Eine Frau sitzt vor einem Schreibtisch. Sie telefoniert mit einem Handy während sie Dokumente liest. © kupicoo

EBM-Änderung Oktober 2022

Tepmetko und Irinotecan: Leistungen abrechnen

Ärztinnen und Ärzte können ab dem 1. Oktober 2022 neue Leistungen bei der Behandlung von Lungenkarzinomen und von Darmkrebs abrechnen. Bei Erwachsenen mit einem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom können sie vor Beginn einer systemischen Therapie mit Tepmetko den Nachweis einer MET-Exon-14-Skipping-Mutation aus zirkulierender Tumor-DNA durchführen. Hierfür wird die Gebührenordnungsposition (GOP) 19465 in den Unterabschnitt 19.4.4 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) aufgenommen.

Für die UGT1A1-Genotypisierung vor Beginn einer systemischen Therapie mit irinotecanhaltigen Arzneimitteln bei Patientinnen und Patienten mit Darmkrebs rechnen sie die neue GOP 32868 ab. Diese wird in den Unterabschnitt 32.3.14 des EBM aufgenommen.

Tepmetko: Nachweis einer MET-Exon-14-Skipping-Mutation abrechnen

Für den Nachweis einer MET-Exon-14-Skipping-Mutation aus zirkulierender Tumor-DNA wird die GOP 19465 als Companion Diagnostic in den Unterabschnitt 19.4.4 EBM aufgenommen.

Die GOP 19465 können sie nur berechnen, wenn ein nicht kleinzelliges Lungenkarzinom histologisch nachgewiesen ist und nicht genügend Tumorgewebe als Untersuchungsmaterial zur Verfügung steht oder gewonnen werden kann.

Als Companion Diagnostic in Geweben und Organen rechnen Ärztinnen und Ärzte den Nachweis einer MET-Exon-14-Skipping-Mutation über die bereits im Abschnitt 19.4.4 EBM enthaltenen GOP ab.

Die neue GOP 19465 können sie zweimal im Krankheitsfall berechnen. Sie ist 443,21 Euro wert (3.934 Punkte); bundeseinheitlicher Punktwert 2022 11,2662 Cent. Die Vergütung soll zunächst extrabudgetär erfolgen. 

Irinotecan: Genotypisierung bei Darmkrebs abrechnen

Für die Genotypisierung zur Bestimmung des UDP-Glucuronosyltransferase 1A1 (UGT1A1) Metabolisierungsstatus vor systemischer Therapie mit einem irinotecanhaltigen Arzneimittel rechnen Ärztinnen und Ärzte neu die GOP 32868 im Unterabschnitt 32.3.14 des EBM ab.

In der Untersuchung wird das Vorliegen der Allele UGT1A1*6 und UGT1A1*28 geprüft.

Mit der Bestimmung des Metabolisierungsstatus soll die Dosierung der Medikamente individuell angepasst und schwere Nebenwirkungen vermieden werden.

Patientinnen und Patienten, die langsame UGT1A1-Metabolisierer sind, haben nach einer Behandlung mit Irinotecan ein erhöhtes Risiko für schwere Neutropenien und Durchfälle. Dieses Risiko steigt mit der Dosis von Irinotecan.

Gemäß der Empfehlung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in seinem Rote-Hand-Brief vom 21. Dezember 2021 kann eine UGT1A1-Genotypisierung hilfreich sein, um diese Patientinnen und Patienten zu identifizieren. Für sie sollte dann eine geringere Anfangsdosis von irinotecanhaltigen Arzneimitteln in Betracht gezogen werden.

Die neue GOP 32868 können sie einmal im Krankheitsfall berechnen. Sie ist 50 Euro wert und die Vergütung soll zunächst extrabudgetär erfolgen. 

zuletzt aktualisiert am: 20.09.2022

Ansprechpartner

EBM-Hotline

Kassenärztliche Vereinigung Hessen

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-7777
ebm-hotline(at)kvhessen(.)de

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