EBM-Änderung Januar 2021

Strahlentherapie: Kapitel 25 neu gefasst

Zum 1. Januar 2021 können Strahlentherapeuten neue Leistungen aus Kapitel 25 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) erbringen und abrechnen. Leistungsbezogenen Sachkostenpauschalen des Abschnitts 40.15 werden gestrichen und auf Leistungen in Kapitel 25 umgelegt. Andere Gebührenordnungspositionen (GOP) des Kapitels 25 sind gestrichen beziehungsweise inhaltlich angepasst.

Die Neufassung des Kapitels 25 umfasst neben einer strukturellen auch eine kalkulatorische Überarbeitung der einzelnen Leistungen. Das heißt: Die Vergütung einzelner Leistungen, die Strahlentherapeuten abrechnen können, hat sich geändert. Insgesamt erfolgt die Umstellung punktsummen- und ausgabenneutral.

Wenn Fachärzte für Strahlentherapie die Leistungen aus Kapitel 25 abrechnen, beachten sie die folgenden geänderten Bestimmungen zum Kapitel 25 in der Präambel (25.1).

Für die substitutionsgestützte Behandlung können Strahlentherapeuten neu auch die GOP 01951 (Zuschlag für die Behandlung an Samstagen, an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen, am 24. und 31. Dezember) und die GOP 01952 (Zuschlag therapeutisches Gespräch) abrechnen. Damit ist der Leistungsumfang vervollständigt und an andere Fachgruppen angeglichen, die auch substitutionsgestützte Behandlungen abrechnen können.

Rechnen Strahlentherapeuten ab dem 1. Januar 2021 Bestrahlungsleistungen oder die dazugehörigen Zuschläge aus dem neugefassten Kapitel 25 ab, gilt eine neue Bewertungs- und Abrechnungssystematik:

  • Bestrahlungsgrundleistungen können Strahlentherapeuten dann „für das erste Zielvolumen, je Bestrahlungssitzung“ und die dazugehörigen Zuschläge entweder für weitere Zielvolumina, je Bestrahlungssitzung oder „je Bestrahlungsserie“ abrechnen. Die alte Abrechnungsbestimmung „je Fraktion“ gilt nicht mehr.
  • Zielvolumina, die der Strahlentherapeut bestrahlt, können zum Beispiel ein Primärtumor, eine Tumorloge, Primärtumorregion Metastasen oder regionale Lymphabflusswege sein. Zielvolumina können räumlich zusammenhängen, unmittelbar nebeneinander liegen oder sich überlappen. Bestrahlt der Strahlentherapeut in diesem Fall die Zielvolumina mit unterschiedlichen Energiedosen, handelt es sich um unterschiedliche Zielvolumina.
  • Führt ein Strahlentherapeut eine Bestrahlungssitzung durch, kann diese eine oder mehrere Bestrahlungen umfassen, die in einem engen zeitlichen Zusammenhang (weniger als sechs Stunden) durchgeführt werden.
  • Die Bestrahlungsserie umfasst alle Bestrahlungssitzungen, die der Strahlentherapeut für die Strahlenbehandlung eines Zielvolumens oder mehrerer onkologischer zusammenhängender Zielvolumina durchführt.                                  

Bestrahlungsserien können sich auch überlappen. Das heißt: Bestrahlt der Strahlentherapeut im Rahmen einer Bestrahlungsserie ein oder mehrere zusammenhängende Zielvolumina (zum Beispiel einen Primärtumor), kann sich im Verlauf der Bedarf für den Beginn einer weiteren Bestrahlungsserie ergeben. Ein Grund dafür kann sein, dass weitere Regionen auffallen, die zu bestrahlen sind.

Die Neuanpassung der Definitionen sind in die vierte Bestimmung der Präambel aufgenommen.

