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EBM-Änderung Oktober 2021

Psychotherapie: Neue Leistungen für Gruppentherapie abrechnen

Ab dem 1. Oktober 2021 können Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen neue Gebührenordnungspositionen (GOP) für die Gruppenpsychotherapeutische Grundversorgung und für probatorische Sitzungen im Gruppensetting sowie Besuche im Zusammenhang mit probatorischen Sitzungen im Krankenhaus abrechnen. 

Gruppenpsychotherapeutische Grundversorgung abrechnen 

Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen können neu die Gruppenpsychotherapeutische Grundversorgung (Gruppenbehandlung) mit drei bis neun Teilnehmer:innen zur Vorbereitung auf eine Gruppenpsychotherapie abrechnen. Die Leistungen werden in einem neuen Komplex in Abschnitt 35.1 im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) aufgenommen. Sie werden nicht auf nachfolgende Kontingente der Richtlinien-Psychotherapie angerechnet. Die Vergütung soll zunächst extrabudgetär erfolgen. 

GOPKurzbeschreibungBewertung
35173mit drei Teilnehmer:innen101,90 Euro* (916 Punkte)
35174mit vier Teilnehmer:innen85,88 Euro* (772 Punkte)
35175mit fünf Teilnehmer:innen76,31 Euro* (686 Punkte)
35176mit sechs Teilnehmer:innen69,86 Euro* (628 Punkte)
35177mit sieben Teilnehmer:innen65,19 Euro* (586 Punkte)
35178mit acht Teilnehmer:innen61,85 Euro* (556 Punkte)
35179mit neun Teilnehmer:innen59,18 Euro* (532 Punkte)

*gemäß bundeseinheitlichem Orientierungspunktwert 2021 (11,1244 Cent)

Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen können die neuen GOP je vollendete 100 Minuten und je Teilnehmer:in abrechnen. Führen Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen die Einheit mit einer Bezugsperson durch, so kennzeichnen sie dies in der Abrechnung mit dem Suffix B. Die Sitzung können Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen bei Bedarf auch mit halber Sitzungsdauer von mindestens 50 Minuten durchführen und abrechnen. Dann kennzeichnen sie dies mit dem Suffix H. Bei verkürzter Sitzungsdauer mit einer Bezugsperson mit dem Suffix Z. Bei einer hälftigen Sitzung nimmt die KVH einen Abschlag in Höhe von 50 Prozent vor.

Die GOP 35173 bis 35179 können Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen höchstens viermal im Krankheitsfall abrechnen. Beziehen sie Bezugspersonen mit ein, können sie bei Patient:innen bis zum vollendeten 21. Lebensjahr und bei Patient:innen mit Vorliegen einer Intelligenzstörung (ICD-10-GM: F70-F79) die GOP höchstens fünfmal im Krankheitsfall abrechnen. Den entsprechenden ICD-Kode geben sie hierfür in ihrer Abrechnung an. 

Alle relevanten Suffixe in der Psychotherapie finden sie in der Psychotherapie-Übersicht GOP.

Die KVH setzt bei der Gruppenpsychotherapeutischen Grundversorgung die Strukturzuschläge aus Abschnitt 35.2.3 (GOP 35571, 35572, 35573) automatisch zu.

Probatorische Sitzungen im Gruppensetting abrechnen

Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen können neu probatorische Sitzungen im Gruppensetting mit drei bis neun Teilnehmern abrechnen. Mindestens eine probatorische Sitzung führen sie nach wie vor einzeln durch. Für die Leistungen wird ein neuer Komplex in den Abschnitt 35.1 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) aufgenommen.

GOPKurzbeschreibungBewertung
35163mit drei Teilnehmer:innen78,32 Euro* (704 Punkte)
35164mit vier Teilnehmer:innen66,08 Euro* (594 Punkte)
35165mit fünf Teilnehmer:innen58,74 Euro* (528 Punkte)
35166mit sechs Teilnehmer:innen53,73 Euro* (483 Punkte)
35167mit sieben Teilnehmer:innen50,17 Euro* (451 Punkte)
35168mit acht Teilnehmer:innen47,61 Euro* (428 Punkte)
35169mit neun Teilnehmer:innen45,50 Euro* (409 Punkte)

*gemäß bundeseinheitlichem Orientierungspunktwert 2021 (11,1244 Cent)

Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen können die neuen GOP je vollendete 100 Minuten und je Teilnehmer:in abrechnen. Führen sie die Einheit mit einer Bezugsperson durch, so kennzeichnen sie dies in der Abrechnung mit dem Suffix B. Die Sitzung können Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen bei Bedarf auch mit halber Sitzungsdauer von mindestens 50 Minuten durchführen und abrechnen. Dann kennzeichnen sie dies mit dem Suffix H. Bei verkürzter Sitzungsdauer mit einer Bezugsperson mit dem Suffix Z. Bei einer hälftigen Sitzung nimmt die KVH einen Abschlag in Höhe von 50 Prozent vor.

Die GOP 35163 bis 35169 können Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen ein- bis dreimal im Krankheitsfall abrechnen. Beziehen Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen Bezugspersonen mit ein, können sie bei Patient:innen bis zum vollendeten 21. Lebensjahr und bei Patient:innen mit Vorliegen einer Intelligenzstörung (ICD-10-GM: F70-F79) die GOP ein- bis fünfmal im Krankheitsfall abrechnen. Den entsprechenden ICD-Kode geben sie hierfür in ihrer Abrechnung an. 

