Eine Frau sitzt vor einem Schreibtisch. Sie telefoniert mit einem Handy während sie Dokumente liest.

EBM-Änderung Oktober 2021

Biomarkerbasierter Test Oncotype DX® abrechnen

Ärztinnen und Ärzte können ab dem 1. Oktober 2021 die Durchführung des biomarkerbasierten Tests Oncotype DX Breast Recurrence Score® in Deutschland abrechnen. Hierfür wurde die Gebührenordnungsposition (GOP) 19506 in den Abschnitt 19.4.5 (Biomarkerbasierte Testverfahren) im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) aufgenommen. Eine Durchführung war zuvor nur in den USA möglich.

Hintergrund der Änderung am EBM ist die zum 31. Dezember 2021 auslaufende Übergangsregelung im § 25 Absatz 2 Nummer 3 Bundesmantelvertrag Ärzte (BMV-Ä) zur Durchführung des biomarkerbasierten Tests Oncotype® in den USA. Die entsprechende GOP 19502 sowie die dazugehörige GOP 19501 (Aufarbeitung einer Gewebeprobe) werden zum 1. Januar 2022 gestrichen.

Biomarker-Test Oncotype DX® abrechnen

Ärztinnen und Ärzte können die neue GOP 19506 nur bei Patientinnen und Patienten mit einem primären Hormonrezeptor-positiven, HER2/neu-negativen, nodal-negativen und nicht metastasierten Mammakarzinom abrechnen. Vorausgesetzt es kann nicht anhand der klinischen und pathologischen Kriterien allein eindeutig die Empfehlung für oder gegen eine adjuvante systemische Chemotherapie getroffen werden.

Die neue GOP soll zunächst extrabudgetär vergütet werden. Sie ist 2639,95 Euro (23732 Punkte) wert; bundeseinheitlicher Punktwert 2021 ist 11,1244 Cent.

Neben den Biomarker-Tests können Pathologinnen und Pathologen zusätzlich die wissenschaftliche ärztliche Beurteilung komplexer krankheitsrelevanter tumorgenetischer Analysen nach der GOP 19402 (416 Punkte / 46,28 Euro) in EBM-Abschnitt 19.4.1 abrechnen.

Zu den Fachgruppen, die die Test-Aufklärung durchführen dürfen, gehören Gynäkologinnen und Gynäkologen mit dem Schwerpunkt gynäkologische Onkologie, Fachärztinnen und Fachärzte für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie sowie Internistinnen und Internisten oder Gynäkologinnen und Gynäkologen mit dem Nachweis der Zusatzweiterbildung „Medikamentöse Tumortherapie“. Bei Teilnahme an der Onkologie-Vereinbarung können auch Angehörige anderer Fachgruppen die Aufklärung übernehmen.

Hierfür nutzen sie das vom G-BA veröffentlichte Merkblatt zum „Biomarkerbasierten Test beim frühen Brustkrebs“. Darin werden Fragen beantwortet wie: Worum geht es bei der Entscheidung? Wie wird das Rückfallrisiko ohne den Biomarker-Test bestimmt? Welche Zusatzinformationen liefert der Biomarker-Test? Sorgt der Biomarker-Test für eine klare Empfehlung?

Bereits zum 1. Juli 2021 wurden die Biomarker-Tests EndoPredict®, MammaPrint® und Prosigna® nach GOP 19503 bis 19505 in den Abschnitt 19.4.5. im EBM aufgenommen. Zuvor wurden die Tests ebenso wie Oncotype DX® vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA)  in Nr. 30 der Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung“ aufgenommen.

Der Hintergrund war, dass jährlich bei etwa 20.000 Patientinnen mit Brustkrebs in einem frühen Stadium klinisch-pathologische Kriterien nicht ausreichen, um eine eindeutige Therapieempfehlung für oder gegen eine adjuvante Chemotherapie zu geben. Als Folge dessen wird ein erheblicher Teil von Frauen belastend behandelt, obwohl dies nicht erforderlich ist. Mit den Tests kann untersucht werden, ob die Aktivität von verschiedenen Genen in den Krebszellen – und damit das Rezidivrisiko – niedrig oder hoch ist.

zuletzt aktualisiert am: 29.09.2021

EBM-Begriffe verstehen

Zu speziellen Begriffen im EBM haben unsere Mitglieder immer wieder Fragen. Die KVH hat kurz und knapp in einer Übersicht zusammengefasst, was sie bedeuten.

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Tel 069 24741-7777
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