  • Bestrahlen Ärzte gutartige Erkrankungen nach der GOP 25316, ist die Mindestreferenzdosis von 0,5 Gy ausreichend. Sie ist von 1,5 Gy abgestuft. Die Mindestreferenzdosis unterscheidet sich von der Bestrahlung bösartiger Erkrankungen (GOP 25321), die sie nur bei einer Mindestreferenzdosis von 1,5 Gy im Zielvolumen abrechen können.
  • Fachärzte für Strahlentherapie können die GOP 25340 bis 25342 sowie die GOP 34360 und 34460 grundsätzlich je Zielvolumen und je Bestrahlungsserie abrechnen. Neu ist, dass sich die Berechnungsfähigkeit des Zielvolumens auf die Bestrahlungsserie bezieht.
  • Durch eine neue zwölfte Bestimmung wird klargestellt, dass Strahlentherapeuten Sachkosten nicht gesondert abrechnen können. Der Abschnitt 40.15 des EBM, über den Ärzte bisher die Sachkosten abgerechnet haben, ist gestrichen und auf GOP des Kapitel 25 umgelegt. Die GOP 40580 (Kostenpauschale für die Sachkosten im Zusammenhang mit der Durchführung der Leistung entsprechend der GOP 25331, 25332 oder 25333 bei Verwendung von Ir-192) können sie weiterhin abrechnen.

Ab dem 1. Januar 2021 müssen  Strahlentherapeuten inhaltliche Anpassungen an den Konsiliarpauschalen berücksichtigen, wenn sie diese Leistungen erbringen und abrechnen. Dies betrifft GOP 25210 (bei gutartiger Erkrankung) und 25211 (bei bösartiger Erkrankung oder bei raumfordernden Prozessen des zentralen Nervensystems) und Änderungen an der Leistungslegende der GOP 25213 (Zuschlag zur GOP 25211 bei Neugeborenen, Säuglingen, Kleinkindern und Kindern) des Abschnitts 25.2 EBM. Die Vergütung einzelner Leistungen ist angepasst worden.

Konsiliarpauschalen überblicken
GOPKurzbeschreibungHäufigkeitBewertung ab 1. Januar 2021
25210

Konsiliarpauschale bei gutartiger Erkrankung

obligater Leistungsinhalt:

  • Persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt (pAPK)
  • Regelmäßige Verlaufskontrolle des Bestrahlungsverlaufs
 
einmal im Behandlungsfall35,82 Euro* (322 Punkte)
25211

Konsiliarpauschale bei bösartiger Erkrankung oder bei raumfordernden Prozessen des zentralen Nervensystems (ZNS)

  • pAPK
  • Regelmäßige Verlaufskontrolle des Bestrahlungsverlaufs
 
einmal im Behandlungsfall115, 81 Euro* (1041 Punkte)
25213Zuschlag zur GOP 25211 bei Neugeborenen, Säuglingen, Kleinkindern und Kinderneinmal im Behandlungsfall171,54 Euro* (1542 Punkte)
25214

Konsiliarpauschale nach strahlentherapeutischer Behandlung gemäß Strahlenschutzverordnung

- pAPK und/oder Arzt-Patienten Kontakt im Rahmen einer Videosprechstunde gemäß Anlage 31b zum Bundesmantelvertrag Ärzte (BMV-Ä)
einmal im Behandlungsfall28,59 Euro* (257 Punkte)

*gemäß bundeseinheitlichem Orientierungspunktwert 2021 (11,1244 Cent)

Fachärzte für Strahlentherapie müssen eine regelmäßige Verlaufskontrolle des Bestrahlungsverlaufs bei Patienten durchführen, wenn sie die Konsiliarpauschalen nach den GOP 25210 und 25211 abrechnen. Der obligate Leistungsinhalt ist ergänzt worden. Dadurch ist klargestellt, dass sie Patienten über den gesamten Bestrahlungsverlauf betreuen. Ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt (pAPK) muss weiterhin vorliegen.