Alle relevanten Suffixe in der Psychotherapie sind in der Psychotherapie-Übersicht GOP aufgeführt .

Die Vergütung soll für folgende Fachgruppen zunächst extrabudgetär erfolgen:

  • Psychotherapeut:innen
  • ausschließlich psychotherapeutisch tätige Ärzt:innen
  • Fach:ärztinnen für:
    Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, 
    Psychiatrie und Psychotherapie,
    Nervenheilkunde,
    psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Für alle anderen Fachgruppen prüft der Bewertungsausschuss im Zusammenhang mit der Evaluation, ob zusätzlicher Regelungsbedarf bezüglich der Finanzierung erforderlich ist.

Um die neuen GOP abzurechnen, benötigen Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen in Hessen eine Genehmigung für die Gruppenpsychotherapie der KVH. Besitzen Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen bereits eine solche Genehmigung, können sie die neuen GOP automatisch abrechnen. Sie brauchen keinen neuen Antrag zu stellen. 

Ermächtigte können die neuen GOP nicht automatisch abrechnen und müssen für die Abrechnung der neuen GOP eine Erweiterung Ihrer Ermächtigung beim Zulassungsausschuss beantragen.

Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen können neu probatorische Sitzungen bereits frühzeitig auch in den Räumen des Krankenhauses durchführen, falls sich nach einer Krankenhausbehandlung eine ambulante psychotherapeutische Behandlung anschließen soll. Die Besuchsleistungen rechnen sie mit den GOP 01410 und 01413 ab und geben das Suffix „K“ an – 01410K oder 01413K. Die Vergütung der Besuche soll zunächst extrabudgetär erfolgen.

Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen können jetzt Psychotherapeutische Gruppensitzungen und Probatorische Sitzungen im Gruppensetting zu zweit leiten. Dies geht auch praxisübergreifend. Gruppentherapie-Patient:innen und Gruppen-Probatorik-Patient:innen können dabei auch gleichzeitig in gemischten Gruppensitzungen behandelt werden. Dies gilt sowohl für gemeinsame Sitzungen bei einer/m Therapeut:in als auch bei zwei Therapeut:innen. Die Gruppengröße besteht bei gemeinsamer Leitung aus mindestens sechs bis zu 14 Patient:innen. Pro Therapeut:in sind es mindestens drei bis zu neun Patient:innen.

Wenn Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen Gruppentherapie und Probatorik im Gruppensetting gemeinsam leiten, kennzeichnen sie die jeweilige Sitzung mit der Pseudo-GOP 88135. Die Pseudo-GOP 88135 geben sie wie eine normale GOP in ihrer Abrechnung an. 

Die Patient:innen müssen jeweils einer/m Therapeut:in fest zugeordnet werden (Bezugspatienten). Sie rechnen die jeweilige GOP (Gruppentherapie oder probatorische Sitzungen im Gruppensetting) entsprechend der Anzahl ihrer Bezugspatient:innen ab. Zum Beispiel: In einer Gruppe mit sieben Patient:innen sind vier Patient:innen der/m ersten Therapeut:in und drei Patient:innen der/m zweiten Therapeut:in zugeordnet. Therapeut:in eins rechnet die GOP 35164, Therapeut:in zwei die GOP 35523 ab.

Weitere Details zur Begutachtung und Antragstellung der Kombinationsbehandlung lesen Psychotherapeut:innen in den FAQ.

Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen können Gruppenpsychotherapeutische Grundversorgung, Gruppentherapie und Probatorik im Gruppensetting neu auch außerhalb der eigenen Praxisräume in anderen geeigneten Räumlichkeiten durchführen. Wenn Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen eine Gruppentherapie gemeinsam durchführen, können dies insbesondere die Praxisräume beider sein.

Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen können neu Gruppensitzungen der Analytischen Psychotherapie in 50-Minuten-Einheiten abrechnen. Dies betrifft die GOP 35523 bis 35529 (Kurzzeittherapie) und die GOP 35533 bis 35539 (Langzeittherapie). Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen kennzeichnen die verkürzten Sitzungen mit dem Suffix H, wenn sie eine Bezugsperson einbeziehen mit dem Suffix Z. Die GOP 35533 bis 35539 kennzeichnen Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen bei hälftiger Sitzungsdauer im Rahmen der Langzeittherapie als Rezidivprophylaxe mit dem Suffix X oder bei Einbeziehung einer Bezugsperson mit dem Suffix Y.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte am 20. November 2020 einen Beschluss zur Anpassung der Psychotherapie-Richtlinie gefasst. Zur Förderung von Gruppentherapien führte er die Gruppenpsychotherapeutischen Grundversorgung und Probatorische Sitzungen im Gruppensetting als neue Versorgungsangebote ein. Die Psychotherapie-Vereinbarung wurde im Bundesmantelvertrag entsprechend angepasst.

Praktisch im Praxisalltag: Alle wichtigen Informationen zur Abrechnung der Psychotherapie hat die KVH in einem Fragen-Antworten-Katalog (FAQ) für ihre Mitglieder zusammengefasst.

zuletzt aktualisiert am: 16.09.2021

EBM-Begriffe verstehen

Zu speziellen Begriffen im EBM haben unsere Mitglieder immer wieder Fragen. Die KVH hat kurz und knapp in einer Übersicht zusammengefasst, was sie bedeuten.

Ansprechpartner

EBM-Hotline

Kassenärztliche Vereinigung Hessen

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-7777
ebm-hotline(at)kvhessen(.)de

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