EBM-Änderung 1. Februar 2020

Coronavirus: Begründeten Verdacht durch Labor abklären

Seit 1. Februar 2020 gibt es die neue Gebührenordnungsposition (GOP) 32816 aus dem Abschnitt 32.3 Speziallabor zur Abklärung bei einem begründeten Verdacht auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM).

Neu: Seit dem 1. April 2020 kennzeichnen Ärzte die Leistungen im Zusammenhang mit Corona je Leistungstag. Zudem gibt es für Corona einen neuen ICD.Kode.

Beschluss aus der 472. Sitzung des Bewertungsausschusses vom 6. März 2020: Alle ärztlichen Leistungen, die wegen eines klinischen Verdachts beziehungsweise einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus erforderlich sind, sollen ab dem 1. Februar 2020 in voller Höhe extrabudgetär vergütet werden. Wichtig: Veranlassende Ärzte und Laborärzte kennzeichnen die Fälle mit 88240 – auch dann, wenn die Terminservicestelle (Patientenservice 116117) die Patienten vermittelt oder die Patienten im ärztlichen Bereitschaftsdienst beziehungsweise der ambulanten Notfallversorgung versorgt werden. 

Nach Maßgabe des Bundesgesundheitsministeriums soll die Indikation zur Abstrichabnahme ab sofort großzügiger gestellt werden. Der behandelnde Arzt kann die Entscheidung, ob auf Grundlage der Kombination aus klinischem Befund und anamnestischen Hinweisen ein PCR-Test veranlasst wird, grundsätzlich selbst treffen. Wir empfehlen, bei der Entscheidungsfindung unbedingt die vom RKI herausgegebene Orientierungshilfe zu beachten. Dort ist zu entnehmen, wann eine spezifische Untersuchung (PCR) in jedem Fall zu veranlassen ist. Die Krankenkassen haben die Finanzierung der ausgeweiteten Tests zugesagt. Die Vergütung erfolgt extrabudgetär, das Laborbudget wird nicht belastet.

Das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2) breitet sich derzeit weltweit aus und wurde bereits innerhalb Deutschlands von Mensch zu Mensch übertragen. Ärzte können sich bei Verdachtsfällen an dem Ablaufschema des Robert Koch Institutes (RKI) zur Abklärung und Versorgung orientieren.

Ausführliche Informationen zum Thema SARS-CoV-2 haben wir für unsere Mitglieder bereitgestellt.

Meldepflicht

Der Verdacht einer Erkrankung, die Erkrankung sowie der Tod in Bezug auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 unterliegen seit dem 1. Februar 2020 der namentlichen Meldepflicht (Erlass des Bundesministers für Gesundheit vom 31. Januar 2020). Ärzte müssen neben den Fällen mit einer nachgewiesenen Infektion/Erkrankung somit auch begründete Verdachtsfälle ohne labordiagnostischen Nachweis namentlich an das örtliche Gesundheitsamt melden (dies entspricht ungeklärten, wahrscheinlichen oder bestätigten Fällen).

Fall kennzeichnen

Ärzte – sowohl der veranlassende Arzt als auch der Laborarzt der die GOP 32816 abrechnet – kennzeichnen die im Zusammenhang mit dem klinischen Verdacht beziehungsweise der nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus erforderlichen Fälle unbedingt mit „88240“. Diese wird wie eine GOP in der Abrechnung angegeben.

Labor bei Verdachtsfällen veranlassen

Wenn Ärzte die Laboruntersuchung (neue GOP 32816) veranlassen, geben sie die Kennnummer 32006 wie eine GOP in der Abrechnung an. Über Kennnummern werden bestimmte Laborleistungen von der Anrechnung auf die Kosten der erbrachten, bezogenen und veranlassten Laboruntersuchungen befreit. Der Wirtschaftlichkeitsbonus (WiBo) auf diesen Fällen bleibt erhalten.

GOP 32816 abrechnen

Nur Fachärzte für Laboratoriumsmedizin oder für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie können die neue GOP 32816 – Nukleinsäurenachweis des neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) mittels RT-PCR einschließlich eines Bestätigungstestes bei Reaktivität im Suchtest (Befundmitteilung innerhalb von 24 Stunden nach Materialeinsendung) – abrechnen. Sie ist mit 59 Euro bewertet und soll zunächst extrabudgetär vergütet werden. Ärzte können sie einmal am Behandlungstag abrechnen (Beschluss aus der 472 Sitzung).

ICD-Kodierung für Coronavirus

Für das Coronavirus wurde die neue ICD-Kodierung „U07.1! (COVID-19; Coronavirus-Krankheit – 2019) als sekundärer Kode mit Ausrufezeichen vom Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) aufgenommen. Das bedeutet: Ärzte geben bei Patienten mit dem Coronavirus den ICD-Kode „U07.1!“ in ihrer Abrechnung zusätzlich an, um die Diagnose zu spezifizieren. Sekundäre Kodes können nicht allein (als einzige Diagnose in der Abrechnung) angegeben werden. 

zuletzt aktualisiert am: 03.04.2020

EBM-Begriffe verstehen

Zu speziellen Begriffen im EBM haben unsere Mitglieder immer wieder Fragen. Die KVH hat kurz und knapp in einer Übersicht zusammengefasst, was sie bedeuten.

Mehr zum Coronavirus

Weitere ausführliche Informationen zum Thema SARS-CoV-2 stellen wir für unsere Mitglieder bereit – immer mit dem aktuellen Stand.

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