Da Bestrahlungsserien quartalsübergreifend andauern können, müssen Strahlentherapeuten die vorliegende Indikation bei Patienten nicht überprüfen, wenn sie die Konsiliarpauschalen nach den GOP 25210 und 25211 abrechnen. Die Überprüfung ist deshalb in den fakultativen Leistungsinhalt überführt.

Strahlentherapeuten können den Zuschlag GOP 25213 nur noch zur GOP 25211 (Konsiliarpauschale bei bösartiger Erkrankung oder bei raumfordernden Prozessen des Zentralen Nervensystems – ZNS) bei Neugeborenen, Säuglingen, Kleinkindern und Kindern erbringen und abrechnen. Der Zuschlag zur GOP 25210 (Konsiliarpauschale bei gutartiger Erkrankung) ist gestrichen worden. Bestrahlungen unterliegen bei dieser Patientengruppe einer strengen Indikation, sodass sie gutartige Erkrankungen – mit Ausnahme gutartiger Raumforderungen des ZNS - nicht bestrahlen.

Mit der Detailänderung aus der 544. Sitzung erfolgt eine Klarstellung: Strahlentherapeuten können die GOP 25229 (Zuschlag zu der GOP 25211) bei bösartigen Erkrankungen oder bei raumfordernden Prozessen des ZNS abrechnen. Dafür wurde die Legende der GOP 25229 angepasst.

Im Unterabschnitt 25.3.1 EBM ändert sich für Strahlentherapeuten die Vergütung für die Weichstrahl- oder Orthovolttherapie nach der GOP 25310.

Leistung überblicken
GOPKurzbeschreibungHäufigkeitBewertung ab 1. Januar 2021
25310

Weichstrahl- oder Orthovolttherapie

obligater Leistungsinhalt

  • Therapie gutartiger und/oder bösartiger Erkrankungen mittels Weichstrahl- oder Orthovolttherapie
 
je Behandlungstag10, 23 Euro* (92 Punkte)

*gemäß bundeseinheitlichem Orientierungspunktwert 2021 (11,1244 Cent)

Aus dem Abschnitt 25.3.2 EBM können Fachärzte für Strahlentherapie neue Leistungen und Zuschläge nach den GOP 25316, 25317 und 25318 für Bestrahlungen gutartiger Erkrankungen abrechnen.

Neue Leistungen überblicken
GOPKurzbeschreibungHäufigkeitBewertung ab dem 1. Januar 2021
25316

Bestrahlung mit einem Linearbeschleuniger bei gutartigen Erkrankungen

obligater Leistungsinhalt:

  • Bestrahlung mit Linearbeschleuniger
  • Überwachung und Kontrolle während der Bestrahlung
 
für das erste Zielvolumen, je Bestrahlungssitzung45,05 Euro* (405 Punkte)
25317Zuschlag zur GOP 25316 für die Bestrahlung von mehr als einem Zielvolumenje weiterem Zielvolumen, je Bestrahlungssitzung25,59 Euro* (230 Punkte)
25318Zuschlag zur GOP 25316 für die Bestrahlung mit bildgestützter Einstellung (IGRT)je Bestrahlungsserie35,15 Euro* (316 Punkte)

*gemäß bundeseinheitlichem Orientierungspunktwert 2021 (11,1244 Cent)

Für die Bestrahlung mit einem Linearbeschleuniger bei gutartigen Erkrankungen rechnen Ärzte, entsprechend der neuen Abrechnungssystematik für das erste Zielvolumen, je Bestrahlungssitzung die neue GOP 25316 ab. Wird mehr als ein Zielvolumen in einer Sitzung bestrahlt, rechnen Ärzte den neuen Zuschlag nach GOP 25317 ab. Die bisherige GOP 25320 (Bestrahlung mit Telekobaltgerät bei gut- oder bösartigen Erkrankungen oder Bestrahlung mit einem Linearbeschleuniger bei gutartigen Erkrankungen) ist gestrichen und inhaltlich in die neue GOP 25316 überführt.

