Eine Frau sitzt vor einem Schreibtisch. Sie telefoniert mit einem Handy während sie Dokumente liest. © kupicoo

EBM-Änderung Oktober 2021

Kostenpauschalen für Postversand der AU

Ärztinnen und Ärzte können ab dem 1. Oktober 2021 die neuen Gebührenordnungspositionen (GOP) 40130 und 40131 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) abrechnen, wenn sie die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) postalisch an die Krankenkasse beziehungsweise an den oder die Patient:in versenden. Die neuen Leistungen wurden neben der bereits bestehenden GOP 40128 im Abschnitt 40.4 des EBM aufgenommen.

Leistungen überblicken

GOP

Kurzbeschreibung

Bewertung bis 31. Dezember 2021

Bewertung ab 1. Januar 2022

40128

Kostenpauschale für die postalische Versendung einer mittels Stylesheet erzeugten papiergebundenen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung gemäß § 4 Absatz 4.1.2 Anlage 2b BMV-Ä an den Patienten bei Patientenkontakt im Rahmen einer Videosprechstunde gemäß § 4 Absatz 5 der Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie des Gemeinsamen  Bundesausschusses

0,81 Euro
 

0,86 Euro

40130

Kostenpauschale für die postalische Versendung einer mittels Stylesheet erzeugten papiergebundenen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung an die Krankenkasse des Patienten gemäß § 4 Absatz 4.1.4 Anlage 2b BMV-Ä

0,81 Euro
 

0,86 Euro

40131

Kostenpauschale für die postalische Versendung einer mittels Stylesheet erzeugten papiergebundenen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung an den Patienten gemäß § 4 Absatz 4.1.2 Anlage 2b BMV-Ä im Zusammenhang mit der Durchführung einer Besuchsleistung entsprechend der GOP 01410, 01411, 01412, 01413, 01415 und 01418

0,81 Euro
 

0,86 Euro

AU an die Krankenkasse versenden

Ab dem 1. Oktober 2021 müssen alle Ärztinnen und Ärzte die AU ihrer Patientinnen und Patienten an die Krankenkassen elektronisch übermitteln. Hierzu benötigen sie bestimmte technische Voraussetzungen. Sollte es hierbei zu einem Ausfall der Technik kommen und es ist keine Datenübermittlung möglich und kann nicht bis zum Ende des nachfolgenden Werktages nachgeholt werden, können Ärztinnen und Ärzte die Versendung der AU postalisch vornehmen und hierfür die GOP 40130 abechnen. Dafür drucken sie die AU mittels Stylesheet aus und versenden die Bescheinung per Post an die Krankenkasse (§ 4 Absatz 4.1.4 Anlage 2b des Bundesmantelvertrags für Ärzte).

Ärztinnen und Ärzte können bei noch nicht eingerichteter Technik verlängert bis zum 30. Juni 2022 noch die Bescheinigung nach Muster 1 (AU) ausstellen. Zuvor galt die Übergangsregelung nur bis zum 31. Dezember 2021.

AU an Patientinnen oder Patienten versenden

Die Versendung der Bescheinigung an den/die Patient:in können Ärztinnen und Ärzte mit der GOP 40131 abrechnen, wenn diese nach einem Hausbesuch nach GOP 01410, 01411, 01412, 01413, 01415 oder 01418 erfolgt. In der Praxis drucken sie die papiergebundene Bescheinigung mittels Stylesheet aus und senden diese dem/der Patient:in im Nachgang auf postalischem Weg zu.

Wird im Rahmen einer Videosprechstunde eine Arbeitsunfähigkeit festgestellt und anschließend die AU per Post versandt, so können Ärztinnen und Ärzte die Kostenpauschale 40128 abrechnen. Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung können sie mittels Stylesheet erzeugen oder nach Muster 1 ausstellen. Seit dem 1. Januar 2022 können sie die Kostenpauschale 40128 nur noch für die Versendung der mittels Stylesheet erzeugten AU abrechnen. Vorher konnten sie die Kostenpauschale 40128 auch für die Versendung der AU gemäß Muster 1 abrechnen.

Die GOP 40128 können sie nur solange abrechnen, bis ein verbindliches elektronisches Muster für die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung gemäß § 3 des Entgeltfortzahlungsgesetzes zur Verfügung steht und die Bescheinigung auf elektronischem Wege an den/die Patient:in versendet werden kann.

Übergangsregelung der elektronischen Übermittlung

Ab dem 1. Oktober 2021 sind alle Ärztinnen und Ärzte verpflichtet, die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ihrer Versicherten an die Krankenkasse elektronisch zu übersenden. Für alle, die nicht rechtzeitig die technischen Voraussetzungen erfüllen können, kann die AU in einer Übergangsfrist bis zum 30. Juni 2022 noch über das Muster 1 (AU) erfolgen. Zuvor galt die Regelung bis zum 31. Dezember 2021.

 

zuletzt aktualisiert am: 05.04.2022

TI-Anwendungen abrechnen

Die Leistungen und technischen Voraussetzungen hat die KVH in einer Übersicht abgebildet.

 

EBM-Begriffe verstehen

Zu speziellen Begriffen im EBM haben unsere Mitglieder immer wieder Fragen. Die KVH hat kurz und knapp in einer Übersicht zusammengefasst, was sie bedeuten.

Ansprechpartner

EBM-Hotline

Kassenärztliche Vereinigung Hessen

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-7777
ebm-hotline(at)kvhessen(.)de

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