Praxen können bei Patienten, bei denen dies medizinisch notwendig ist oder die dies wünschen, einen Notfalldatensatz auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) anlegen. Für das Notfalldatenmanagement (NFDM) rechnen sie verschiedene Gebührenordnungsposition (GOP) ab.

Notfalldatenmanagement abrechnen

Mit dem Notfalldatenmanagement (NFDM) dokumentieren Ärzte Diagnosen, Informationen und Medikation auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK), die im Notfall für die Versorgung des Patienten wichtig sein können.

Für das Anlegen, Aktualisieren und Löschen eines Notfalldatensatzes auf der eGK gibt es drei Gebührenordnungspositionen (GOP) im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM). Mit Einführung der Leistungen 2018 hat der Bewertungsausschuss die Vorgaben aus dem E-Health-Gesetz umgesetzt.

Sobald entsprechende Produkte von der gematik zugelassen sind, kann  das NFDM bundesweit über die Telematikinfrastruktur (TI) in den Vertragsarztpraxen eingesetzt werden.

Praxen können die GOP 01640 abrechnen, wenn sie für einen Patienten einen Notfalldatensatz anlegen. Voraussetzung hierfür ist, dass die Einwilligung des Patienten eingeholt wird und der Notfalldatensatz medizinisch notwendig ist. Sie können die GOP 01640 zudem nur dann abrechnen, wenn noch kein Notfalldatensatz auf der eGK vorhanden ist.

Praxen sind berechtigt, die GOP 01640 für das Anlegen des Notfalldatensatzes abzurechnen, wenn sie durch Diagnostik und/oder Therapie ein umfassendes Bild zu Befunden, Diagnosen und Therapiemaßnahmen des Patienten haben beziehungsweise infolge einer krankheitsspezifischen Diagnostik und/oder Therapie über notfallrelevante Informationen zum Patienten verfügen.

Ärzte entscheiden nach eigenem Ermessen, ob Notfalldaten für einen Patienten angelegt werden sollen. Ein Notfalldatensatz ist zum Beispiel bei einer komplexen Krankengeschichte wie langjährig bestehender chronischer Erkrankung mit einer Vielzahl an Diagnosen und Medikamenten sinnvoll, bei Schwangeren oder seltenen Erkrankungen. Auch, wenn Patienten den Wunsch äußern, Kontaktinformationen der Angehörigen und des Hausarztes zu hinterlegen, kann die Praxis einen Notfalldatensatz anlegen.

Nur Ärzte, die durch Diagnostik und/oder Therapie ein umfassendes Bild zu Befunden, Diagnosen und Therapiemaßnahmen der Patienten haben beziehungsweise infolge einer krankheitsspezifischen Diagnostik und/oder Therapie über notfallrelevante Informationen zum Patienten verfügen, können den Notfalldatensatz anlegen.

Mit der GOP 01641 werden verschiedene Tätigkeiten rund um den Notfalldatensatz pauschal vergütet, zum Beispiel, wenn die Praxis diesen auf der eGK anlegt oder überprüft. Dies ist unabhängig davon, ob diese Tätigkeiten tatsächlich in dem jeweiligen Quartal bei dem Patienten erfolgen.

Die GOP 01641 wird automatisch von der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) zu jeder Versicherten-, Grund- und Konsilliarpauschale zugesetzt. Vorausgesetzt, Ärzte und Therapeuten verfügen über die technischen Voraussetzungen, um das NFDM durchzuführen.

Auf ausdrücklichen Wunsch des Patienten müssen Ärzte oder Psychotherapeuten sämtliche notfallrelevanten Informationen löschen. Hierfür können sie die GOP 01642 abrechnen.

Die drei GOP zum NFDM können im Behandlungsfall nicht nebeneinander abgerechnet werden. Praxen können zudem keinen Notfalldatensatz in den nächsten drei Quartalen anlegen (GOP 01640), die unmittelbar auf das Löschen (GOP 01642) folgen.

Alle Ärzte und Psychotherapeuten mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt sind berechtigt, einen Notfallsdatensatz zu löschen.

Leistungen überblicken

GOPKurzbeschreibungBewertung
01640

Anlage des Notfalldatensatzes

Nur berechnungsfähig, wenn noch kein Notfalldatensatz auf der eGK vorhanden ist und notfallrelevante Informationen existieren


Persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt,

Einwilligung des Patienten einholen,

einmal im Krankheitsfall
8,79 €*
(80 Punkte)
01641

Überprüfung und Aktualisierung des Notfalldatensatzes

Wird von der KVH automatisch zugesetzt


einmal im Behandlungsfall
0,44 €*
(4 Punkte)
01642

Löschen des Notfalldatensatzes

Auf Wunsch des Patienten

 

einmal im Behandlungsfall

0,11 €*
(1 Punkt)

*gemäß bundeseinheitlichem Orientierungspunktwert 2020 (10,9871 Cent)

Um die Leistungen (GOP 01640, 01641 und 01642) abrechnen zu können, müssen Ärzte und Psychotherapeuten mit ihrer Praxis an die Telematikinfrastruktur (TI) angeschlossen sein.  

Das NFDM kann aktuell noch nicht abgerechnet werden, da nach Kenntnis der KVH die technischen Voraussetzungen für das NFDM noch nicht vorliegen. Grundlage dafür ist § 291a Absatz 3 Satz 1 Nummer 1 SGB V i. V. m. Anlage 4a zum Bundesmantelvertrag Ärzte (BMV-Ä).

zuletzt aktualisiert am: 02.06.2020

EBM-Begriffe verstehen

Zu speziellen Begriffen im EBM haben unsere Mitglieder immer wieder Fragen. Die KVH hat kurz und knapp in einer Übersicht zusammengefasst, was sie bedeuten.

Die Telematikinfrastruktur (TI) vernetzt alle Akteure im deutschen Gesundheitswesen miteinander: Ärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser, Apotheken und Krankenkassen können Daten austauschen – über Sektorengrenzen hinweg. Medizinische Informationen, die für die Behandlung von Patienten benötigt werden, sind so schneller und einfacher verfügbar.

Ansprechpartner

EBM-Hotline

Kassenärztliche Vereinigung Hessen

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

ebm-hotline(at)kvhessen(.)de

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