Ein Strahlentherapeut kann je Bestrahlungssitzung höchstens drei Zielvolumina, je Behandlungstag höchstens zwei Bestrahlungssitzungen mit einem zeitlichen Intervall von mindestens sechs Stunden abrechnen (fünfte Bestimmung in der Präambel 25.1).

Das bedeutet: Strahlentherapeuten können die neue GOP 25316 je Bestrahlungssitzung einmal beziehungsweise maximal zweimal am Behandlungstag abrechnen. Für jedes weitere Zielvolumen, dass sie bestrahlen, können sie den neuen Zuschlag 25317 abrechnen. Den Zuschlag können sie maximal zweimal je Bestrahlungssitzung beziehungsweise maximal viermal am Behandlungstag (zweimal je Sitzung) abrechnen.

Führen Ärzte am Behandlungstag zwei Bestrahlungssitzungen für das erste Zielvolumen nach der Bestrahlungsgrundleistung GOP 25316 durch, geben sie den Beginn einer zweiten Sitzung in der Feldkennung (FK) 5006 (Uhrzeit) an.

Beispiel: Planen Strahlentherapeuten am Behandlungstag zwei Bestrahlungssitzungen für das erste Zielvolumen nach GOP 25316 und beginnt die erste Sitzung um sieben Uhr, können sie die zweite Sitzung nicht vor 13 Uhr beginnen.

Führen Ärzte eine Bestrahlung mit bildgestützter IGRT (Image Guided Radiotherapy) zur Festlegung des Bestrahlungsfeldes bei gutartigen Tumoren durch, können sie dafür einmal je Bestrahlungsserie die neue GOP 25318 als Zuschlag zur GOP 25316 abrechnen.

Rechnen Ärzte die Bestrahlungsgrundleistung nach GOP 25316 ab, müssen sie neu den Patienten überwachen und kontrollieren.

Aus dem Abschnitt 25.3.2 können Fachärzte für Strahlentherapie neue Leistungen und Zuschläge nach den GOP 25324 bis 25329 für die Bestrahlung bösartiger Erkrankungen oder bei raumfordernden Prozessen des ZNS abrechnen. Rechnen Ärzte die GOP 25321 ab, beachten sie die neue Abrechnungssystematik.

Neue und geänderte Leistungen überblicken
GOPKurzbeschreibungHäufigkeitBewertung ab 1. Januar 2021
25321

Bestrahlung mit einem Linearbeschleuniger bei bösartigen Erkrankungen oder bei raumfordernden Prozessen des ZNS

obligater Leistungsinhalt:

  • Bestrahlung mit Linearbeschleuniger
 
für das erste Zielvolumen, je Bestrahlungssitzung90,22 Euro* (811 Punkte)
25324Zuschlag zur GOP 25321 für die Bestrahlung von mehr als einem Zielvolumenje weiterem Zielvolumen, je Bestrahlungssitzung31,93 Euro* (287 Punkte)
25325

Zuschlag zur GOP 25321 für die Bestrahlung in Hochpräzisionstechnik

obligater Leistungsinhalt:

  • Anwendung von intensitätsmodulierter
    und/oder
  • Anwendung von fraktionierter Stereotaxie
 
je Bestrahlungssitzung30,93 Euro* (278 Punkte)
25326Zuschlag zur GOP 25321 für die Bestrahlung mit bildgestützter Einstellung (IGRT)je Bestrahlungssitzung58,29 Euro* (524 Punkte)
25327

Zuschlag zur GOP 25321 für die Bestrahlung in Hochpräzisionstechnik in Kombination mit bildgestützter Einstellung (IGRT)

obligater Leistungsinhalt:

  • Anwendung  von  intensitätsmodulierter
  • Radiotherapie (IMRT) in Kombination mit IGRT und/oder
Anwendung von fraktionierter Stereotaxie in Kombination mit IGRT
je Bestrahlungssitzung82,99 Euro* (746 Punkte)
25328Zuschlag zur GOP 25321 bei Überschreitung der Einzeldosis ≥ 2,5 Gyje Bestrahlungssitzung64,19 Euro* (577 Punkte)
25329Zuschlag zur GOP 25321 für die Bestrahlung von Neugeborenen, Säuglingen, Kleinkindern und Kindernje Bestrahlungssitzung34,82 Euro* (313 Punkte)

