EBM-Änderung April 2021

PIK3CA Bestimmung vor Behandlung mit Piqray®

Ärzte können ab dem 1. April 2021 für die Bestimmung des PIK3CA-Mutationsstatus von zirkulierender Tumor-DNA vor der Verabreichung des Medikaments Piqray® die neuen Gebührenordnungsposition (GOP) 19462 und 19463 im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) abrechnen.

Die GOP 19462 beziehungsweise 19463 können Ärzte jeweils zweimal im Krankheitsfall abrechnen. Die GOP 19462 ist 437,63 Euro (3934 Punkte) und die GOP 19463 ist 233,61 Euro wert (2100 Punkte); bundeseinheitlicher Punktwert 2021 ist 11,1244 Cent. Die Vergütung soll zunächst extrabudgetär erfolgen. 

Die tumorgenetische Untersuchung veranlassen

Die Bestimmung des PIK3CA-Mutationsstatus veranlassen Ärzte vor der Gabe des Medikaments Piqray®. Es wird eingesetzt zur Behandlung von postmenopausalen Frauen und von Männern mit einem Hormonrezeptor (HR)-positiven, humanen epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor-2 (HER2) negativen lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinom (bei Fortschreiten der Erkrankung nach endokriner Therapie), bei denen eine PIK3CA-Mutation am Tumorgewebe oder in einer Plasmaprobe nachgewiesen wurde.

Ärzte veranlassen die Untersuchung nur, wenn ein Mammakarzinom histologisch nachgewiesen ist und nicht genügend Tumorgewebe zur Beurteilung des aktuellen Mutationsstatus als Untersuchungsmaterial zur Verfügung steht oder gewonnen werden kann. 

Die tumorgenetische Untersuchung abrechnen

Ärzte rechnen zur Bestimmung des PIK3CA-Mutationsstatus beziehungsweise dem gezielten Nachweis einer Mutation im PIK3CA-Gen unter Verwendung von zirkulierender Tumor-DNA die GOP 19462 bzw. 19463 ab.

Die neuen GOP 19462 und 19463 werden in den Unterabschnitt 19.4.4 In-vitro-Diagnostik tumorgenetischer Veränderungen zur Indikationsstellung einer pharmakologischen Therapie im EBM aufgenommen.

Wichtig: Wenn Fachärzte für Pathologie und Fachärzte für Neuropathologie die neuen Leistungen abrechnen wollen, müssen sie folgende zusätzliche Voraussetzungen erfüllen:

  • Fachärzte für Pathologie mit Erwerb der Facharztbezeichnung nach 2003 oder der fakultativen Weiterbildung "Molekularpathologie"
  • Fachärzte für Neuropathologie mit Erwerb der Facharztbezeichnung nach 2003 oder der fakultativen Weiterbildung "Molekularpathologie"
  • Fachärzten für Pathologie, sofern diese nicht einer der beiden vorgenannten Gruppen angehören, bei Vorliegen der entsprechenden Qualifikationsvoraussetzungen.
zuletzt aktualisiert am: 26.03.2021

Ansprechpartner

EBM-Hotline

Kassenärztliche Vereinigung Hessen

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-7777
ebm-hotline(at)kvhessen(.)de

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