Eine Frau sitzt vor einem Schreibtisch. Sie telefoniert mit einem Handy während sie Dokumente liest. © kupicoo

EBM-Änderung Oktober 2021

Hepatitis-B- und Hepatitis-C-Screening abrechnen

Fachärztinnen und Fachärzte für Allgemeinmedizin und Fachärztinnen und Fachärzte für Innere Medizin können ab dem 1. Oktober 2021 die neuen Gebührenordnungspositionen (GOP) 01734 und 01744 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) für das Erbringen des Screenings auf Hepatitis-B und Hepatitis-C abrechnen. Den Nachweis einer Hepatitis-B- und Hepatitis-C-Virusinfektion können Fachärztinnen und Fachärzte mit den neuen GOP 01865, 01866 und 01867 (Speziallabor) abrechnen. Alle neuen Leistungen wurden im Abschnitt 1.7.2 des EBM aufgenommen.

Beratung im Rahmen der Gesundheitsuntersuchung abrechnen

Erfolgt im Rahmen einer Gesundheitsuntersuchung nach GOP 01732 eine Beratung über die Risiken für eine Hepatitis-B- und Hepatitis-C-Virusinfektion und die Veranlassung der Laboruntersuchung, so können Ärztinne und Ärzten die neue GOP 01734 abrechnen. Dieses Screening führen Ärztinnen und Ärzte gemäß Teil B III. der Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie durch.

Die Laboruntersuchung können Ärztinnen und Ärzte gleichzeitig für die Untersuchung auf eine Hepatitis-B- und Hepatitis-C-Virusinfektion veranlassen, es kann aber auch eines der Screenings alleine veranlasst werden. Das bedeutet, es kann auch eine Veranlassung nur auf eine Hepatitis-B- oder Hepatitis-C-Virusinfektion vorgenommen werden. Die GOP 01734 können Ärztinnen und Ärzte nur einmalig bei einem Versicherten ab 35 Jahren abrechnen.

Bei Versicherten im Alter zwischen 18 Jahren und 35 Jahren ist dieses Screening neben der einmaligen Gesundheitsuntersuchung nach GOP 01732 nicht abrechenbar.

Abrechnungsbeispiel:

Die Hausärztin oder der Hausarzt rechnet die Gesundheitsuntersuchung/ Check-Up (GOP 01732) nach dem 1. Oktober 2021 ab und zeitgleich die GOP 01734 für das Screening auf eine Hepatitis-B- oder Hepatitis-C-Virusinfektion. Nächstes Check-Up (GOP 01732) dann wieder nach drei Jahren. Wichtig: Das Screening (GOP 01734) ist nur einmal im Leben des Versicherten möglich.

Beratung im Rahmen der Übergangsregelung abrechnen

Ärztinnen und Ärzte können das Screening nach GOP 01744 während einer Übergangsregelung abrechnen. Haben Versicherte, die das 35. Lebensjahr vollendet haben, im Zeitraum zwischen dem 13. Februar 2018 und dem 30. September 2021 eine allgemeine Gesundheitsuntersuchung nach GOP 01732 in Anspruch genommen, können Ärztinnen und Ärzte bei diesen Versicherten bis zum Entstehen des nächsten Anspruchs, das Screening auf eine Hepatitis-B- und Hepatitis-C-Virusinfektion im Rahmen der Übergangsregelung bis zum 31. Dezember 2023 durchführen und abrechnen.

Abrechnungsbeispiel:

Rechnet ein/eine Hausärztin/Hausarzt den Check-Up (GOP 01732) vor Beginn des Beschlusses zum 01. Oktober 2021 für das Screening auf eine Hepatitis-B- und Hepatitis-C-Virusinfektion ab, so kann er das Screening im Rahmen der Übergangsregelung mit der GOP 01744 einmalig abrechnen. Der nächste Check-Up erfolgt weiterhin im Intervall von drei Jahren nach dem letztmaligen Check-Up nach GOP 01732. Wichtig: Das Screening (GOP 01744) ist nur einmal im Leben des Versicherten möglich.

Werden Versicherte, die in einem HZV-Vertrag eingeschrieben sind, über das Hepatitis-B- und Hepatitis-C-Screening beraten, können Ärztinnen und Ärzte dies über die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) abrechnen. Hierbei geben sie bei der GOP 01734 bzw. 01744 die Begründung „HZV“ im freien Begründungstext (Feldkennung 5009) an. Zudem rechnen Ärztinnen und Ärzte die GOP 99980 als Kennziffer für einen Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen des HZV-Vertrages einmal im Behandlungsfall ab.

Nachweis einer Hepatitis-Virusinfektion abrechnen

Um diese Leistung abzurechnen, benötigen Fachärztinnen und Fachärzte eine Genehmigung der KVH nach der Qualitätssicherungsvereinbarung (QSV) Speziallabor. Die Genehmigung für die GOP 01865, 01866 und 01867 können Fachärztinnen und Fachärzte für Laboratoriumsmedizin, Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie erhalten. Für die vorgenannten Fachärztinnen und Fachärzte, welche bereits über eine Genehmigung zum Speziallabor verfügen, ist kein gesonderter Antrag erforderlich. Eine Zuordnung dieser neuen Leistungen übernimmt die KVH.

Für den Nachweis von HBs-Antigen und/oder von HCV-Antikörpern können Ärztinnen und Ärzte die GOP 01865 abrechnen. Liegt nach dieser Untersuchung ein positives (reaktives) Ergebnis vor, müssen weitere Untersuchungen aus dem gleichen Untersuchungsmaterial vorgenommen werden.

Liegt ein reaktives Ergebnis bei der Untersuchung des HBs-Antigens vor, erfolgt eine Bestimmung der Hepatitis-B-Virus-DNA. Für diese Untersuchung rechnen Ärztinnen und Ärzte die GOP 01866 in ihrer Abrechnung ab. Für das reaktive Ergebnis auf HCV-Antikörper wird eine weitere Laboruntersuchung nach GOP 01867 für den Nukleinsäurenachweis von Hepatitis C-Virus-RNA im Blut abgerechnet.

 

zuletzt aktualisiert am: 30.12.2021

Check-up

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EBM-Begriffe verstehen

Zu speziellen Begriffen im EBM haben unsere Mitglieder immer wieder Fragen. Die KVH hat kurz und knapp in einer Übersicht zusammengefasst, was sie bedeuten.

Ansprechpartner

EBM-Hotline

Kassenärztliche Vereinigung Hessen

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-7777
ebm-hotline(at)kvhessen(.)de

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