*gemäß bundeseinheitlichem Orientierungspunktwert 2021 (11,1244 Cent)

Ärzte können die Bestrahlungsgrundleistung von bösartigen Erkrankungen und von raumfordernden Prozessen des ZNS für das erste Zielvolumen über die GOP 25321 abrechnen. Den zeitlichen Mehraufwand für die Bestrahlung jedes weiteren Zielvolumens, je Bestrahlungssitzung, rechnen sie über die neue GOP 25324 als Zuschlagsziffer zur GOP 25321 ab. Die Abrechnungsbestimmung für die Anzahl der bestrahlten Zielvolumina ist ebenfalls angepasst.

Alle weiteren Zuschläge nach den GOP 25325 bis 25329 zur GOP 25321 können Ärzte je Bestrahlungssitzung einmal beziehungsweise maximal zweimal am Behandlungstag abrechnen.

Führen Ärzte am Behandlungstag zwei Bestrahlungssitzungen für das erste Zielvolumen nach der Bestrahlungsgrundleistung GOP 25321 durch, geben sie den Beginn einer zweiten Sitzung in der Feldkennung 5006 (Uhrzeit) an.

Ärzte können die GOP 25321 nur abrechnen, wenn bei Patienten eine bösartige Erkrankung oder mindestens eine gutartige Neubildung vorliegt. Im Rahmen der Weiterentwicklung sind die Diagnosen für die gutartigen Neubildungen ergänzt worden. Bei dem ICD-Kode D44.7 Neubildung unsicheren oder unbekannten Verhaltens: Glomus arorticum und sonstige Paraganglien können Ärzte die GOP 25321 nicht mehr abrechnen (der ICD-Kode wurde im Rahmen der EBM-Weiterentwicklung gestrichen).

Übersicht der ICD-Kodes

Bösartige Erkrankungen:

  • C00-C97 Bösartige Neubildungen,
  • D00-D09 In-situ-Neubildungen

Gutartige Neubildungen (mindestens eine muss vorliegen):

  • D18.02 Hämangiom: intrakraniell,
  • D32.- Gutartige Neubildung der Meningen,
  • D33.- Gutartige Neubildung des Gehirns und anderer Teile des Zentralnervensystems,
  • D35.2 Gutartige Neubildung: Hypophyse,
  • D35.3 Gutartige Neubildung: Ductus craniopharyngealis (Neu),
  • D35.4 Gutartige Neubildung: Epiphyse [Glandula pinealis] [Zirbeldrüse],
  • D42.- Neubildung unsicheren oder unbekannten Verhaltens der Meningen,
  • D43.- Neubildung unsicheren oder unbekannten Verhaltens des Gehirns und des Zentralnervensystems,
  • D44.3 Neubildung unsicheren oder unbekannten Verhaltens: Hypophyse,
  • D44.4 Neubildung unsicheren oder unbekannten Verhaltens: Ductus craniopharyngealis (Neu),
  • D44.5 Neubildung unsicheren oder unbekanntenVerhaltens: der Epiphyse [Glandula pinealis]
  • [Zirbeldrüse],
  • G20.- Primäres Parkinson- Syndrom (Neu) und
  • G50.0 Trigeminusneuralgie (Neu).

Wenn Ärzte die GOP 25321 für die Bestrahlung bösartiger Erkrankungen abrechnen, geben sie unbedingt den ICD-Kode mit der Diagnosesicherheit an: „G“ (Gesichert) oder „Z“ (Zustand nach).

