EBM-Änderung Januar 2021

Inter- oder Transsexualität: EBM angepasst

Zum 1. Januar 2021 werden im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) die Allgemeinen Bestimmungen (Nummer 4.2.1) ergänzt und angepasst. Die Anpassung betrifft Gebührenordnungspositionen (GOP), die Patienten je nach Geschlecht im unterschiedlichen Alter in Anspruch nehmen können. Die Altersgrenzen legt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in seinen Richtlinien (etwa für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme, oKFE) fest.

Bei inter- oder transsexuellen Patienten gilt immer die niedrigere Altersgrenze. 

  • Wenn Ärzte beispielsweise die GOP 01741 für den koloskopischen Komplex nach der Richtlinie des G-BA für oKFE abrechnen, geht das bei inter- oder transsexuellen Patienten ab einem Alter von 50 Jahren. Laut Richtlinie dürfen Ärzte die Leistung bei Männern ab einem Alter von 50 Jahren erbringen, da dann das niedrigere Anspruchsalter gilt. Mit der Anpassung der allgemeinen Bestimmungen im EBM wurde jetzt eindeutig geregelt, dass die GOP 01741 bei allen inter- oder transsexuellen Patienten ab einem Alter von 50 Jahren abgerechnet werden kann.
     
  • Neu ist zudem, dass Ärzte keine medizinische Begründung mehr angeben müssen, wenn sie entsprechende Leistungen bei inter- und transsexuellen Patienten abrechnen. Die davor im EBM geforderte medizinische Begründung ist zum 1. Januar 2021 in den Allgemeinen Bestimmungen (Nummer 4.2.1) gestrichen.

Leistungen abrechnen und kennzeichnen

Auch wenn die personenstandsrechtliche Geschlechtszuordnung nicht dem anspruchsberechtigten Geschlecht mit der niedrigeren Altersgrenze für die Leistung bei inter- oder transsexuellen Patienten entspricht, können Ärzte bestimmte GOP ohne geschlechtsorganbezogenen Inhalt abrechnen. Sie kennzeichnen die GOP dann mit der Zusatzkennzeichnung 88150. Wichtig ist, dass Ärzte auch die entsprechende Diagnose für Transsexualität oder Intersexualität als ICD-10-Kode in ihrer Abrechnung angeben.

Seit dem 1. Juli 2019 kennzeichnen Ärzte bereits GOP mit der Zusatzkennzeichnung 88150, wenn die personenstandsrechtliche Geschlechtszuordnung nicht dem anspruchsberechtigten Geschlecht (etwa Ultraschallscreening auf Bauchaortenaneurysmen für Männer nach den GOP 01747 und 01748) entspricht und geben auch den ICD-10-Kode für Transsexualität oder Intersexualität in ihrer Abrechnung an.

Wenn bei Patienten ein unbestimmtes Geschlecht (Kennzeichnung  „X “) oder das diverse Geschlecht (Kennzeichnung  „D“) vorliegt, ist die entsprechende Kennzeichnung auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) vermerkt. Bei diesen Patienten müssen Ärzte nach wie vor in beiden geschilderten Fällen nichts extra angeben.  

Hintergrund

Der Bewertungsausschuss (BA) hatte aufgrund des Personenstandsgesetzes vom 22. Dezember 2018 zum 1. Juli 2019 Regelungen zur Berechnungsfähigkeit spezifischer GOP ohne geschlechtsorganbezogenen Inhalt bei Inter- oder Transsexualität in die Allgemeinen Bestimmungen zum EBM aufgenommen. Durch den neuen Beschluss erfolgt eine weitere Ergänzung.

zuletzt aktualisiert am: 29.12.2020

EBM-Begriffe verstehen

Zu speziellen Begriffen im EBM haben unsere Mitglieder immer wieder Fragen. Die KVH hat kurz und knapp in einer Übersicht zusammengefasst, was sie bedeuten.

Ansprechpartner

EBM-Hotline

Kassenärztliche Vereinigung Hessen

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-7777
ebm-hotline(at)kvhessen(.)de

Ihre Downloads ()

Ihre gesammelten Downloads können Sie jetzt komfortabel mit einem Klick herunterladen.

Alle herunterladen