EBM-Änderung Januar 2021

Elektronische Patientenakte (ePA): Neue Leistungen abrechnen

Ärzte und Psychotherapeuten können seit dem 1. Januar 2021 für das Ablegen medizinischer Daten in der Elektronischen Patientenakte (ePA) die neuen Gebührenordnungspositionen (GOP) 01431 und 01647 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM)  abrechnen.

ePA befüllen und GOP 01647 abrechnen

Die GOP 01647 können Ärzte und Psychotherapeuten abrechnen, wenn sie medizinische Daten aus dem aktuellen Behandlungskontext in der ePA erfassen, verarbeiten und speichern. Dabei prüfen sie, ob erhebliche therapeutische Gründe oder sonstige erhebliche Rechte Dritter einer Übermittlung in die ePA entgegenstehen. Zusätzlich prüfen und gegebenenfalls ergänzen Ärzte und Psychotherapeuten die zu den Dokumenten gehörenden Metadaten. Die neue GOP können Ärzte und Psychotherapeuten als Zusatzpauschale zu den Versicherten-, Grund- und Konsiliarpauschalen (mit Ausnahme der Grundpauschalen des Kapitels 12) sowie den Leistungen des Abschnitts 1.7 (ausgenommen in-vitro-diagnostische Leistungen) abrechnen.

Wichtig: Die GOP 01647 können Ärzte und Psychotherapeuten im Behandlungsfall nicht neben der Pauschale gemäß der Vereinbarung für die Erstbefüllung der ePA abrechnen. Für die Erstbefüllung der ePA sieht der Gesetzgeber eine pauschale Vergütung pro Akte vor. Die Beratungen zu dieser Vereinbarung sind momentan aber noch nicht abgeschlossen. Ärzte und Psychotherapeuten sollten darum mit ihrem Patienten abklären, ob bereits eine Erstbefüllung der ePA vorgenommen wurde.

Die GOP 01647 können Ärzte und Psychotherapeuten einmal im Behandlungsfall abrechnen. Sie ist 1,67 Euro (15 Punkte) wert; bundeseinheitlicher Punktwert 2021 ist 11,1244 Cent. Sie soll zunächst extrabudgetär vergütet werden.

ePA befüllen und GOP 01431 abrechnen

Die neue GOP 01431 rechnen Ärzte und Psychotherapeuten ab, wenn sie Daten aus dem aktuellen Behandlungskontext ohne persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt oder Videosprechstunde in der ePA erfassen, verarbeiten und speichern. Die neue GOP 01431 können sie als Zusatzpauschale zu den GOP 01430 (Verwaltungskomplex), 01435 (Haus-/Fachärztliche Bereitschaftspauschale) oder 01820 (Rezepte, Überweisungen, Befundübermittlung im Rahmen der Empfängnisregelung) abrechnen.

Ärzte und Psychotherapeuten können die GOP 01431 im Arztfall nur abrechnen, wenn sie keine Versicherten-, Grund- bzw. Konsiliarpauschale abrechnen. Sie können die GOP 01431 im Arztfall höchstens viermal abrechnen. Die GOP 01431 können sie - mit Ausnahme der GOP 01430, 01435 und 01820 - im Arztfall nicht neben anderen GOP und nicht mehrfach an demselben Tag abrechnen. Die GOP 01431 ist 0,33 Euro (3 Punkte) wert; bundeseinheitlicher Punktwert 2021 ist 11,1244 Cent. Sie soll zunächst extrabudgetär vergütet werden.

Die ePA soll die Patientendaten wie zum Beispiel Befunde, Diagnosen, Therapiemaßnahmen oder Behandlungsberichte, die beispielsweise in Praxen und Krankenhäusern vorhanden sind, digital und sektorenübergreifend auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) bündeln und so einen schnellen Datenaustausch ermöglichen. Die Krankenkassen sind seit dem 1. Januar 2021 verpflichtet, ihren Versicherten eine ePA anzubieten. Praxen müssen bis zum 1. Juli 2021 den Zugriff auf die ePA ermöglichen können, sofern der Patient dies wünscht.

Der Patient kann seine ePA jederzeit per App eigenständig einsehen, befüllen oder Inhalte löschen. Dies kann aber auch in der Praxis erfolgen.

Wichtig: Ob und welche Daten in der ePA gespeichert beziehungsweise gelöscht werden und wem er welche Daten zur Verfügung stellen möchte, entscheidet allein der Patient. Ärzte und Psychotherapeuten können daher nicht von der medizinischen Vollständigkeit der ePA ausgehen. 

Zugreifen dürfen Ärzte und Psychotherapeuten auf die Daten aus der ePA nur mit Einwilligung des Patienten und aufgrund einer konkreten Behandlungssituation. Der Patient kann dafür die Zugriffsberechtigung per App ermöglichen. Ärzte und Psychotherapeuten können aber auch gemeinsam mit dem Patienten in der Praxis auf die ePA zugreifen. Dafür nutzen sie ihren Praxisausweis und der Patient seine eGK. Dieser gibt zusätzlich seinen Patienten-PIN über das E-Health-Kartenterminal ein. Die Daten können dann aus dem Praxisverwaltungssystem (PVS) in die ePA hochgeladen werden.

Ärzte und Psychotherapeuten müssen aber nur die im Bezug des aktuellen Behandlungsfalls erhobenen Patientendaten in der ePA eintragen. Es müssen nicht sämtliche bereits vorhandenen Daten und Befunde in die ePA eingegeben werden.

In der ePA können Ärzte und Psychotherapeuten vorerst Befunde, Diagnosen, durchgeführte und geplante Therapiemaßnahmen, sowie Behandlungsberichte und Arztbriefe auf Wunsch des Patienten speichern. Auch andere Daten wie der Notfalldatensatz (NFD) und der elektronische Medikationsplan (eMP) sowie elektronische Arztbriefe (eArztbrief) können in der ePA abgelegt werden. Später werden der Impfausweis, der Mutterpass, das Untersuchungsheft für Kinder, das Zahnbonusheft, eRezepte und Arbeitsunfähigkeitsdaten folgen.

Derzeit existieren bereits verschiedene sogenannte eGA, die einzelne Krankenkassen ihren Versicherten in verschiedene Formen als Satzungsleistung bereitstellen. Die ärztliche Nutzung von eGA ist freiwillig. Sie sollen zukünftig in die ePA integriert werden.

Für die Nutzung der ePA, müssen Praxen an die Telematikinfrastruktur (TI ) angeschlossen sein. Praxen benötigen darüber hinaus ein Update ihres E-Health-Konnektors auf den sogenannten ePA-Konnektor und auch ein ePA-Modul für ihr Praxisverwaltungssystem. Für die Signatur bestimmter Datensätze benötigen sie zudem einen elektronischen Heilberufsausweis (eHBA) der zweiten Generation.

zuletzt aktualisiert am: 24.03.2021

Ansprechpartner

EBM-Hotline

Kassenärztliche Vereinigung Hessen

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-7777
ebm-hotline(at)kvhessen(.)de

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