dabei folgende Daten abgefragt:

  • Name des Versicherten
  • Wohnort des Versicherten (PLZ)
  • Geburtsdatum des Versicherten
  • Krankenkasse
  • Versichertenart (Mitglied, familienversichert, Rentner); Versichertennummer ist nicht erforderlich
  • Krankenversichertennummer/ eGK-Nummer

Bei der Videosprechstunde hält der Versicherte in diesem Fall seine eGK in die Kamera, damit das Praxispersonal die Identität prüfen und die notwendigen Daten (mit Versichertennummer) erheben kann. Der Patient bestätigt zudem mündlich, dass ein Versicherungsschutz besteht.

Die Praxis erfasst also die Daten des Patienten wie beim Ersatzverfahren, nur ohne Patientenunterschrift.

zuletzt aktualisiert am: 11.11.2020

Ansprechpartner

EBM-Hotline

Kassenärztliche Vereinigung Hessen

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-7777
ebm-hotline(at)kvhessen(.)de

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