EBM-Änderung 1. Februar 2020

Coronavirus: Begründeten Verdacht durch Labor abklären

Seit 1. Februar 2020 gibt es die neue Gebührenordnungsposition (GOP) 32816 zur Abklärung bei einem begründeten Verdacht auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM).

Das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2) breitet sich derzeit weltweit aus und wurde bereits innerhalb Deutschlands von Mensch zu Mensch übertragen. Ärzte können sich bei Verdachtsfällen an dem Ablaufschema des Robert Koch Institutes (RKI) zur Abklärung und Versorgung orientieren.

Die Abklärungsdiagnostik mittels Laboruntersuchung können Ärzte nur bei einem begründeten Verdachtsfall veranlassen – also nur bei Patienten mit:

  • respiratorischen Symptomen und einem Kontakt mit einem bestätigten Fall von Coronavirus innerhalb der letzten 14 Tage vor Symptombeginn
  • erfülltem klinischen Bild und einem Aufenthalt in einem Risikogebiet (zum Beispiel China) innerhalb der letzten 14 Tage vor Symptombeginn

Alle Informationen zur Definition der Verdachtsfälle (Risikogruppen) hat das RKI für Ärzte auf seiner Website zusammengefasst.

Meldepflicht

Der Verdacht einer Erkrankung, die Erkrankung sowie der Tod in Bezug auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 unterliegen seit dem 1. Februar 2020 der namentlichen Meldepflicht (Erlass des Bundesministers für Gesundheit vom 31. Januar 2020). Ärzte müssen neben den Fällen mit einer nachgewiesenen Infektion/Erkrankung somit auch begründete Verdachtsfälle ohne labordiagnostischen Nachweis namentlich an das örtliche Gesundheitsamt melden (dies entspricht ungeklärten, wahrscheinlichen oder bestätigten Fällen).

Fall kennzeichnen

Ärzte kennzeichnen die im Zusammenhang mit dem klinischen Verdacht beziehungsweise der nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus erforderlichen Fälle unbedingt mit „88240“. Diese wird wie eine GOP in der Abrechnung angegeben.

Labor bei Verdachtsfällen veranlassen

Ärzte veranlassen die Laboruntersuchung (neue GOP 32816) bei Patienten, die nach der Definition des RKI einer Risikogruppe angehören. Für die Diagnostik gibt der veranlassende Arzt die Kennnummer 32006 in der Abrechnung an.

GOP 32816 abrechnen

Nur Fachärzte für Laboratoriumsmedizin oder für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie können die neue GOP 32816 – Nukleinsäurenachweis des neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) mittels RT-PCR einschließlich eines Bestätigungstestes bei Reaktivität im Suchtest (Befundmitteilung innerhalb von 24 Stunden nach Materialeinsendung) – abrechnen. Sie ist mit 59 Euro bewertet und soll zunächst extrabudgetär vergütet werden. Je Material kann sie bis zu zweimal am Behandlungstag abgerechnet werden.

Die GOP kann nur bei den vom RKI definierten Risikogruppen abgerechnet werden.

Ärzte ordnen den Laborbefund in einer der vier Falldefinitionskategorien ein:

  • bestätigter Fall
  • wahrscheinlicher Fall
  • ungeklärter Fall
  • ausgeschlossener Fall
zuletzt aktualisiert am: 06.02.2020

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