Eine Frau sitzt vor einem Schreibtisch. Sie telefoniert mit einem Handy während sie Dokumente liest.

Die Onkologie-Vereinbarung wurde angepasst. Ärzte müssen verschiedene Änderungen beachten..

Onkologie-Vereinbarung

Die Onkologie-Vereinbarung wurde zum 1. Oktober 2021 angepasst. Die auf Bundesebene aktualisierte Vereinbarung wird als Anlage 7 zum Bundesmantelvertrag für Ärzte veröffentlicht.

Änderungen:

  1. bei der Abrechnung der Kostenpauschale zur Behandlung solider Tumore,
  2. die Definition der medikamentösen Tumortherapie wurde ergänzt,
  3. eine neue Indikation wurde aufgenommen.
  4. weitere Änderungen und Klarstellungen von Begriffen.

Überwachungsstrategie „Active Surveillance“ beim Prostatakarzinom abrechnen

Ärztinnen und Ärzte können die Therapie „Active Surveillance“ neu über die Kostenpauschale 86512 zur Behandlung solider Tumore abrechnen. Hierzu wurde die Legende der Pauschale sowie § 4 Absatz 2 (Ärztliche Behandlung) und Anhang 1 Nummer 2.2 (Muster für den Inhalt der Dokumentation) ergänzt. Die Behandlung muss nach der S3-Leitlinie Prostatakarzinom erfolgen.

Die Kostenpauschale 86512 können Ärztinnen und Ärzte einmal im Behandlungsfall und nur unter Angabe der Therapieform im freien Begründungsfeld (Feldkennung 5009) abrechnen.

Definition „medikamentöse Tumortherapie“ angepasst

In § 4 der Onkologie-Vereinbarung wird die Definition „medikamentöse Tumortherapie“ ergänzt. Die Therapie umfasst neu nicht nur die Behandlung mit unspezifisch zytostatisch wirksamen Medikamenten, sondern auch endokrine Therapien im metastasierten Stadium.

Ärztinnen und Ärzte können dadurch neu über die Kostenpauschale 86520 für die orale medikamentöse Tumortherapie auch endokrine Therapien im metastasierten Stadium abrechnen.

Klargestellt ist, dass der Begriff der medikamentösen Tumortherapie keine adjuvanten Therapien mit hormonell und antihormonell wirksamen Medikamenten (ATC-Klasse L02-Endokrine Therapie) und/oder Medikamente zur Behandlung von Knochenerkrankungen (ATC-Klasse M05) umfasst. Ausnahme: Weitere tumorspezifische Medikamente werden verabreicht.

Grundsätze und Kostenpauschale 86516

Klarstellung Grundsätze: In der Onkologie-Vereinbarung sind weiterhin die adjuvanten Therapien mit endokrin wirksamen Medikamenten (ATC Klasse L02 - Endokrine Therapie) und/oder Medikamenten zur Behandlung von Knochenerkrankungen (ATC-Klasse M05) nicht geregelt. Ausnahme: Weitere tumorspezifische Medikamente werden verabreicht. Der § 1 Absatz 1 Satz 3 in den Grundsätzen der Onkologie-Vereinbarung wurde entsprechend ergänzt.

Klarstellung Kostenpauschale 86516: Nur bei Verabreichung von mindestens einem intravasal applizierten Tumortherapeutikum der ATC-Klasse L können Ärztinnen und Ärzte die Kostenpauschale 86516 abrechnen.

Neue Indikation befristet aufgenommen

Ärztinnen und Ärzte können neu auch bei der Indikation „paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie“ gemäß ICD-Kode D59.5 Leistungen im Rahmen der Onkologie-Vereinbarung abrechnen. Die Indikation ist zunächst bis zum 30. September 2023 begrenzt. Hierzu wurde eine Protokollnotiz aufgenommen.

Neben der Kostenpauschale 86510 können Ärztinnen und Ärzte nun, sofern eine intravenöse Therapie mit monoklonalen Antikörpern erfolgen muss, auch die Kostenpauschale 86516 abrechen.

Um die Kostenpauschalen aus der Onkologie-Vereinbarung abzurechnen, benötigen Ärztinnen und Ärzte eine Genehmigung zur Teilnahme an der Onkologie-Vereinbarung der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH).

zuletzt aktualisiert am: 01.10.2021

Ansprechpartner

EBM-Hotline

Kassenärztliche Vereinigung Hessen

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-7777
ebm-hotline(at)kvhessen(.)de

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