Strahlentherapeuten können zur Grundleistung nach der GOP 25321 weitere neue Zuschläge abrechnen:

  • Bestrahlen sie mit Hochpräzisionstechnik (IMRT, fraktionierte Stereotaxie) oder mit bildgestützter Einstellung (IGRT) oder kombinieren sie beide Techniken, können sie neue Zuschläge nach der GOP 25235, 25236 und 25237 abrechnen.
  • Den neu eingeführten Zuschlag nach der GOP 25328 können sie dann abrechnen, wenn sie die Einzeldosis von ≥ 2,5 Gy überschreiten.  
  • Für den erhöhten Aufwand bei der Bestrahlung von Neugeborenen, Säuglingen, Kleinkindern und Kindern rechnen sie den neuen Zuschlag nach der GOP 25329 ab.

Alle Zuschläge nach den GOP 25325 bis 25329 zur GOP 25321 können Ärzte je Bestrahlungssitzung einmal beziehungsweise maximal zweimal am Behandlungstag abrechnen.

Die Zuschläge nach den GOP 25322 (Bestrahlung von mehr als 2 Bestrahlungsfeldern) und 25323 (Bestrahlung in 3-D-Technik) sind gestrichen und die Leistungsinhalte in den fakultativen Leistungsinhalt der GOP 25321 überführt.

Für Strahlentherapeuten ändern sich bei der Brachytherapie aus dem Unterabschnitt 25.3.3 EBM die Bewertungen einzelner GOP.

Leistungen überblicken
GOPKurzbeschreibungHäufigkeitBewertung ab 1. Januar 2021
25330

Moulagen- oder Flabtherapie

obligater Leistungsinhalt:

  • Brachytherapie mit umschlossenen Radionukliden an äußeren oder inneren Körper-oberflächen (Moulagen- oder Flabtherapie)
  • Bestrahlungsplanung(en)
 
je Behandlungstag149,85 Euro* (1347 Punkte)
25331

Intrakavitäre/Intraluminale Brachytherapie

obligater Leistungsinhalt:

  • Intrakavitäre/Intraluminale Brachytherapie mit umschlossenen Radionukliden - ausgenommen Gefäße -

- in vorgeformten Körperhöhlen

und/oder

- in schlauchförmigen Organen (z. B. Ösophagus)

und/oder

- Gängen

Bestrahlungsplanung(en)
je Behandlungstag787,27 Euro* (7077 Punkte)
25332

Intrakavitäre vaginale Brachytherapie

obligater Leistungsinhalt:

  • Intrakavitäre vaginale Brachytherapie mit umschlossenen Radionukliden,
  • Bestrahlungsplanung(en)
 
je Behandlungstag473,34 Euro* (4255 Punkte)
25333

Interstitielle Brachytherapie im Afterloading-Verfahren

obligater Leistungsinhalt:

  • Interstitielle Brachytherapie im Afterloading-Verfahren
 
je Behandlungstag787,27 Euro* (7077 Punkte)

*gemäß bundeseinheitlichem Orientierungspunktwert 2021 (11,1244 Cent)

Im Abschnitt 25.3.4 ändern sich für Fachärzte für Strahlentherapie die Leistungen und die Bewertungen nach den GOP 25340 bis 25342. Zudem können sie einen neuen Zuschlag nach der GOP 25343 abrechnen.

Neue und geänderte Leistungen überblicken
GOPKurzbeschreibungHäufigkeitBewertung ab
25340Bestrahlungsplanung für die perkutane Bestrahlung ohne Rechnerunterstützung und individuelle Dosisplanung je Zielvolumen und je Bestrahlungsserie26,48 Euro* (238 Punkte)
25341

Rechnerunterstützte Bestrahlungsplanung für die perkutane Bestrahlung mit individueller Dosisplanung

obligater Leistungsinhalt:

  • Ärztliche Definition der Zielvolumina und der Risikobereiche
  • Physikalische Bestrahlungsplanung
  • Autorisierung des Bestrahlungsplans
 
je Zielvolumen und je Bestrahlungsserie385,24 Euro* (3463 Punkte)
25342

Rechnerunterstützte Bestrahlungsplanung für die perkutane Bestrahlung mit individueller Dosisplanung für irreguläre Felder mit individuellen Blöcken, Viellamellenkollimator, nicht koplanaren Feldern und/oder 3-D-Planung

obligater Leistungsinhalt:

