EBM-Änderung 1. Januar 2020

Biomarkbasierter Test beim primären Mammakarzinom

Damit Ärzte besser zusammen mit ihren Patienten die Entscheidung für oder gegen eine adjuvante systemische Chemotherapie bei primärem Mammakarzinom  treffen können, werden zum 1. Januar 2020 neue Leistungen im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) aufgenommen.

Diese betreffen die Beratung der Patienten zum biomarkerbasierten Test, die Aufbereitung des Gewebes sowie die Durchführung des Tests – momentan ist der einzig zugelassene Test der „Oncotype DX Breast Recurrence Score®“. Die Gebührenordnungspositionen (GOP) sollen zunächst extrabudgetär vergütet werden.

Der Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) hat im Juni 2019 den Test Oncotype DX Breast Recurrence Score® in die vertragsärztliche Versorgung aufgenommen (Nr. 30 der Anlage „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung (MVV-RL). Die durchgeführte molekularbiologische Analyse bei diesem Testverfahren kann momentan nur bei dem Hersteller in den USA erfolgen und deswegen nicht nach den Regeln der persönlichen Leistungserbringung in Deutschland ausgeführt werden. Diese Besonderheit wurde vorübergehend im Bundesmantelvertrag für Ärzte (BMV-Ä) als neue Nummer 3 in § 25 Absatz 2 aufgenommen. Sobald das Testverfahren auch in Deutschland durchgeführt wird, wird die Regelung wieder aufgehoben.

Gynäkologen und Internisten nutzen das vom G-BA veröffentlichte Merkblatt zum „Biomarkerbasierten Test beim frühen Brustkrebs“ für die Aufklärung der Patienten. Darin werden Fragen beantwortet wie: Worum geht es bei der Entscheidung? Wie wird das Rückfallrisiko ohne den Biomarker-Test bestimmt? Welche Zusatzinformationen liefert der Biomarker-Test? Sorgt der Biomarker-Test für eine klare Empfehlung?

Ärzte können die GOP für den biomarkerbasierten Test nur bei Patienten mit einem primären Hormonrezeptor-positiven, HER2/neu-negativen, nodalnegativen und nicht metastasierten Mammakarzinom abrechnen. Voraussetzung ist, dass sie nicht anhand der klinischen und pathologischen Kriterien allein eindeutig die Empfehlung für oder gegen eine adjuvante systemische Chemotherapie treffen können.
 

GOPKurzbeschreibungBewertung
08347

Besonderheiten des biomarkerbasierten Test mit dem Patienten erörtern nach Nr. 30 Anlage der MVV-RL
 

Höchstens fünfmal im Krankheitsfall
 

Nicht neben der GOP 13507
7,14 Euro* (65 Punkte)
13507

Besonderheiten des biomarkerbasierten Test mit dem Patienten erörtern nach Nr. 30 Anlage der MVV-RL
 

Höchstens fünfmal im Krankheitsfall
 

Nicht neben der GOP 08347, 36881 bis 36883 und nicht neben den Abschnitten 13.3.1, 13.3.2, 13.3.6, 13.3.7 und 13.3.8
7,14 Euro* (65 Punkte)
19501

Aufbereitung einer Gewebeprobe für den Test nach Nr. 30 Anlage der MVV-RL
 

Einmal im Krankheitsfall
 

Nicht neben GOP 19401 und 19403
60,65 Euro* (552 Punkte)
19502Biomarkerbasierter Test einschließlich der Testkosten nach Nr. 30 Anlage der MVV-RL3.296,50 Euro

*nach bundeseinheitlichem Orientierungspunktwert 2020 (10,9871 Cent)

 

Gynäkologen mit dem Schwerpunkt gynäkologische Onkologie oder mit der Zusatzbezeichnung „Medikamentöse Tumortherapie“ oder mit der Genehmigung zur Teilnahme an der Onkologie-Vereinbarung können die neue GOP 08347 abrechnen, wenn sie den Test erläutern oder später das Testergebnis mitteilen.

Fachärzte für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie, Internisten ohne Schwerpunkt mit der Genehmigung zur Teilnahme an der Onkologie-Vereinbarung oder mit der Zusatzbezeichnung „Medikamentöse Tumortherapie“ können die neue GOP 13507 abrechnen, wenn sie den Test erläutern oder später das Testergebnis mitteilen.

Pathologen rechnen die neue GOP 19501 ab, wenn sie die Gewebeprobe aufbereiten, die personenbezogenen Daten der Patienten pseudonymisieren und die Probe für die Genexpressionsanalyse weiterleiten.

Pathologen in Deutschland leiten die aufbereitete Gewebeprobe dann an den Hersteller „Genomic Health USA“ weiter. Die Ergebnisse zum Test werden an den Pathologen in Deutschland oder direkt an den veranlassenden Gynäkologen/Internisten übermittelt.

zuletzt aktualisiert am: 27.12.2019

Ansprechpartner

EBM-Hotline

Kassenärztliche Vereinigung Hessen

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

ebm-hotline(at)kvhessen(.)de

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