Ärzte müssen Änderungen bei der Onkologie-Vereinbarung beachten. Sie können unter anderem nicht die orale Tumortherapie und Palliativversorgung im selben Behandlungsfall abrechnen.

Onkologie-Vereinbarung angepasst

Die Onkologie-Vereinbarung (Anlage 7 Bundesmantelvertrag für Ärzte) wird zum 1. Januar 2020 angepasst. Es gibt Änderungen bei der Abrechnung der Kostenpauschalen zur oralen Tumortherapie und Palliativversorgung. Weiterhin werden Begriffe geändert und klargestellt.

Ärzte können bei einem Patienten im Behandlungsfall entweder nur die Kostenpauschale 86518 (Palliativversorgung) oder die Kostenpauschale 86520 (orale Tumortherapie) abrechnen. Die Abrechnung beider Pauschalen im selben Behandlungsfall ist ausgeschlossen.

In der gesamten Onkologie-Vereinbarung wird der Begriff „zytostatische Tumortherapie“ durch „medikamentöse Tumortherapie“ ersetzt. Die Definition wird in Paragraf 4 der Onkologie-Vereinbarung aufgenommen.

Ärzte können Therapien mit ausschließlich hormonell beziehungsweise antihormonell wirksamen Medikamenten (ATC-Klasse L02-Endokrine Therapie) nicht über die Kostenpauschalen aus der Onkologie-Vereinbarung abrechnen. Sie zählen nicht zur medikamentösen Tumortherapie.

Die medikamentöse Tumortherapie umfasst neben unspezifisch zytostatisch wirksamen Medikamenten auch neue Medikamente. Diese blockieren zum Beispiel gezielt bestimmte Stoffwechselschritte, die für das Tumorzellwachstum wichtig sind.

Der Wortlaut „intravenös und/oder intraarteriell“ wird  in „intravasal“ geändert und damit vereinheitlicht. Mit „intravasal“ ist ebenso „intravenös“ wie „intraarteriell“ gemeint.

In der Onkologie-Vereinbarung werden die Facharztbezeichnungen für die Hämatologen/Onkologen an die aktuelle Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer angepasst . Die neue Bezeichnung lautet: Fachärzte für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie. Die Onkologie-Vereinbarung beinhaltet eine Regelung zum Bestandsschutz der bisherigen Bezeichnungen.

Die Fristen zur EDV-Dokumentation sowie in den Protokollnotizen zum Anhang 2 (Erstellung einer Medikamentenliste für die Kostenpauschale 86516) werden jeweils um ein weiteres Jahr verlängert. Bestehen bleibt, dass die Bewertung der Kostenpauschale 86520 bis zum 30. Juni 2020 überprüft wird.

Die Kostenpauschalen 86510 und 86512 aus der Onkologie-Vereinbarung können Ärzte bei einer Primärtherapie mit „active surveillance“ und „watchful waiting“ nicht abrechnen. Die Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und die Krankenkassen konnten sich in ihren Verhandlungen nicht darauf einigen, dass die ärztliche Behandlung nach Paragraf 4 der Onkologie-Vereinbarung bei nicht metastasiertem Prostatakarzinom zur Primärtherapie auch die Überwachungsstrategien „active surveillance“ und „watchful waiting“ umfasst – im Sinne der aktuell gültigen S3-Leitlinie zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms.

Um die Kostenpauschalen aus der Onkologie-Vereinbarung abzurechnen, benötigen Ärzte eine Genehmigung zur Teilnahme an der Onkologie-Vereinbarung der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH).

zuletzt aktualisiert am: 03.01.2020

Ansprechpartner

EBM-Hotline

Kassenärztliche Vereinigung Hessen

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-7777
ebm-hotline(at)kvhessen(.)de

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