  • Ärztliche Definition der Zielvolumina und der Risikobereiche
  • Physikalische Bestrahlungsplanung
  • Autorisierung des Bestrahlungsplans
 
je Zielvolumen und je Bestrahlungsserie527,74 Euro* (4744 Punkte)
25343Zuschlag zur GOP 25342 für die rechnerunterstützte Hochpräzisionsbestrahlungsplanung (IMRT und/oder fraktionierte Stereotaxie)je Bestrahlungsserie850,91 Euro* (7649 Punkte)

*gemäß bundeseinheitlichem Orientierungspunktwert 2021 (11,1244 Cent)

Strahlentherapeuten müssen Simulationen bei der Bestrahlungsplanung nach den GOP 25340 bis 25342 nicht mehr zwingend erbringen. Die Simulationen im Rahmen der Bestrahlungsplanung ohne Rechnerunterstützung (GOP 25340) beziehungsweise mit Rechnerunterstützung (GOP 25341 und 25342) sind jeweils vom obligaten in den fakultativen Leistungsinhalt überführt. Daneben ist der obligate Leistungsinhalt der GOP 25341 und 25342 um die ärztliche Definition der Zielvolumina und der Risikobereiche, die physikalische Bestrahlungsplanung und die Autorisierung des Bestrahlungsplans ergänzt.

Strahlentherapeuten können die GOP 25342 nur abrechnen, wenn sie ein Bestrahlungsplanungs-CT oder -MRT nach der GOP 34360 (CT-gesteuerte Untersuchung von Organabschnitten) oder 34460 (MRT-gesteuerte Untersuchung von Organabschnitten) erbracht und abgerechnet haben.

Wurden die Leistungen nach der GOP 34360 oder 34460 von einer anderen Praxis erbracht, geben Strahlentherapeuten im freien Begründungsfeld (Feldkennung 5009) die Betriebsstättennummer (BSNR) der anderen Praxis an.

Den neuen Zuschlag der GOP 25343 zur GOP 24342 können Strahlentherapeuten für den erhöhten Aufwand bei der rechnerunterstützen Hochpräzisionsbestrahlungsplanung (IMRT und/oder fraktionierte Stereotaxie) abrechnen.

Im Rahmen der Weiterentwicklung sind auch Leistungen gestrichen worden. Strahlentherapeuten können Leistungen nach den GOP 25320 (Bestrahlung mit Telekobaltgerät bei gut- oder bösartigen Erkrankungen oder Bestrahlung mit dem Linearbeschleuniger bei gutartigen Erkrankungen), 25322 (Zuschlag bei Bestrahlung von mehr als 2 Bestrahlungsfeldern,) und 25323 (Zuschlag bei Bestrahlung in 3-D-Technik) nicht mehr abrechnen.

Um die Leistungen der Strahlentherapie aus Kapitel 25 abzurechnen, benötigen Ärzte eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH). Ärzte, die bereits eine Genehmigung für die Strahlentherapie haben, müssen keinen neuen Antrag stellen und können die neuen Leistungen aus Kapitel 25 automatisch abrechnen.

 

zuletzt aktualisiert am: 23.12.2020

EBM-Begriffe verstehen

Zu speziellen Begriffen im EBM haben unsere Mitglieder immer wieder Fragen. Die KVH hat kurz und knapp in einer Übersicht zusammengefasst, was sie bedeuten.

Ansprechpartner

EBM-Hotline

Kassenärztliche Vereinigung Hessen

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-7777
ebm-hotline(at)kvhessen(.)de

Ihre Downloads ()

Ihre gesammelten Downloads können Sie jetzt komfortabel mit einem Klick herunterladen.

Alle herunterladen